Presseberichte aus dem Jahr 2004 (Jan - Febr):            [ zurück ]  
LN vom 28.02.04: Nachtsperrung soll Schlutup entlasten 
LN vom 06.02.04: IGS Schlutup stellt sich hinter ihren Rektor 
WS vom 05.02.04: 30 Jahre AWO-Altentagesstätte "Slut-up-Stuv" 
LN vom 05.02.04: Lübecker Demo: Kubicki kritisiert Schulleiter 
LN vom 04.02.04: Zur Demo verpflichtet? 
LN vom 23.01.04: IGS Schlutup protestiert gegen Raumnot 
LN vom 21.01.04: Viel Lob zum Jubiläum der "Slut up Stuv"
LN vom 16.01.04: Aktiv für Alte: „Slut up Stuv" besteht 30 Jahre
 

   

LN 28.2.2004 (rln)

Nachtsperrung soll
Schlutup entlasten

In wenigen Wochen sollen die Bewohner Schlutups ruhiger schlafen: Die Ortsdurchfahrt wird vom Kraftfahrzeug-Durchgangsverkehr aus Richtung Selmsdorf in Richtung Herrenbrücke befreit. Diese gute Nachricht brachte Bausenator Franz-Peter Boden nach einem Gespräch in Grevesmühlen mit Erhard Bräuning mit.Bei dem Treffen verabredeten der Landrat des Kreises Nordwest-Mecklenburg und Boden eine zeitlich begrenzte Zufahrtsbeschränkung von der Bundesstraße B 104 - ab dem neuen Kreisverkehr in Höhe des Gewerbegebietes Selmsdorf in Richtung Schlutup.

Nach Auffassung der beiden Politiker werde sich die Lage in Schlutup erst nach Fertigstellung der A 20 sowie des zweiten Bauabschnitts der Umgehungsstraße (der Planfeststellungsbeschluss wird Mitte 2004 erwartet) grundsätzlich entspannen.

Bis es soweit ist, sollen vorerst für ein Jahr Wechselverkehrszeichen wie in der Friedenstraße aufgestellt werden. Die Zufahrt von der B 104 nach Schlutup wird - mit Ausnahme von Linienverkehr, Taxen und Radverkehr - am Wochenende von sonnabends ab 14 Uhr bis montags 7 Uhr und dienstags bis sonnabends jeweils vom Vorabend ab 20 Uhr bis morgens 7 Uhr gesperrt. In den sonstigen Tageszeiten ist die Zufahrt nach Schlutup frei für Anlieger, Linienbusse, Taxen und Radfahrer. Eine Ausfahrt aus Schlutup ist ebenso uneingeschränkt möglich wie die An- und Abfahrt zum Gewerbegebiet Selmsdorf.

   

LN 6.2.2004 von Jörg Köpke

IGS Schlutup stellt sich
hinter ihren Rektor

Die Diskussion um die Schul-Demonstration der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schlutup reißt nicht ab. Der Lübecker Landtagsabgeordnete und Sozialdemokrat Wolfgang Baasch lehnt es generell ab, Kinder und Jugendliche für politische Kundgebungen zu instrumentalisieren. Allerdings hoffe er, dass sich die Vorwürfe gegen die Schulleitung als Missverständnisse aufklärten. Schulleiter Georg Schopenhauer muss in Kürze vor dem Schulministerium in Kiel Vorwürfe entkräften, nach denen das Rektorat Schüler und Lehrer zur Teilnahme an einem Protestzug gedrängt habe. Als „Frechheit" weist Baasch Forderungen der Lübecker CDU zurück. Die hatte verlangt, Schopenhauers Frau Gabriele müsse als schulpolitische Sprecherin der SPD aufgrund der vermeintlichen Vorfälle in Schlutup abgelöst werden. „Es wird keine Sippenhaft geben", so Baasch.

Unterdessen hat sich die Personalversammlung der IGS Schlutup hinter die Schulleitung gestellt. Es sei keinerlei Druck auf Schüler oder Lehrer ausgeübt worden. An der Schule herrsche ein Klima, in dem jeder offen seine Meinung äußern könne. „Wir verwahren uns dagegen, dass unser Schulleiter derartig verunglimpft wird", heißt es in einer offiziellen Erklärung. Die Schule kämpft für einen Neubau von Fachräumen. Den lehnt die CDU-Mehrheitsfraktion im Rathaus jedoch ab. Ingrid Schatz, schulpolitische Sprecherin der CDU, wirft der Schulleitung vor, seit Jahren Technik-Unterricht in einem Raum abhalten zu lassen, für den nicht einmal eine Genehmigung vorliege. Schatz: „Verantwortlich für den Schulbetrieb ist der Schulleiter. Der hätte so etwas gar nicht zulassen dürfen." Die CDU habe sich klar positioniert. Der Bedarf an naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen und der Modernisierungsbedarf im Technik-Bereich seien bereits im April in einem Brief an die Schule anerkannt worden.

 

  Ausgabe 6. Woche vom 5.2.2004

30 Jahre AWO-Altentagesstätte "Slut-up-Stuv"

Besonders verdiente Helfer aus vergangenen 30 Jahren bekamen wie Brunhilde Schöttler (rechts) ihren Blumenstrauß:
Bärbel Böttcher,
Inge Poley, Helga Sparr, Lisa Schoenfeld,
Peter Schöttler und
Olga Timpen.
(Foto: RB)

Zum Jubiläum war mächtig was los: Zahlreiche Gäste - darunter Ingrid Schatz und Pito Bernet von der Lübecker Bürgerschaft, Jürgen Schneider vom Gemeinnützigen Verein und Jürgen Luig vom Bereich Soziales der Hansestadt - feierten 30 Jahre Altentagesstätte „Slut-up-Stuv" im Lauer Weg. Besonders im Mittelpunkt stand Leiterin Brunhilde Schöttler. Sie engagiert sich seit dem ersten Tag für die AWO-Einrichtung. Damals fanden die ersten Treffs noch in der Gaststätte „Weißer Schwan" statt. Doch Brunhilde Schöttler waren die Begegnungen in den beengten Verhältnissen zu wenig, wie Festrednerin Marion Baars hervorhob. „Sie entwickelte sich in ihrem Programm als Organisatorin, Animateurin, Seelsorgerin, Büro- und Reisekauffrau, Finanzgenie, Innenarchitektin und Werbegrafikerin - und das alles ohne Meisterbrief! ", lobte die stellvertretende AWO-Kreisvorsitzende. Neben Schöttler wurden weitere verdiente Helfer der vergangenen 30 Jahre geehrt.

    

LN 5.2.2004 von Jörg Köpke

Lübecker Demo:
Kubicki kritisiert Schulleiter

Der Streit um die Schul-Demonstration der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schlutup schlägt immer höhere Wellen. Jetzt meldet sich Wolfgang Kubicki, Landesvorsitzender der schleswig-holsteinischen FDP, zu Wort. Im Kreuzfeuer der Kritik Kubickis steht Schulleiter Georg Schopenhauer. Dem Rektorat war in einem anonymen Brief einer Lehrkraft vorgeworfen worden, Schüler und Lehrer am vergangenen Donnerstag zur Teilnahme an einem Protestzug für den Bau neuer Fachräume verpflichtet zu haben. Das Kieler Schulministerium hatte daraufhin angekündigt, den Fall prüfen zu lassen (die LN berichteten).


Schleswig-Holsteins FDP-Chef Wolfgang Kubicki lehnt politische Aktivitäten von Lehrern während der Unterrichtszeit kategorisch ab.   (Foto: Silz)

„Ich habe nichts dagegen, wenn sich Lehrer politisch betätigen. Wenn sie es tun, dann sollte dies aber in ihrer Freizeit geschehen, und die Schule selbst muss davon verschont bleiben", erklärt Kubicki. Schopenhauer ist stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AFB) der SPD in Schleswig-Holstein und Delegierter zum AFB-Bundesausschuss. Sozialdemokraten schienen in Schleswig-Holstein zu glauben, sie seien der Staat. Letztlich sei diese Aktion nichts anderes als die konsequente Umsetzung der Forderung von SPD-Generalsekretär Olaf Scholz, die „Lufthoheit über den Kinderbetten" zu gewinnen. „Einer solchen Politik werden wir uns als FDP mit aller Konsequenz entgegenstellen", so Kubicki.

Lübecks Grüne üben indes Kritik an der CDU. Die hatte die SPD aufgefordert, Schopenhauers Ehefrau Gabriele als schulpolitische Sprecherin abzulösen. Begründung von CDU-Chef Klaus Puschaddel: „Familie Schopenhauer" verquicke private und politische Interessen. Carl Howe, Mitglied der Lübecker Grünen-Fraktion in der Bürgerschaft, sieht in der Forderung der Union „die Rückkehr zu einer Art Sippenhaft". Bei den Grünen sei es üblich, die Partner einer Ehe als selbstständige Personen einer Gemeinschaft zu sehen. „Kein Mensch ist das Anhängsel eines anderen, und kein Partner kann für die Tätigkeiten des anderen haftbar gemacht werden." Die Schulaufsicht möge klären, ob die Kundgebung am 29. Januar dienstrechtlich korrekt zustande gekommen sei. Howe: „Politisch notwendig war sie auf jeden Fall."

Erstmals reagiert auch Lübecks SPD auf den Vorfall. Falls sich bestätigen sollte, dass die Schulleitung Schüler und Lehrer zur Teilnahme an einer Demonstration gedrängt haben sollte, sei das „eine höchst unglückliche Sache", sagt Fraktionsmitglied Lienhard Böhning. Die Forderung der CDU, Gabriele Schopenhauer als schulpolitische Sprecherin der SPD abzulösen, lehnt Böhning jedoch ebenso ab wie sein Fraktionschef Peter Reinhardt. Der kündigte an, den Fall auf der heutigen Fraktionssitzung der SPD zur Sprache bringen zu wollen. Vor einer eingehenden Prüfung der Sachlage aber wolle er keine weiteren Stellungnahmen abgeben, so Reinhardt.

Für den Schulelternbeirat der IGS Schlutup, der den Protestzug beantragt hatte, stellt die Demonstration „keine Zwangsveranstaltung" dar. Nach Ansicht von Schulelternbeirat Manfred Bannow-Lindtke war sie vielmehr „ein Stück gelebte Demokratie".

Die IGS Schlutup, lädt für Sonnabend, 7. Februar, zum„ Tag der offenen Tür" ein. Eltern von Schülern der vierten Klasse können sich über Fächer im fünften Schuljahr informieren. Außerdem wird das Konzept des neuen Informatik-Zweiges vorgestellt. Eltern älterer Schüler, Lehrer und Schulleitung beantworten Fragen. Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr an der Schlutuper Kirchstraße 10.

  

LN 4.2.2004 von Jörg Köpke
Schüler zur Demo gezwungen? Kiel prüft Konsequenzen

Lübecks Liberale werfen der Schulleitung der . Gesamtschule Schlutup „Vergewaltigung von Demokratie und den Missbrauch von Schülern" vor. Anlass ist ein Brief einer Lehrkraft der Schule. Der anonyme Schreiber behauptet, das Rektorat habe Schüler und Lehrer zur Teilnahme an einer Demonstration gezwungen. Das Schleswig-holsteinische Schulministerium hat bereits Konsequenzen angekündigt. Die Teilnahme an Protest-Veranstaltungen müsse generell freiwillig sein, erklärte ein Sprecher in Kiel. Die Schule kämpft für den Neubau von Fachräumen. Der könnte dem Rotstift der Bürgerschaft zum Opfer fallen. Während die Kommunalpolitik mit Entsetzen reagierte, wies der Schulleiter die Vor würfe als unzutreffend zurück.

Schlutuper Schüler-Protest hat Nachspiel: Ministerium kündigt Prüfung an.

Zur Demo verpflichtet?

Riesen-Wirbel um Schul-Demo: Eine Lehrkraft der IGS Schlutup wirft dem Rektorat vor, Lehrer und Schüler zu Protesten gedrängt zu haben. Die Kommunalpolitik zeigt sich entsetzt - und das Ministerium übt Kritik.


(Archivfoto: Roessler)

Schon im Sommer (Foto) hatten sich Schüler, Eltern und Lehrer auf Freiwilliger Basis für die Schlutuper IGS stark gemacht. Nach der Demo vor der Bürgerschafts-Sitzung am vergangenen Donnerstag gibt es jetzt Ärger: Politiker sprechen von einer "Pflichtveranstaltung" der Schule und bemängeln das Demokratieverständnis der Pädagogen.

Donnerstag, 29. Januar, 14 Uhr: Schüler, Eltern und Lehrer der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schlutup ziehen mit Trillerpfeifen und Transparenten in Richtung Markt. Sie protestieren gegen angekündigte Sparbeschlüsse der Lübecker Bürgerschaft, die zu Lasten von Baumaßnahmen an der Schlutuper Schule gehen. Der Neubau von Fachräumen für Technik, Textilunterricht und Naturwissenschaften steht auf dem Spiel.

Jetzt regt sich Protest gegen diesen Protest. Es geht nicht um den Anlass der Demonstration. Es geht um die Art und Weise, wie die Demonstration zustande gekommen sein soll. In einem Schreiben an die Lübecker FDP beschwert sich ein Lehrer der Gesamtschule. Die Demonstration sei „als Pflichtveranstaltung von der Schulleitung organisiert" worden. Unabhängig davon, dass die Forderungen inhaltlich berechtigt und unterstützenswert sein mögen, sei das Demokratieverständnis, das aus einer solchen „verordneten Demonstration" spreche, „erschreckend". Der Absender will anonym bleiben. Begründung: „Es ist wohl einleuchtend, dass offene Kritik unter einer solchen Schulleitung beruflichen Selbstmord bedeuten würde."

Als Beleg fügt die Lehrkraft ein Schreiben der Schulleitung bei. Darin werden genaue Anweisungen über den Ablauf der Demonstration gegeben. Die Lehrer müssten um 14 Uhr mit ihren zehn- bis 16-jährigen Schülern erscheinen. Es seien „Trillerpfeifen oder andere Krachmacher" mitzubringen. Zudem werden Vorschriften zu den Transparenten gemacht, die während des Unterrichts anzufertigen sind. Beispiel: „Frau Schatz, sei ein Schatz! Gib uns mehr Platz! "

Schulleiter Georg Schopenhauer (54) zeigt sich erstaunt über die Vorwürfe. Weder habe er Schüler und Lehrer dazu gezwungen teilzunehmen. Noch habe es erkennbaren Widerstand aus den Reihen des Kollegiums gegeben. „Mir war wichtig, dass die Aufsichtspflicht der Schüler auch am Nachmittag gewährleistet ist", erklärt Schopenhauer das Abfassen des Info-Schreibens. Eine Verpflichtung zur Teilnahme will er daraus nicht ableiten. Der Studiendirektor, Ehemann von Gabriele Schopenhauer, ihres Zeichens schulpolitische Sprecherin der Lübecker SPD, räumt aber Fehler ein: „Man hätte es deutlicher machen müssen, dass die Teilnahme an der Demonstration unter dem Aspekt der Freiwilligkeit steht."

Das sieht die zuständige Behörde in Kiel auch so. „Der Vorgang zieht Konsequenzen nach sich", sagt Jens Oldenburg, Sprecher im schleswig-holsteinischen Bildungsministerium, das die Aufsicht über die Gesamtschulen im Land ausübt. Die Schulaufsicht kümmere sich um den Fall. Es gehöre nicht zu den „Dienstobliegenheiten" eines Schulleiters, während der Unterrichtszeit Demonstrationen zu organisieren. Oldenburg kündigt ein „dienstliches Gespräch" zwischen der Schulaufsicht und der Schulleitung an. Generell ist es laut Ministerium nicht zulässig, Schüler und Lehrer zu einer Demonstration zu zwingen. „Die Teilnahme muss immer freiwillig sein", so Oldenburg.

Bei Lübecks Liberalen stößt der Vorfall auf Unverständnis. Die FDP-Kreisvorsitzende Michaela Blunk spricht von einer „erschreckenden Geschichte". „Wenn Lehrer den Schülern sagen, ihr müsst Krachmacher anstelle von Argumenten mitbringen, dann ist das eine Vergewaltigung von Demokratie und ein Missbrauch von Schülern", so Blunk. Ingrid Schatz, schulpolitische Sprecherin der Lübecker CDU und Adressatin von Protest-Plakaten, ist vor allem darüber erbost, dass die Demonstration von der Schulleitung als „Projekt- und Wandertag" deklariert war. „Damit wurde der Protestzug zu einer Pflichtveranstaltung während des Unterrichts. Und das darf nicht sein." Lehrer dürften nicht zum Sprachrohr von Schulleitern, Schüler nicht zum Sprachrohr von Lehrern werden, so Schatz.

Klaus Puschaddel, Fraktionschef der Lübecker Christdemokraten, fordert die SPD auf, Gabriele Schopenhauer als schulpolitische Sprecherin zu entlassen. „Wir sind entsetzt darüber, wie Familie Schopenhauer private und politische Interessen miteinander verquickt." Beide gehören laut Puschaddel dem Schulausschuss an. Eine Stellungnahme der SPD war gestern nicht zu bekommen. Peter Reinhardt, Gabriele Schopenhauer und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch waren nicht zu erreichen

... und dafür kämpft die Schlutuper Schule


Der Streit in Schlutup entfacht sich an dem Plan eines 1,85-Millionen-Anbaus, den Lübecks CDU stoppen will.

Der Auslöser des Protestes liegt bereits Monate zurück. Im April vergangenen Jahres hatte die CDU-Mehrheitsfraktion im Lübecker Rathaus beantragt, den Plan für einen Anbau an der Integrierten Gesamtschule (IGDS) Schlutup zu stoppen. Der Plan sah vor, für insgesamt 1,85 Millionen Euro neue Fachräume für Textiles Gestalten, Technik und Naturwissenschaften zu errichten.

Die CDU begründete ihren Antrag damit, Gesamtschulen nicht weiter gegenüber anderen Schulen bevorzugen zu wollen. Zudem sei die derzeitige Raumsituation der Schule durchaus zumutbar. Das weisen sowohl die Schulleitung als auch der Schulelternbeirat zurück. Es fehlten noch immer rund 1300 Quadratmeter Unterrichtsfläche. Der Technik-Unterricht findet zurzeit nach Angaben des Rektorats in einem „Schuppen auf dem Hof" statt. Die zehnten Klassen müssten während des Technik-Unterrichts mit einem sanierten Pavillon vorlieb nehmen.

Schulleiter Georg Schopenhauer erklärt: „Die Bedingungen, unter denen unsere 450 Schüler lernen, sind schlechter als an anderen weiterführenden Schulen.

Dazu eine LESER-MEINUNG von Birgit Malöwski, Lübeck
aus den Lübecker Nachrichten vom 5.2.2004

Es gab keinen Zwang

Mit Entsetzen lese ich den Artikel zur Demonstration der IGS Schlutup. Wir haben selbst drei Kinder an dieser Schule. Es ist unglaublich, dass aufgrund eines anonymen Schreibens die Fähigkeiten unseres Schulleiters und seiner Frau in Frage gestellt werden! Der Schreiber dieses Briefes hat doch ganz eindeutig ein persönliches Problem und versucht nun auf diese schmähliche Art und Weise, seine persönlichen Rachegelüste zu befriedigen. Uns als Eltern ist zu keinem Zeitpunkt durch unsere Kinder mitgeteilt worden, dass es sich hier um eine Pflichtveranstaltung handelt. Im Gegenteil. Mit Feuer und Eifer wurden Botschaften für die Spruchbänder ersonnen. Es gab auch kein Muss in Bezug auf die Krachmacher. Originalwortlaut unseres Sohnes: „Mama, haben wir was zum Krachmachen? Wir dürfen Krachmacher mitbringen, damit man uns auch hört."

Gerade in einer Zeit wo das deutsche Volk völlig gelähmt zusieht, wie die Politik unser Land mehr und mehr zu Grunde richtet, ist es ausgesprochen wichtig, dass die Kinder lernen, ihre Meinung zu sagen und auch in Form von friedlichen Demonstrationen auf sich aufmerksam zu machen. Um so schlimmer ist es, dass als Folge dieser Demo, Herr und Frau Schopenhauer Konsequenzen zu tragen haben.

Lerneffekt für die Kinder: Wenn man ehrlich seine Meinung sagt und sich für etwas Gutes einsetzt, wird man von der Politik „platt gemacht". Na, schönen Dank an den anonymen Schreiber und die zuständigen Politiker.

 

Dazu eine LESER-MEINUNG von neun Schülern der Klasse 5c der IGS Schlutup
aus den Lübecker Nachrichten vom 6.2.2004

Plakate selbst gemacht

Wir wünschen uns von Ihren Redakteuren, dass Sie anders mit uns umgehen. Wir haben die Plakate der Demo selbst hergestellt. Wenn Ihr Redakteur uns mal gefragt hätte, hätten wir ihm das gerne persönlich gesagt.

 

Zur Berichterstattung über die Demonstration der IGS Schlutup schreibt Anke Wacker
die Vorsitzende des Kreiselternbeirates der Lübecker Gesamtschulen in
einem Leserbrief in den Lübecker Nachrichten vom 7.2.2004

Gegen die Schulart?

Bekommen die Gesamtschulen bei den LN nur eine halbe Seite, wenn gegen diese Schulart berichtet wird, und sei es noch so unreflektiert beziehungsweise falsch?

Gott sei Dank sprechen die jährlich steigenden Anmeldezahlen gegen diese Kampagne! In der gesamten EU hat sich erwiesen, dass das Gesamtschulprinzip zu besseren Leistungen und Ergebnissen führt, siehe Pisa-Studie.

Anmerkung der Redaktion:
Die Frage von Frau Wacker soll nicht unbeantwortet bleiben: Die LN berichteten zuletzt am 12. Dezember in halbseitiger Aufmachung über die Gesamtschule Schlutup. Unter der Zeile: „Eltern rufen um Hilfe - Raumnot wird immer schlimmer - wohin mit 100 Schülern?" thematisierten die LN die Sorgen des Elternbeirats.

 

Zur Berichterstattung über die Demonstration schreibt Franz Bernhard Fischer
einem Leserbrief in den Lübecker Nachrichten vom 19.2.2004

Eltern planten Demo

Schulleiter Schopenhauer rief und alle Schäfchen, sprich Lehrkörper und Schüler folgten? Mitnichten!

Die angemeldete und sehr diszipliniert durchgeführte Demo wurde vom Schulvorstand und Elternbeiräten beschlossen. Und natürlich vor allem von den Eltern. Denn es geht schließlich um nichts anderes als uns um die Zukunft unserer Kinder. Was für ein Armutszeugnis, dass für elementare Lernmittel wie Fachräume auf die Straße gegangen werden muss und was für ein Armutszeugnis, dass sich die Politik über das „wie" dieser Demo in die Schlagzeilen bringt, anstelle schnellstmöglich zugunsten der Kinder Abhilfe zu schaffen. Wenn unsere älteste Tochter (Ernestinenschule) von Schüleraustauschreisen aus dem Ausland zurück kommt, ist sie jedes Mal verblüfft über die Ausstattung der dortigen Schulen. Modernes, zweckmäßiges Mobilar, Computer und neueste Nachschlagewerke in jedem Klassenraum, Fachräume mit einer Ausstattung, der man anmerkt, dass die Zukunft der Schüler und das Lernen sehr ernst genommen werden. Zwei unserer Kinder besuchen seit zweieinhalb Jahren die Gesamtschule Schlutup. Aus verunsicherten, zurückhaltenden, gewaltgewohnten Grundschülern wurden in kurzer Zeit selbstbewusste, selbstständig denkende und handelnde Schüler. Fach Benehmen? Hier überflüssig. Im Zuge der Pisa-Diskussion wird umgehend reagiert, „Lernen lernen" ist vorübergehend eine neue Unterrichtseinheit! Die Anforderungen an dieser Schule sind nicht ohne. Noch an Sonntagen sitzen unsere Kinder über Arbeitsmappen und Vokabeln. Freiwillig und ohne Murren, weil in dieser Schule anscheinend mit Erfolg der Ehrgeiz und die Freude am Lernen vermittelt werden. Unsere Kinder lieben ihre Schule.

 

Dazu eine LESER-MEINUNG von Jutta Sobottka-Martens, Lübeck
aus den Lübecker Nachrichten vom 24.2.2004

Initiative der Eltern

Die schulinternen Unstimmigkeiten im Kollegium der IGS-Schlutup sind aus Elternsicht sehr bedauerlich. Fest steht: Die Demonstration am 29. Januar fand auf Initiative von Eltern statt. Wir sind aufgrund des Raummangels in großer Sorge um die Qualität des Fachunterrichtes in der Schule unserer Kinder. Daher fordern wir die Bürgerschaft auf, umgehend für ausreichend geeignete Räume zu sorgen!

  

LN 23.1.2004

IGS Schlutup protestiert
gegen Raumnot

Unter dem Motto "Bildung braucht Raum" ruft der Schulelternbeirat der Integrierten Gesamtschule Schlutup zu einer Demonstration auf. Beginn ist am Donnerstag„ 29. Januar, um 14 Uhr bei der Geschwister-Prenski-Schule, Travemünder Allee. Von dort aus wird der Protestzug in Richtung Rathaus gehen. Die Demo findet gegen 15 Uhr auf dem Schrangen ihr Ende. Auslöser des Protestes ist Beschluss der CDU-Rathausmehrheit vom vergangenen Frühjahr, nach dem ein geplanter 1,85-Millionen-Anbau der IGS gestoppt wurde. Die CDU argumentierte, dass die derzeitige Raumsituation der Schule zumutbar sei. Das weist der Schulelternbeirat zurück Es fehlten noch immer rund 1300 Quadratmeter Unterrichtsfläche, vor allem Fachräume für Naturwissenschaften, Textil und Technik.

  

LN 21.1.2004 von Rüdiger Jacob

Viel Lob zum Jubiläum der "Slut up Stuv"

Volles Haus beim Schlutuper Awo-Treff der „Slut up Stuv": 120 Senioren und Gäste feierten am Lauer Weg das 30-jährige Bestehen der Begegnungsstätte. Brunhilde Schöttler, seit Beginn ehrenamtlich dabei, habe „die Einrichtung zu dem gemacht, was sie heute ist", lobte die stellvertretende Vorsitzende der Lübecker Arbeiterwohlfahrt, Marion Baars, in ihrer Festrede.


Zwei verdiente Frauen: Brunhilde Schöttler, die langjährige Leiterin des Treffs (links) und die "Dienstälteste", Olga Timpen.     (Foto: Jacob)

Zur Gründerzeit noch im „Weißen Schwan", fünf Jahre später in der Drogerie Schuback und nach weiteren fünf Jahren bis heute am Lauer Weg 1: das sind die räumlichen Stationen der Senioren-Einrichtung. Neben Brunhilde Schöttler engagieren sich sieben weitere Helfer: Helga Sparr, Helga Janneck, Inge Poley, Bärbel Böttcher, Lisa Schoenfeld, Jochen Tesch und Peter Schöttler. Sie sorgen dafür, dass die Interessen der älteren Bürger Schlutups auf das Beste vertreten werden. Unterstützend wirken eine zehn Damen starke Gruppe und eine elfköpfige Herrenriege bei der Organisation von Seniorentreffs, gemeinsamen Wochenenden, Kartenspielen, Themenabenden, Sommerfesten oder Reisen mit.

Senioren-Tanzkreise, Gymnastik-Kurse, Fahrradgruppen, Hobby-Holzwerkstatt oder Spielnachmittage wollen organisiert sein. Für die stets steigende Besucherzahl - allein im vergangenen Jahr waren es 4820 - zeichnete noch eine Seniorin verantwortlich. Als Frau der ersten Stunde wurde Olga Timpen geehrt, Die treue Awo-Anhängerin, die in wenigen Wochen 90 Jahre alt wird, fühlt sich ausgesprochen gut inmitten der viel jüngeren Mitstreiter.

Bevor die von der Schlutuper Männergruppe selbst gekochte Gulaschsuppe und die vielen selbst gebackenen Kuchen der Seniorinnen serviert wurden, gab es Dankesworte von Vertretern der beiden großen Bürgerschaftsfraktionen, Ingrid Schatz (CDU) und Pito Bernet (SPD) sowie Alfred Kops vom Lübecker Seniorenbeirat. Auch Jürgen Schreiber, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Schlutup sprach von „allerhöchster Anerkennung" und sagte weitere Unterstützung zu. Die Hansestadt Lübeck, aus deren Händen das Schlutuper Awo-Objekt gemietet ist, ließ durch Jürgen Luig, Abteilungsleiter des Bereiches Senioren, Grußworte und eine Zuwendung über 150 Euro überbringen. Brunhilde Schöttler freute sich über die Spende, noch mehr über Luigs Worte, der den Awo-Treff mit seiner Atmosphäre und dem Team als „tolle Einrichtung" bezeichnete.

  

LN 16.1.2004

Aktiv für Alte: „Slut up Stuv" besteht 30 Jahre

Am Sonntag feiert der Awo-Seniorentreff „Slut up Stuv" in Schlutup, Lauerweg 1, sein 30-jähriges Bestehen. Auf der Gästeliste stehen die Bürgerschaftsmitglieder Ingrid Schatz (CDU), Pito Bernet (SPD) und Michaela Blunk (FDP). Der Awo-Seniorentreff wird seit Beginn von Brunhilde Schöttler geleitet, die in 30 Jahren ehrenamtlicher Arbeit ein umfangreiches Angebot aufgebaut hat, das jährlich von über 5000 Gästen genutzt wird. Es gibt eine Gymnastikgruppe, einen Tanzkreis, eine Hobbyholzwerkstatt, eine Fahrradgruppe, eine Handarbeitsgruppe und einen Spielenachmittag. Neu ist ein Computertreff für Seniorinnen und Senioren in Schlutup. Die Ausstattung mit PCs und der Internetanschluss sind bereits vorhanden und das Interesse groß. Jetzt fehlt nur noch eine Person mit Computerkenntnissen, die Spaß daran hat, so eine Hobbygruppe ehrenamtlich zu leiten.

Insgesamt engagieren sich im Awo-Seniorentreff acht ehrenamtliche Kräfte und eine Männergruppe, die sich besonders auf die Organisation und Durchführung von Festen spezialisiert hat.