Presseberichte aus dem Jahr 2002:               [ zurück ]
SZ vom 26.11.02:  Neue Halle 
LN vom 20.11.02: Hafen Schlutup wächst
HL vom 13.11.02: LHG-Terminal Schlutup wird mit neuer Lagerhalle erweitert 
SZ vom 29.10.02:  Herbstmarkt in Schlutup 
SZ vom 08.10.02:  ADFC: Fähre für Fahrradfahrer 
LN vom 26.07.02: Selmsdorf setzt sich gegen Lübeck durch 
SZ vom 30.04.02:  Schlutup: Bessere Busanbindung 
SZ vom 12.03.02:  Frösche und Kröten wandern wieder 
LN vom 11.03.02: Lübecker Stadtgeflüster
LN vom 02.02.02: Das erlösende A 20-Urteil: Endlich Schluss mit dem Dauerstau
   

  

Ausgabe 254 vom 26.11.2002

Neue Halle

LHG erweitert Terminal Schlutup

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) wird am Terminal Schlutup eine weitere große Lagerhalle bauen. Die Halle 33 soll auf dem ehemaligen, von der LHG gekauften Fabrikgrundstück "Pfleiderer" errichtet werden, das an das heutige Terminalgelände angrenzt. Die Baukosten für die Halle gibt die LHGmit rund 3,5 Millionen Euro an. Etwa die gleiche Summe werde für die dazugehörige Umschlags- und Verkehrsfläche sowie die Gleisanlage investiert. Mit dem Bau der Halle soll im Januar des kommenden Jahres begonnen werden, im Spätsommer soll sie bereits fertig sein.

Die Sanierung und Sicherung der Altlasten auf dem in Teilen kontaminierten, insgesamt zehn Hektar großen Gelände ist abgeschlossen. Das Planfeststellungsverfahren als grundlegendes Genehmigungsverfahren für die Bebauung des Grundstückes ist beendet. Mit der neuen Halle und der Flächenbefestigung ist die Aussicht auf die neue Hafenzufahrt nähergerückt. Ein Ausbau ist in 2004 geplant.

Der gesamte Ausbau des Terminals Schlutup mit weiteren Hallen und befestigten Frei-flächen soll in zwei Bauabschnitten erfolgen und insgesamt bis zu 40 Millionen Euro kosten. Die LHGhofft, daß durch die komplette Erweiterung bis zu 50 neue Arbeitsplätze entstehen . Helfend wirkt sich bei dem Ausbau des Terminals Schlutup auch die Förderung aus dem Regionalprogramm 2000 aus. Avisiert ist eine Förderung der Infrastruktur in Höhe von 5 Millionen Euro.

Der Neubau hat 9200 Quadratmeter Hallenfläche und 3500 Quadratmeter Vordachfläche. Das Bauwerk wird in Stahlbetonbauweise mit Holzleimbindern erstellt, es ist 80 Meter tief und 115 lang. Die Tiefe der wasser- und landseitigen Vordächer betragen weitere 15,50 Meter. Architekt ist das Lübecker Büro Schünemann. Die Infrastrukturmaßnahmen werden durch den Bereich Wasser- und Hafenbau der Hansestadt Lübeck in enger Abstimmung mit der LHG durchgeführt

  

  

LN 20.11.2002 von Sebastian Prey

Hafen Schlutup wächst

Lübeck - Der Schlutuper Hafen wird erweitert. Im ersten Abschnitt entsteht eine neue Lagerhalle auf dem früheren Pfleiderer-Areal.

Der Schlutuper Hafen macht sich fit für die Zukunft. Die Lübecker Hafen Gesellschaft (LHG) investiert allein in den nächsten Monaten sieben Millionen Euro am Terminal. Allein die Hälfte ist für die Errichtung einer neuen Halle auf dem direkt angrenzenden Pfleiderer-Gelände vorgesehen. Baubeginn ist im Januar. Die Fertigstellung für Spätsommer 2003 geplant.

"Wir sind an unserer Kapazitätsgrenze angelangt", sagt Terminal-Leiter Karsten Brüning (44). Der Papiermarkt hat sich erholt, und die Umschlagzahlen in Schlutup sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich - um 17 Prozent - gestiegen. Im Vorjahreszeitraum wurden 863 000 Tonnen und in 2002 bislang etwas mehr als eine Million Tonnen umgeschlagen, hauptsächlich Papier und Zellulose. Mit einem weiteren sprunghaften Anstieg werde jedoch nicht gerechnet. Brüning: "Die Ansprüche der Kunden steigen, und deshalb dient die Erweiterung zunächst weniger der Mengen- als der Qualitätssteigerung."

Der Neubau hat 9200 Quadratmeter Hallenfläche und 3500 Quadratmeter Vordachfläche. Das Bauwerk wird in Stahlbetonbauweise mit Holzleimbindern erstellt, es ist 80 Meter tief und 115 Meter lang. Die Tiefe der wasser- und landseitigen Vordächer beträgt weitere 15,50 Meter. Architekt ist das Lübecker Büro Schünemann.

Die Infrastrukturmaßnahmen für die Umschlags- und Verkehrsfläche sowie die Gleisanlage werden durch den Bereich Wasser- und Hafenbau der Hansestadt Lübeck in enger Abstimmung mit der LHG durchgeführt. Sprecher Rolf Klein: "Die neue Halle ist den derzeitigen und künftigen Logistikkonzepten optimal angepasst." Besonders wichtig: Es kann simultan an Land- und Seeseite auf Lkw und an der Landseite auf die Bahn verladen werden. Auch die direkte Weiterverladung von einem Schiff in Bahn und Lkw ist wettergeschützt möglich. Das auf Paletten stehende Papier wird dabei nur einmal angefasst, die Gefahr von Beschädigungen wird minimiert. Das "Just-in-time"-Prinzip für Produzenten und Endabnehmer der Waren sei ein Leitgedanke für dieses neue Hallenkonzept, das von der LHG gemeinsam mit ihren Kunden entwickelt wurde, so Klein. Ein Vorteil: Ausreichende Lagerkapazitäten am Hafenumschlagplatz puffern Absatzschwankungen ab und versetzen die Papierindustrie in die Lage, die kontinuierliche Produktion und den Schiffstransport bei eben solchen Schwankungen fortzuführen.

Derzeit wird der Schlutuper Hafen regelmäßig von zwei schwedischen Linienschiffen montags und donnerstags mit jeweils 8000 Tonnen Papier und Zellulose sowie einem Küstenmotorschiff alle zehn Tage angelaufen. Damit sind 85 Mitarbeiter am Terminal und in der Verwaltung voll beschäftigt. Im Zuge der geplanten Erweiterung des Hafens um mehrere Hallen und Freiflächen, die insgesamt bis zu 40 Millionen Euro kosten wird, rechnet LHG-Sprecher Klein damit, dass in Schlutup bis zu 50 weitere Arbeitsplätze entstehen können. Klein: "Die neue Halle ist ein erster Schritt dorthin."

  

  

geschrieben von: TBF-Freywald am 13.11.2002

LHG-Terminal Schlutup wird mit neuer Lagerhalle erweitert

So wie in dieser Fotomontage soll die Halle 33 (rechts im Bild) in Schlutup nach Fertigstellung aussehen.

Aufgrund der positiven Entwicklung des Umschlags schwedischer Forstprodukte und der zu erwartenden künftigen Marktchancen wird die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) am Terminal Schlutup eine weitere große Lagerhalle bauen. Die Halle 33 wird auf dem ehemaligen, von der LHG gekauften Fabrikgrundstück Pfleiderer errichtet, das an das heutige Terminalgelände angrenzt. Die Baukosten für die Halle betragen ungefähr 3,5 Millionen €. Etwa die gleiche Investitionssumme ist für die dazugehörige Umschlags- und Verkehrsfläche sowie die Gleisanlage aufzuwenden. Die Bauarbeiten sollen im Januar 2003 beginnen. Die Inbetriebnahme wird voraussichtlich im Spätsommer des nächsten Jahres erfolgen.

Die Sanierung und Sicherung der Altlasten auf dem in Teilen kontaminierten, insgesamt 10 Hektar großen Gelände ist abgeschlossen. Das Planfeststellungsverfahren als grundlegendes Genehmigungsverfahren für die Bebauung des Grundstückes ist erfolgreich beendet. Mit der neuen Halle und der Flächenbefestigung ist auch die Aussicht auf die neue Hafenzufahrt näher gerückt. Ein Ausbau ist in 2004 geplant.

Der gesamte Ausbau des Terminals Schlutup mit weiteren Hallen und befestigten Freiflächen soll in zwei Bauabschnitten erfolgen und insgesamt bis zu 40 Millionen € kosten. Durch die komplette Erweiterung können bis zu 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Helfend wirkt sich bei dem Ausbau des Terminals Schlutup auch die Förderung aus dem Regionalprogramm 2000 aus, die die Herrichtung der Infrastruktur erleichtert. Avisiert ist eine Förderung der Infrastruktur in Höhe von 5 Millionen €.

Der Neubau hat 9200 Quadratmeter Hallenfläche und 3500 Quadratmeter Vordachfläche. Das Bauwerk wird in Stahlbetonbauweise mit Holzleimbindern erstellt, es ist 80 Meter tief und 115 lang. Die Tiefe der wasser- und landseitigen Vordächer betragen weitere 15,50 Meter. Architekt ist das Lübecker Büro Schünemann. Die Infrastrukturmaßnahmen werden durch den Bereich Wasser- und Hafenbau der Hansestadt Lübeck in enger Abstimmung mit der LHG durchgeführt. Für die Infrastrukturplanung wurde das Büro Sellhorn aus Hamburg beauftragt.

Die Halle wird ähnlich konstruiert sein wie die vor einem Jahr fertig gestellte Halle 51 am Terminal Nordlandkai, die auch als LHG-Standardhalle bezeichnet wird. Dieser Hallentyp ist an die derzeitigen und künftigen Logistikkonzepte optimal angepasst. Es kann simultan an Land- und Seeseite auf Lkw und an der Landseite auf die Bahn wettergeschützt verladen werden. Die Hallen sind den sich verändernden Marktanforderungen hervorragend angepasst. Sie können nicht nur zur Einlagerung von Forstprodukten und anschließender Weiterverladung genutzt werden. Auch die direkte Weiterverladung vom Schiff in Bahn und Lkw ist wettergeschützt möglich. Das auf Cassetten stehenden Papier wird dabei nur einmal angefasst, die Gefahr von Beschädigungen wird minimiert. Dieses Just-in-time-Prinzip für Produzenten und Endabnehmer der Waren war ein Leitgedanke für dieses neue Hallenkonzept, das von der LHG gemeinsam mit ihren Kunden entwickelt wurde. Es ist ein bedeutender Baustein für die optimale Weiterleitung der Güter ins europäische Hinterland. Außerdem puffern ausreichende Lagerkapazitäten am Hafenumschlagplatz Absatzschwankungen ab und versetzen die Papierindustrie in die Lage, die kontinuierliche Produktion und den Schiffstransport auch bei solchen Absatzschwankung fortzuführen.

Sämtliche Dachträger der neuen Halle bestehen aus Holz. Nur die Vordächer sind aus konstruktiven Gründen aus Stahl. Die Eindeckung ist aus Aluminium. Die Holzkonstruktion hat gegenüber herkömmlichem Stahl mehrere Vorteile. Sie ist nicht nur wirtschaftlicher. Durch die Anlieferung von Fertigteilen, die umgehend eingebaut werden können, verringert sich die Bauzeit. Stahlträger hätten vor Ort zusammengebaut werden müssen. Außerdem ist Holz im Brandfall widerstandsfähiger als eine ungeschützte Stahlkonstruktion. Diese würde bei starker Hitze wesentlich eher instabil und zusammenbrechen.

Gegen mögliche Brände wird die Halle durch eine automatische Brandmeldeanlage gesichert. Statt der bisher üblichen Feuerlöschkanonen wird im Halleninneren eine Löschhilfsanlage verwendet, die ähnlich wie eine Sprinkleranlage funktioniert. Sie ist vom wasserführenden Hydranten entkoppelt und wird erst von der Feuerwehr aktiviert. Bei Fehlalarm ist deshalb ausgeschlossen, dass die Löschdüsen aktiviert werden.

Am 1994 fertiggestellten Terminal Schlutup wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1.06 Millionen Tonnen umgeschlagen, davon 913.000 Tonnen Papier und Zellulose. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Umschlag um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

In Lübeck werden insgesamt jährlich rund 4 Millionen Tonnen Forstprodukte (Papier, Zellulose) umgeschlagen. Die Hansestadt ist damit das mit Abstand größte Umschlagzentrum für die nordeuropäische Forstprodukte-Industrie. Insgesamt wurden im Lübecker Hafen im Jahr 2001 24,4 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen.

  

Ausgabe 250 vom 29.10.2002

Herbstmarkt in Schlutup

Am Sonntag, 3. November, findet in der Sporthalle in Schlutup am Krümmling wieder ein Herbstmarkt statt. Rund 50 Hobbykünstler zeigen ihr Können: Zu bewundern und zu kaufen gibt es beispielsweise Drechselarbeiten, Keramikarbeiten, Spielzeug und Kuscheltiere, Kerzen, Gestricktes und Gehäkeltes. Außerdem sorgen verschiedene Gruppen und Vereine für Unterhaltung. Beginn des Schlutuper Herbstmarktes ist um 10 Uhr, Ende um 17 Uhr.

  

Ausgabe 247 vom 08.10.2002

ADFC: Fähre für Fahrradfahrer

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) unterstützt die Forderung nach einer Fußgänger- und Radfahrer-Fähre zwischen Schlutup und Herrenwyk. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Die Fähre soll vom Fischereihafen in Schlutup zum ehemaligen Metallhüttengelände in Herrenwyk fahren. "Die Stadtteile wachsen dann enger zusammen", meint Martin Brüning vom ADFC. Autofahrer könnten außerdem animiert werden, aufs Fahrrad umzusteigen.

  

  

LN 26.07.2002

Selmsdorf setzt sich gegen
Lübeck durch

Lübeck/Selmsdorf (LN) - Selmsdorf macht Ernst. Zum Jahresende soll das neue Gewerbegebiet direkt an der Grenze zu Schlutup erschlossen werden. Lübecks Versuche, das Gewerbegebiet zu verhindern oder wenigstens die Folgen für Schlutup zu mildern, sind gescheitert.

Weder die Proteste der örtlichen Sozialdemokraten noch die Chefgespräche zwischen Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe und Nordwestmecklenburgs Landrat Erhard Bräunig (beide SPD) konnten die Selmsdorfer beeindrucken. Das 18 Hektar große Areal wird erschlossen, weil das bestehende Gewerbegebiet "An der Trave" restlos ausgebucht ist. "Da ist kein Quadratmeter mehr frei", freut sich Detlef Hitzigrat (Freie Wählergemeinschaft), Bürgermeister von Selmsdorf. Dass Lübecks Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) von einem unfreundlichen Akt spricht, berührt die Nachbarn nicht. "Das Gewerbegebiet kommt dorthin", hat nun auch Landrat Bräunig entschieden.

Lübeck (430 Punkte Gewerbesteuerhebesatz) ärgert sich, weil Selmsdorf (240 Punkte) Unternehmen weglockt und große Investoren wie einen schwedischen Forstmaschinenhersteller mit 280 Arbeitsplätzen ansiedelt. Lübeck fürchtet aber vor allem, dass Schlutup durch das neue Gewerbegebiet noch mehr Verkehr schlucken muss. Schon heute fahren nach Angaben der Bauverwaltung rund 12 000 Fahrzeuge durch den Ort.

Deswegen versuchten Bürgermeister Saxe und Bausenator Volker Zahn (SPD) in Chefgesprächen mit Bräunig und Hitzigrat, wenigstens eine andere Verkehrslenkung hinzubekommen. Die jetzige Verbindung vom Gewerbegebiet zur B 104 sollte aufgegeben, der Verkehr stattdessen durch das neue Gewerbegebiet gelenkt und auf die Kreuzung an der Mitropa-Raststätte geführt werden. Im April erfuhr Bausenator Zahn, dass die Selmsdorfer sich nicht daran hielten. Der Senator damals: "Ich bin empört, dass das, was abgesprochen war, kommentarlos geändert wurde. Das gutnachbarschaftliche Verhältnis wird so nicht gefördert."

Anfang Juli folgte eine weitere Runde mit Zahn, Bräunig und Hitzigrat. Die Nordwestmecklenburger verwiesen auf problematische Eigentumsverhältnisse im Gewerbegebiet, die eine andere Verkehrslenkung verhinderten. Nunmehr soll die bestehende Kreuzung Mecklenburger Straße/B 104 mit einer Ampel versehen werden. Und vor den Lübecker Ortseingang soll ein kleiner Kreisverkehr gesetzt werden. Wirtschaftssenator Halbedel hält davon gar nichts. Dadurch würde der Verkehr durch das Gewerbegebiet und damit durch Schlutup nur noch flüssiger.

"Das schafft noch mehr Anreize, durch unseren Ort zu fahren", kritisiert auch Schlutups SPD-Chef Harald Quirder. Ampel und Kreisverkehr - das entspreche der ursprünglichen Planung Selmsdorfs. Quirder hat Saxe jetzt um ein Gespräch gebeten. Ziel: "Wir wollen wenigstens auf weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen für Schlutup drängen."

  

Ausgabe 224 vom 30.04.2002

Schlutup: Bessere Busanbindung

Die Busanbindung für Bürger und Bürgerinnen in Schlutup wird sich zum Fahrplanwechsel am 16. Juni verbessern. Die Linie 11 wird künftig in der Zeit von 6 Uhr bis 9.30 Uhr stadteinwärts alle zehn Minuten fahren. Stadtauswärts verkehrt sie in dieser Zeit alle 20 Minuten. Derzeit fährt sie in die eine wie andere Richtung alle 15 Minuten.

Nach Auskunft der Stadtverkehr Lübeck GmbH kann dem vielfach geäußerten Wunsch nach einer Direktverbindung von Schlutup zum Kaufhof jedoch nicht entsprochen werden. "Eine solche wäre ohne Mehrkosten nicht möglich", sagt Florian Kurt, Verkehrsplaner. Allerdings wird die Übergangszeit an der Wesloer Brücke je Richtung um zwei Minuten verlängert, so daß die Wahrscheinlichkeit eher für Fahrgäste gegeben ist, ihren Anschlußbus zu bekommen.

Um den Ausflugsverkehr zu stärken, wird die Linie 30 künftig am Zob starten - statt wie bisher An der Untertrave. "Der Schnellbus, Linie 39, wird zwar eingestellt, aber Kücknitz/Roter Hahn wird weiterhin im Zehn-Minuten-Takt bedient", versichert Kurt

  

Ausgabe 217 vom 12.03.2002

Frösche und Kröten wandern wieder

Kröten und Frösche wandern in den kommenden Wochen wieder zu Gewässern, um sich dort zu paaren. Leider werden jedes Jahr viele Tiere totgefahren. Der Bereich Naturschutz bittet Autofahrer daher, besonders vorsichtig zu fahren. Gefahrenschwerpunkte sind zum Beispiel der Wesloer Weg, die Wesloer Landstraße in Höhe des Deepenmoors sowie die Straße durch das Schlutuper Industriegebiet östlich des Deepenmoors. Dort bauen ehrenamtliche Helfer des Natur-
schutzbundes (NABU) mit Zivildienstleistenden des Bereiches Naturschutz einen Schutzzaun auf.

Durch die jährliche Hilfsaktion konnte das Aussterben der Kröten und Frösche im Bereich des Deepenmoors verhindert werden. Im Laufe der Jahre wurden rund 15 000 Tiere gerettet.

Der Bereich Naturschutz setzt sich dafür ein, daß Amphibienwanderungen bei der Planung von Straßen berücksichtigt werden. So ist es sinnvoll, die geplante Umgehungsstraße bei Schlutup mit Amphibientunneln auszustatten. Autofahrer sollten abends und nachts auf den Straßen rund um das Deepenmoor besonders vorsichtig fahren. Wer helfen möchte, wendet sich an den NABU unter der Rufnummer 04502/ 7 17 01.

  

  

LN 11.03.2002

Lübecker Stadtgeflüster

Arbeiten macht Spaß: Seit exakt 25 Jahren sind Gisela und Ulrich Schwarz fast rund um die Uhr im Einsatz, um "ihre" Schlutuper aus der "Grünen Bude" an der Mecklenburger Straße heraus zu betreuen. Bei Wind und Wetter sind die beiden Lübecker im Einsatz, um ihre vielen Stammgäste und die treuen LKW-Fahrer zu bedienen und zu informieren. "Bei uns spielt sich ein Großteil des Schlutuper Lebens ab", weiß der gelernte Technische Zeichner (Lehre bei Flender) um die Bedeutung eines derartigen Kommunikationspunktes, "schließlich hat schon meine Mutter den Kiosk über 16 Jahre lang mit großem Erfolg geführt". Cäcilie Schwarz war im Lübecker Vorort bekannt wie ein "bunter Hund" und hatte für jeden Gast ein offenes Wort. Ihr heute 56-jähriger Sohn: "Wir haben ihr Lebenswerk ohne große Veränderungen übernommen und freuen uns über jeden Tag, den wir mit unseren Gästen verbringen dürfen." Freudlos sind dagegen die Dienstage, denn dann haben Gisela und Ulrich Schwarz ihren Ruhetag - auch das hat an der herausragenden Lage gegenüber dem riesigen Firmengelände der Nordgetreide GmbH seit vielen Jahren Tradition.

Fußball für einen guten Zweck: Die Freizeit-Kicker von Karstadt hatten zum Turnier eingeladen, und die Handballer des VfL Bad Schwartau, die Altliga des VfB, die Firma Niederegger, die Musik- und Kongresshalle, die Dräger-Werke und die Schwartauer Werke zeigten zur Freude der 400 Zuschauer in der Hansehalle nicht nur ihr sportliches Können, sondern spielten für das Ronald McDonald-Haus den stolzen Betrag von 2526 Euro ein. Freuen durfte sich die Institution auf dem Gelände der Medizinischen Universität Lübeck auch über 750 Euro, die im Salon Niels Larsen in Travemünde in den vergangenen Monaten gesammelt wurden.

Wie einen Rohdiamanten behandeln Erik und Jörg Vauth ihre Harley Davidson, die sie für 140 000 Euro in sieben Jahren komplett selbst gebaut haben und die zehn Tage lang als Blickfang bei der Daytona-Bike-Week im sonnigen Florida zu bewundern war. Die beiden jungen Lübecker Tüftler aus der Fackenburger Allee ("House of Thunder") waren beim größten Harley-Treffen der Welt mit zwölf weiteren Maschinen im Rennen und gehörten damit zu den großen Exoten der Rates-Hole-Show, die tausende von Motorrad-Fans aus aller Welt magisch in die USA zog.

Der Lübecker Bundestagsabgeordnete Reinhold Hiller löste ein altes Versprechen ein. Bevor der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, Gerd Andres, zusammen mit seiner Familie an einer privaten Feier in der Hansestadt teilnahm, ließ er sich von Hiller durch Lübeck führen. An der Königstraße trafen die beiden Politiker dann noch einen Bekannten aus alten Juso-Zeiten, den früheren SPD-Landesvorsitzenden und Ex-Justizminister Gerd Walter.

Bereits ihr viertes Benefiz-Konzert veranstalteten der Lions Club Bad Schwartau und die Lübecker Musikschule. Fast 50 Schüler im Alter von fünf bis 25 Jahren brachten im Audienzsaal des Rathauses ein äußerst abwechslungsreiches und hochklassiges Programm auf die Bühne, aus dem letztendlich das Marimba-Ensemble und Azadeh Maghsoodi als Sieger hervorgingen. Der Überschuss der Veranstaltung in Höhe von 3000 Euro kommt der Förderung des musikalischen Nachwuchses in Lübeck zugute.

Für Michael Niebuhr war das eine ziemlich schöne Bescherung, was sich da vor dem Lübecker Rathaus ereignete. Nein, ein verspätetes Weihnachtsgeschenk gab es nicht für den jungen Mann, sondern eine Geburtstags-Überraschung. Und die bestand aus Kittelschürze, Kopftuch, Besen und einer Menge Kronkorken, die der Sozialversicherungs-Fachmann in Gegenwart vieler Schaulustiger zusammenfegen musste, weil er an seinem 30. Geburtstag noch Junggeselle war. Doch damit könne er leben, lachte der Lübecker frohgelaunt, bis zur Heirat wollen er und seine Freundin sich noch Zeit lassen. Nach alter Tradition musste Michael Niebuhr so lange fegen, bis eine Jungfrau ihn erlöste. Die fünfjährige Hanna Ramminger gab dem Geburtstagskind einen Kuss auf die Wange und beendete damit das öffentliche Putz-Schauspiel.

Sie kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus: Ratskeller-Chef Joachim Berger und Teppich-Kaufmann Lutz Wolter amüsierten sich köstlich über die Finger-Fertigkeiten des Pariser Künstler-Agenten Pierre Fey, der zusammen mit seiner Ehefrau Yoko (eine gebürtige Malayin) einige Kostproben seiner immer noch guten Zauberkunst gab. Der 57-Jährige, der nun schon im zweiten Jahr für das künstlerische Programm des "Lübecker Festivals der Magie" zuständig war, war in jungen Jahren selbst als Illusionist in allen Teilen der Welt unterwegs, ehe er sich vor 15 Jahren mit seiner Agentur in der französischen Hauptstadt selbstständig machte. Fey verblüffte seine privaten Zuschauer mit unglaublichen Tricks, kündigte dann aber an: "Die heutigen Profis sind wesentlich besser. Wenn man nicht jeden Tag mindestens fünf bis sechs Stunden lang trainiert, verliert man schnell den Anschluss." Hochzufrieden war der perfekt deutsch sprechende Franzose mit allen drei Auftritten seines Star-Ensembles: "Lübeck war wie im vergangenen Jahr hervorragend, und die tolle Premiere im Seehotel Maritim in Timmendorfer Strand hatte sogar einen gewissen Hauch von Las Vegas."

Sie hatte das große Los gezogen: Unter 3000 Bewerbungen schaffte Katja Adomeit den Sprung unter die besten 100 und durfte sich über eine zehntägige Reise mit ehemaligen deutschen Sportgrößen nach Südafrika freuen. Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler, Tennisspielerin Anke Huber, Zehnkampf-Olympiasieger Christian Schenk, Reck-Weltmeister Eberhard Gienger, Kanu-Rekord-Weltmeisterin Birgit Fischer, Eiskunstlauf-Vizeweltmeister Norbert Schramm und die beiden Beach-Volleyballer Jörg Ahmann und Axel Hager betreuten bei dieser Breitensport-Initiative des Kreditunternehmens Eurocard die Jugendlichen so vorbildlich, dass auch die 20-jährige Lübeckerin nicht aus dem Schwärmen herauskam. " Das war ein unglaublich schönes Erlebnis mit vielen neuen Freunden. Seitdem wir wieder zu Hause sind, erreichen die Mails per Handy quer durch Deutschland neue Rekordquoten." Katja Adomeit spielt bei der TG Rangenberg Volleyball, studiert im dritten Semerster an der Hamburger Akademie für Mode-Design und möchte später einmal Mode-Journalistin werden.

  

  

LN 02.02.2002 

Das erlösende A 20-Urteil:
Endlich Schluss mit dem Dauerstau

Lübeck - Schlutup atmet auf: Die A 20 kann wie geplant gebaut werden. Auch Pendler und Spediteure freuen sich über das Urteil der Bundesrichter.

Jeden Tag pendelt Horst Niemann zwischen Grevesmühlen und Lübeck. "Den ganz normalen Wahnsinn mache ich jetzt schon seit Jahren mit", so der Elektriker, der bei einer Lübecker Firma arbeitet. Täglich reiht er sich in die lange Schlange der Pendler ein. Immer mit dem Strom. Morgens und abends steht der 46-Jährige mit seinem weißen Seat im Stau. Nur für die paar Kilometer von Lübeck. "Es gibt da kein Entkommen. Nur die A 20 bringt Erlösung", sagt der Nordwestmecklenburger voller Vorfreude. Einziges Manko: "Bis der Verkehr dort rollt, dauert es noch viel zu lange."

Auch der Schlutuper Rüdiger Taukel (55) meint: "Das wird höchste Zeit." Eine tragfähige Ost-West-Verbindung sei seit Jahren überfällig, so der Lehrer, der die A 20 als absolute Entlastung für Schlutup sieht. Dennoch müsse man auch an der Fertigstellung der Ortsumgehung festhalten. Andrea Wachholz (36) hat schon gar nicht mehr an die A 20 glauben wollen. "Das ist eine ganz wichtige Entscheidung für uns gewesen", so die Hausfrau. Ihre große Hoffnung: Mit der Autobahn werde auch weniger Verkehr durch Schlutup fließen. "Ich bin Mutter von drei Schulkindern. In Schlutup die Straße zu queren, ist nicht gerade ungefährlich."

Auch Jürgen Schreiber, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Schlutup, hat den Berliner Richterspruch mit "großer Erleichterung" aufgenommen. "Sicherlich gibt es bei so einer Entscheidung auch Verlierer, aber Schlutup steht diesmal auf der Gewinnerseite." Die einjährige Verzögerung sei schlimm gewesen, denn wenn die Gerichte entschieden, habe man ja noch nicht einmal die Chance, für die Sache zu kämpfen. "In drei bis vier Jahren ist der Zirkus nun endlich vorbei", so Schreiber. Mit der Fertigstellung der A 20 werden die Schlutuper auch ein Stück Freiheit zurückgewinnen. "Zu bestimmten Zeiten verlassen viele schon gar nicht mehr den Ort. Die Straße nach Schlutup ist so verstopft, dass man gar nicht mehr zurück kommt", so Schreiber. Vermessungstechniker Thomas Habacker (36) freut sich zwar auch über den Autobahn-Weiterbau, aber von Euphorie keine Spur. Er warnt: "Bis die A 20 fertig ist, dauert es noch fast drei Jahre. Alle Klagen sind zudem noch nicht vom Tisch."

Bei Lübecks Spediteuren herrscht hingegen schon Festtagsstimmung. "Bei der Nachricht müsste man eine Flasche Champagner aufmachen", meint Horst Baumhöver, geschäftsführender Gesellschafter bei der Spedition Paul Weidlich. Täglich sind mehrere Wagen der Spedition im Mecklenburgischen unterwegs. "Wann die wieder kommen, ist immer die große Unbekannte, und das nicht nur zur Rush-hour", so Baumhöver. Jeden Tag stünden seine Fahrer wegen der paar läppischen Kilometer zwischen Selmsdorf und Schlutup im Stau. "Das kostet richtig Geld", sagt Baumhöver, der von dem Urteil der Richter überrascht ist. "Ein Tunnel wäre schon die beste Lösung gewesen", meint der Spediteur. Dem Rostocker Berufskraftfahrer Thomas Weber (42) schwillt jeden Freitag der Kamm, wenn er nach Hause fahren will. "Wenn es gut läuft, brauche ich von Wesloe bis Selmsdorf nur eine halbe Stunde. Das kann es ja nun wirklich nicht sein."

Diethard Böhls (54) von der Lübecker Spedition Böhls & Behncke ist ebenfalls von den positiven Auswirkungen der A 20 überzeugt. Allein die Fertigstellung des Abschnitts Schönberg-Wismar habe schon viel Zeitersparnis gebracht. Böhls euphorisch: "Ganz Lübeck wird davon profitieren. Die Autobahn nimmt den Durchgangsverkehr und wird im gesamten Stadtgebiet für Entlastung sorgen."