Presseberichte aus dem Jahr 2004 (Oktober - Dezember):           [ zurück ]  
LN vom 30.12.04: Diese Schilder müssen weg 
LN von 18.12.04: Schlutup freut sich über leisen Freitag 
LN vom 15.12.04: Die Blechlawine schrumpft 
SZ vom 07.12.04: Neues Gate am Terminal Schlutup eröffnet 
LN vom 07.12.04: Verkehrt herum durch Schlutup 
LN vom 30.11.04: LHG öffnet in Schlutup ein neues Tor in den Hafen 
WS vom 25.11.04: Schlutup feiert zehn Jahre Krümmling-Sporthalle 
LN vom 23.11.04: Schlutup: Zufahrt wird ab sofort kontrolliert 
LD vom 22.11.04: Zufahrt durch Schlutup wird jetzt kontrolliert 
LN vom 14.11.04: Schilda in Schlutup 
LN vom 11.11.04: Hoffnung für Umgehung Schlutup 
LN vom 10.11.04: Grenz-Geschichte wird erlebbar
LN vom 09.11.04: Grenzmuseum - Zeugnisse deutscher Geschichte 
LN vom 09.11.04: 2000 Gäste kamen zum Herbstmarkt  
WS vom 04.11.04: Grenzegeschichte(n) 
LN vom 06.10.04: Buch über alte Fischerhäuser 
     

  

  LN 30.12.2004 von mb

Selmsdorfs Bürgermeister Detlef Hitzigrat
erneuert seinen Einspruch:

„Diese Schilder müssen weg!"


Die Verkehrsdichte rechtfertige die Beschilderung seit der Freigabe der A 20 nicht mehr, sagt Selmsdorfs Bürgermeister. (Foto: LHG)   

 
 
17 000 Euro hat sich die Hansestadt Lübeck zwei Wechselverkehrszeichen kosten lassen, die den Durchgangsverkehr von Schlutup fern halten sollen. Seit Ende August sorgen sie dort nicht nur für Ruhe, sondern im benachbarten Selmsdorf auch für erheblichen Ärger - man fühlt sich vom großen Nachbarn ausgesperrt. Per Duldungsverfügung musste Landrat Erhard Bräunig die Gemeinde zwingen, das Lübecker Schild auf ihrem Territorium zu tolerieren. „Nichts wie weg damit", erneuert Bürgermeister Detlef Hitzigrat nun seine alte Forderung. Er pocht auf ein Versprechen: „Uns war zugesagt, dass diese Verkehrsregelung nur bis zur Freigabe der A 20 gilt." Das hieße für Lübeck, das auf einem überdimensionalen Schuldenberg sitzt, es hätte vier Monate Ruhe per Verkehrsschild ziemlich teuer bezahlt. Den Gemeindechef kümmert das wenig, man habe im vergeblichen Kampf gegen diese Beschilderung stets darauf verwiesen, dass die zuvor tatsächlich für Schlutup unerträgliche Belastung sich von selbst erledigen werde. Viele Pendler und auch Schwerlastverkehr hatten sich trotz Verkehrsberuhigung als Abkürzung und um Staus auf der B 104 zu umgehen durch Schlutup geschlängelt - inner
halb von fünf Stunden bis zu 2500.

Tatsächlich hat sich diese Plage seit dem 14. Dezember erledigt. Selmsdorf erneuert deshalb die Forderung nach freier Fahrt für freie Bürger - durch Schlutup inklusive. Denn selbst zu den erlaubten Zeiten ist der Verkehr mäßig, ergab eine nicht repräsentative Zählung der LN. Am Montag steuerten zwischen 9 und 10 Uhr nur 18 von der B 104 kommende Fahrzeuge Schlutup an, Laster waren nicht darunter.

 

LN 18.12.2004

A 20-Effekt: Schlutup freut sich über leisen Freitag

Jahrelang ging Freitag für Freitag nichts mehr in Schlutup. Die Straßen in und um den Stadtteil herum erstickten im Verkehr. Nach der Eröffnung der A 20 zwischen Lübeck-Genin und Schönberg ist der Verkehr in den vergangenen Tagen deutlich abgeebbt. Auch gestern war von dem üblichen Schlutuper Freitags-Chaos nichts zu sehen. „Es ist absolut nichts los. Es gibt keine Steigerung zu den vorherigen Wochentagen", meldete die Polizeistation Schlutup gestern Nachmittag. Jürgen Schreiber vom Gemeinnützigen Verein war bass erstaunt: „Dass es so ruhig hier wird, habe ich nicht erwartet. Einfach traumhaft." Ob es sich dabei tatsächlich nun schon um den Normalzustand handelt, müsse man jedoch abwarten. Momentan testen viele Pendler erst einmal die A 20 aus. „In ein, zwei Monaten wissen wir mehr", so Schreiber.

   

  LN 15.12.2004 von sep

A-20 eröffnet: Entlastung für das Nadelöhr Schlutup

Die Blechlawine schrumpft

Aufatmen in Schlutup: Seit 15 Jahren erstickte der einst abgelegene Lübecker Stadtteil unter einer Blechlawine. Der gesamte Verkehr von und nach Mecklenburg quälte sich mühsam über die Herrenbrücke und die B 104 durch Schlutup - an Spitzentagen bis zu 25 000 Fahrzeuge. Mit der südlichen Autobahnumgehung von Lübeck ist nun endlich eine lang ersehnte Alternative da.

„Besonders der Schwerlastverkehr wird sich, wenn er nicht unbedingt muss, die mühselige Fahrerei durch Wald und über enge Kreuzungen sparen", freute sich gestern Jürgen Schreiber. Doch der Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins macht sich nichts vor. „Wir werden entlastet, aber einen Grund eine Flasche Sekt aufzumachen, haben wir heute nicht. Einen Piccolo können wir uns aber gönnen", so der 58-Jährige. Laut Straßenbauamt können sich die Schlutuper langfristig auf eine Verkehrsreduzierung bis zu 30 Prozent einstellen. Auch bei der Polizei glaubt man an einen positiven Effekt durch den A-20-Lückenschluss. Schlutups Stationsleiter Ralf Mathias (43) will aber die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. „Schlutup wird kein Schlafdorf, und die Beschwerden der Anwohner werden bleiben", sagt der Polizeihauptkommissar. Die Kontrollen des Durchfahrtsverbots in Schlutup an den Wochenenden hätten gezeigt, dass viele Autofahrer einfach nur schwer belehrbar seien. Binnen acht Stunden wurden von der Polizei 358 Sünder gestoppt, die das Schild an der Mecklenburger Straße ignorierten. Nicht nur auswärtige Kraftfahrer wurden erwischt, auch Schlutuper waren dabei, die ein Verwarnungsgeld von jeweils 20 Euro zahlen mussten.

Mit einer echten Entlastung des etwa 6000 Einwohner zählenden Stadtteils rechnet Schreiber erst mit Vollendung der schon seit Jahren geplanten Umgehungsstraße. „Solange der letzte Kilometer nicht gebaut ist, bleibt die Ortsdurchfahrt weiter für die vielen Pendler attraktiv", so Schreiber, der ganz gespannt ist, wie sich die Situation in den nächsten Wochen in und um Schlutup entwickelt. Schreiber: „Wenn das große Freitags-Chaos ausbleibt, dann hat die A 20 uns schon etwas gebracht." sep

 

Ausgabe 357 vom 7.12.2004

Neues Gate am Terminal Schlutup eröffnet

Weltweit wichtigste Umschlagplätze für die schwedische Papierindustrie

Fast genau zehn Jahre nach seiner Eröffnung und ein Jahr nach der Inbetriebnahme der ersten Lagerhalle auf dem Erweiterungsgelände West wurde am Terminal Schlutup der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) jetzt eine weitere wichtige Baumaßnahme für die Zukunft des Terminals vollendet. Das neue Gate sorgt für bessere Abfertigung und entlastet Schlutup vom Schwerverkehr.


Durchschnitten das rote Band: v.l.:
Hans-Wolfgang Wiese (Bereichsleiter Wasser und Hafen, Hansestadt Lübeck),  Manfred Evers (Vorsitzender der Geschäftsführung LHG), Uwe Weyer (Geschäftsführer M-Real Logistics GmbH), Paul Posorske (Geschäftsführer SCA Interforest Terminal Lübeck GmbH), Bausenator Franz-Peter Boden und Karsten Brüning (Terminalleiter Schlutup)   (Foto: LHG)

 Bedeutende Entlastung

Lübecks Bausenator Franz-Peter Boden hat am 29. November, zusammen mit dem Vorsitzenden der LHG-Geschäftsführung, Manfred Evers, das komplett neu entstandene Gate des Terminals eröffnet. Die Ein- und Ausfahrt für Lkw wurde von der Fabrikstraße direkt an die Mecklenburger Straße und damit weiter an den Ortsrand von Schlutup verlegt. Dort entstanden außerdem neue großzügige Parkflächen für auf die Abfertigung wartende Lkw.

Boden: „Dies ist eine bedeutende Entlastung des Ortsteils Schlutup vom Schwerlastverkehr. Ich freue mich, dass damit die LHG und die Hansestadt Lübeck einen lange gehegten Wunsch der Schlutuper Bevölkerung erfüllen können"

Manfred Evers: „Mit der Inbetriebnahme des neuen Gates und der neuen Halle 33 hat sich das Terminal Schlutup auf die künftigen Anforderungen unserer Kunden eingestellt. Die Servicequalität wurde damit weiter verbessert und die Kapazität deutlich erhöht."

Die Kosten für die im Frühjahr dieses Jahres begonnene Baumaßnahme beliefen sich auf rund 2,3 Millionen Euro, zum einen für Infrastruktur (Flächenausbau, Gleisanbindung und Beleuchtung), zum anderen für die Suprastruktur (Abfertigungsgebäude). Die Infrastrukturmaßnahmen wurden vom Land Schleswig-Holstein im Rahmen des Regionalprogramms 2000 mit 40 Prozent gefördert.

14 Prozent Wachstum

Das Terminal Schlutup gehört zu den weltweit wichtigsten Umschlagplätzen für die schwedische Papierindustrie. In diesem Jahr kam noch eine Fährlinie ins finnische Turku hinzu, die überwiegend Trailer (Sattelauflieger) befördert.

Im Jahr 2003 wurden in Schlutup rund 1,1 Millionen Tonnen abgefertigt. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2004 wuchs der Umschlag um insgesamt 14 Prozent zum Vergleichszeitrum des Vorjahres. Von Januar bis einschließlich Oktober 2004 wurden in Schlutup 860.000 Tonnen Papier und Zellulose, knapp 4000 Lkw sowie jeweils knapp 2000 Container und Neufahrzeuge umgeschlagen. Die Entscheidung, das Terminal Schlutup zu bauen, fiel Ende der 80er Jahre. 1985 wurde das traditionsreiche Säge- und Hobelwerk Krages stillgelegt. 1987 fasste der Senat der Hansestadt Lübeck auf Wunsch der LHG den Beschluss, an diesem Standort eine Erweiterung des Vorwerker Hafens und des Konstinkais zu realisieren.

Nach zweijähriger Bauzeit und in intensiver Abstimmung mit den schwedischen Papierkunden wurde das Terminal 1994 fertig gestellt. Es umfasste zunächst rund 14 Hektar Grundfläche mit rund 54.000 Quadratmetern Hallenfläche Aufgrund der hohen Auslastung wurde dann 1999 von der LHG ein benachbartes Grundstück von ca. zehn Hektar Größe erworben. Nach einer aufwendigen Bodensanierung entstand dort im September 2003 für rund vier Millionen Euro die neue Halle 33, die inklusive Vordächer rund 13.000 Quadratmeter groß ist und über einen neuen Gleisanschluss verfügt. Mit dem neuen Gate sind nun insgesamt vier der zehn Hektar Erweiterungsfläche bebaut. Weitere Bauabschnitte erfolgen je nach Kunden-Anforderung und Marktentwicklung.

 

  LN 7.12.2004 von Josephine von Zastrow

Verkehrt herum durch Schlutup:
Polizei stoppt 358 Falschfahrer

Schlutup ist am Wochenende Einbahnstraße - aber niemand schert sich drum.
Am Sonntag und Montagmorgen hat die Polizei ernst gemacht und den östlichen Ortseingang kontrolliert. Das Resultat: 358 Verstöße in acht Stunden. Das Verbotsschild wurde ignoriert.

Eigentlich ist es nicht zu übersehen. Das rote Schild mit dem weißen Balken in der Mitte. Eigentlich weiß auch jeder, was das bedeutet. Eigentlich.

Aber so gut wie jeder Autofahrer missachtet dieses „Durchfahrt verboten" Schild  - an der Mecklenburger Straße, kurz bevor man in den Ortsteil Schlutup einbiegt. „Ich fahre hier schon immer lang", gibt Regina Steiner (45) aus Bad Segeberg unumwunden zu. Und ja, gewusst hat sie es - eigentlich - ja auch, dass sie hier nicht durchfahren darf.


Keine ruhige Minute hatten Polizeikommissar Holger Bellinskies (57) und seine Kollegen, als sie die Autofahrer kontrollierten.      (Foto: von Zastrow)

Steiner will nach Lübeck, dann auf die Autobahn nach Hamburg. Die Strecke durch den Ortsteil Schlutup sei eben kürzer als die Strecke über Umgehungsstraße und Wesloer Landstraße. Jetzt muss sie umdrehen und außen herumfahren. Und 20 Euro zahlen.

Steiner ist bei weitem nicht die einzige. Sie gehört der Mehrheit der Autofahrer an, die vor dem Schlutuper Grenzmuseum von Ralf Mathias (43), Leiter der Polizeistation Schlutup, und seinen Kollegen kontrolliert werden. Zu einer Aufwärm-Pause kommen die Beamten gar nicht. Unermüdlich ist der Verkehrsstrom, der sich durch den Ortskern Schlutups quälen will. Doch seit mehr als acht Wochen heißt es nachts zwischen 22 und 6 Uhr und am Wochenende: Stopp. Nicht einmal Anwohner dürfen dann diese Strecke nutzen. Darauf macht ein Wechselschild auf einer Verkehrsinsel am Ortseingang die Autofahrer aufmerksam - eigentlich. Doch kaum einer hält sich dran.

„Wir wollen durch die Kontrollen erkennen, woher die Autofahrer kommen, die sich nicht an das Verbotsschild halten, und welche Motivation sie haben", erklärt Mathias. Deshalb sprechen die Beamten auch mit jedem der Verkehrssünder eine Weile. „Aber ich bin doch Pizzafahrer . . ." .und „Was ist, wenn ich meine Oma besuchen will?" „Das habe ich gar nicht gewusst, ich dachte Anlieger dürfen hier durchfahren.. ." - solche und ähnliche Antworten geben die Autofahrer. Dennoch: Das Verwarnungsgeld von 20 Euro müssen alle zahlen.

„Sie haben als Verkehrsteilnehmer schon die Verpflichtung, auf die Schilder zu achten", erklärt Mathias dann auch. Viele reagieren mit Verständnis. Einige geben zu, dass sie abkürzen wollten. Manch' einer ist auch erbost, dreht seinen Wagen mit quietschenden Reifen um und braust wieder ab. Denn außen herum müssen alle Wagen fahren, die eigentlich die Strecke durch Schlutup nehmen wollten. Und an diesem Wochenende ist der Verkehr in Schlutup wirklich beruhigt.

Die Autos kommen aus Hamburg, Nordwestmecklenburg, Rostock, Lübeck. „Auch viele Schlutuper sind dabei", sagt Mathias. Dabei wollten die Schlutuper selbst, dass der Verkehr aus ihrem Stadtteil verschwindet. Seit nun mehr 15 Jahren, kämpfen sie dafür. Die Polizei hat mit dieser Aktion die Lübecker Stadtkasse um 7160 Euro aufgebessert.

Aber allein um das Bußgeld einzukassieren, stehen die Polizisten nicht in der Kälte. „Wir wollen mit der Aktion auch informieren", erklärt Mathias. „Denn die Leute fahren hier eigentlich in eine umgekehrte Einbahnstraße hinein."

 

  LN 30.11.2004 von Andreas Meyer

LHG öffnet in Schlutup ein neues Tor in den Hafen

Die Lübecker Hafengesellschaft investiert in die Zukunft: Für 2,3 Millionen Euro ließ sie eine neue, hochmoderne Zufahrt zum Terminal Schlutup bauen.

Fast 870 000 Tonnen Papier, 4000 Lastwagen und 2000 Container - und das alles zwischen Januar und Oktober: Das Terminal Schlutup der Lübecker Hafengesellschaft (LHG) ist seit Jahren auf Erfolgskurs. Allein in den ersten zehn Monaten 2004 verbuchte die viertgrößte Hafenanlage der Stadt einen Zuwachs von rund 14 Prozent. Damit der Umschlag auch in Zukunft weiter wachsen kann, setzen die LHG und die Stadt auf Investitionen. Gestern wurde offiziell das neue „Gate", die nagelneue Zufahrt zum Hafen, eröffnet. Durch die neue Ein- und Ausfahrt soll der Güter-Verkehr im Hafen Schlutup künftig schneller und unkomplizierter fließen.

Lübecks Bausenator Franz-Peter Boden, LHG-Geschäftsführer Manfred Evers und Terminalleiter Karsten Brüning durchschnitten gestern Mittag feierlich das rote Band und gaben das neue „Gate" für den Verkehr zum Hafen Schlutup frei.


Hans-Wolfgang Wiese, Manfred Evers, Uwe Weyer,
Paul Posorske, Franz-Peter Boden und Karsten Brüning durchtrennen das Band und geben die neue Zufahrt frei.


Edzard Dirks zeigt einen der Pieper, den jeder Brummi-Fahrer in der Wartezeit vorm Gate bekommt.    Fotos: A.Meyer

Insgesamt 2,3 Millionen Euro hat die Baumaßnahme gekostet. LHG, Stadt und Land haben sich daran beteiligt. Mittelpunkt das „Gates", das insgesamt zwei Hektar Fläche umfasst, ist das neue Abfertigungsgebäude des Terminals. Hier können bis zu 200 Lkw pro Tag abgefertigt werden. Vor der Zufahrt zum Hafen sind 45 Warteplätze für die Brummis entstanden. Bisher gab es am Schlutuper Hafen nur 15 Stellplätze. Lastwagen-Fahrer, die auf die Einfahrt warten müssen, können sich hier ausruhen. „Die Fahrer bekommen von uns einen Pieper", erklärt LHG-Mitarbeiter Edzard Dirks. Wenn die Fahrer an der Reihe sind, werden sie angeklingelt. Auf dem Display des Piepers erscheint dann auch die Information, zu welcher Halle und welchem Tor sie müssen. Jeder Fahrer, der seine Ladepapiere ordnungsgemäß ausgefüllt hat, bekommt eine Chipkarte. Nur mit diesem elektronischen Ausweis lassen sich die Schranken zum Terminal öffnen.

Durch das neue „Gate" habe die LHG den Grundstein für das weitere Wachstum des Schlutuper Hafens gelegt, so Geschäftsführer Manfred Evers: „Wir wollen immer das Beste für unsere Kunden. Mit der neuen Zufahrt haben wir den Service deutlich verbessert." Doch nicht nur der Hafen, sondern auch die Menschen in Schlutup sollen profitieren. „Lastwagen müssen nicht länger quer durch den Ort bis zur Fabrikstraße fahren, sondern können am Ortsrand direkt von der Mecklenburger Straße in den Hafen abbiegen", so LHG-Sprecher Rolf Klein. Bausenator Boden sprach von„ einem lang gehegten Wunsch, der endlich in Erfüllung geht".

Das Terminal in Schlutup wurde 1999 eröffnet. Mittlerweile zählt es zu den bedeutendsten Umschlagsplätzen für Papier aus Schweden.

 

  Ausgabe 48. Woche vom 25.11.2004 von RB

Schlutup feiert zehn Jahre
Krümmling-Sporthalle

Wenn irgendetwas zehn Jahre besteht, wird gerne daran erinnert und gefeiert. Das war auch in Schlutup am Sonnabend nicht anders. Dennoch galt es hier, nicht nur das Bestehen der Sporthalle Am Krümmling zu begehen, sondern auf eine Bürgerinitiative aufmerksam zu machen. Denn im Grunde ist dieser der Hallenbau zu verdanken. So jedenfalls stellte es Peter Biedermann, ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins für diese Sporthalle, bei einem Empfang in der Mensa der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schlutup vor der großen Sportgala dar. „Eigentlich waren es der SPD-Ortsverein Schlutup, der TSV Schlutup, der Gemeinschaftsverein, die Siedler und Kleingärtner und viele weitere Bürger des Stadtteils selbst, die das Thema Sporthalle seit 1984 so vorantrieben, dass die Politik daran nicht mehr vorbei kam", erinnerte Peter Biedermann im Kreise der Macher und deren Nachfolger wie unter anderem die Senatoren Anke Horn, Heinz Lund und Ulrich Meyenborg. Als am 1. Oktober 1993 die Schlüssel zur fertigen Halle übergeben wurden, war vielleicht schon das Drama um eine eigentlich ganz andere Planung der Verantwortlichen vergessen: die Entscheidung zu Gunsten Schlutups und zu Ungunsten der Dankwartsgrube. Als gebürtigem Schlutuper sind auch dem Vorsitzenden des Turn- und Sportbundes Lübeck Hans-Jürgen Sterly die damaligen Probleme um die endgültige Entscheidung in guter Erinnerung. Heute jedenfalls bestätigen die Schulleiter der Grund- und Hauptschule sowie der IGS, dass für den Schulsport die neue Halle nicht mehr wegzudenken ist. Manfred Schulz, Vorsitzender des TSV Schlutup, verwies sogar auf eine Steigerung der Mitgliederzahl von etwa 700 auf 1200 durch das Objekt. Eine nach wie vor „schöne" Halle, die es zu erhalten, aber auch zu verbessern gilt. So wird es eine neue Beschallungsanlage geben, die aus den Erlösen des traditionellen Hallen-Herbstmarktes finanziert wird. Ulrich Meyenborg lobte den Bürgersinn der Macher, die das Geld für die Halle erwirtschaftet haben.

Haben den Bau der Halle initiiert: Georg Schopenhauer, Leiter der IGS,
Marianne Böttcher, ehemalige Leiterin der Realschule Schlutup, die Senatoren a. D. Ulrich Meyenborg und Anke Horn, Brigitte Ziebell vom Förderverein und der damalige 1. Vorsitzende Peter Biedermann,     
Hans-Jürgen Sterly, Manfred Schulz, Friedrich Thorn vom Bereich Schule     
und Senator a. D. Heinz Lund (v.1.). 
(Foto: RB)

 

  LN 23.11.2004

Schlutup: Zufahrt wird ab sofort kontrolliert

Das Wechselverkehrszeichen vor dem östlichen Ortseingang Schlutups ist versetzt worden. Wie die Abteilung Verkehrsplanung des Bereichs Stadtplanung der Hansestadt Lübeck mitgeteilt hat, steht das Schild nun auf einer Verkehrsinsel in Schlutup und somit auf Lübecker Stadtgebiet. Damit fallen Verkehrsverstöße nun in die Zuständigkeit der Lübecker Polizei. Diese hat bereits angekündigt, das Durchfahrtsverbot künftig zu kontrollieren. So lange die Schilder auf Mecklenburger Gebiet standen, war die dortige Polizei zuständig. Diese hatte jedoch kein Interesse an der Kontrolle (die LN berichteten). Der Regelung zufolge gilt von 22 bis 6 Uhr ein Zufahrtsverbot für den allgemeinen Verkehr. Von Montag bis Sonnabend zwischen 6 und 22 Uhr dürfen nur Anlieger, Linienverkehr, Taxen und der Radverkehr von Selmsdorf kommend nach Schlutup einfahren. Viele Verkehrsteilnehmer hatten die Regelung schlicht ignoriert. So belegen Verkehrserhebungen der Hansestadt allein in der Zeit von 4 bis 6 Uhr über 550 Verkehrsverstöße.

 

LÜBECK-DIREKT erste Email-Zeitung in Lübeck  
Ausgabe 46 - Montag, den 22.November 2004      

ZUFAHRT DURCH SCHLUTUP WIRD JETZT KONTROLLIERT
.Jetzt kann die Lübecker Polizei die Verkehrsbeschränkungen auch ahnden. Wie die Hansestadt Lübeck mitgeteilt hat, steht das Schild seit vergangenen Freitag auf einer Verkehrsmittelinsel in Schlutup und somit auf Lübecker Stadtgebiet. Damit fallen Verkehrsverstöße in die Zuständigkeit der Polizei Schleswig-Holsteins beziehungsweise Lübecks, die angekündigt hat, das Durchfahrtsverbot künftig zu kontrollieren. Die seit dem 30. August 2004 geltende Regelung des nächtlichen (22 bis 6 Uhr) Zufahrtsverbotes für den allgemeinen Kfz-Verkehr (von Montag bis Sonnabend zwischen 6 und 22 Uhr dürfen nur Anlieger, Linienverkehr, Taxen und Radverkehr von Selmsdorf kommend nach Schlutup einfahren), ist von vielen Verkehrsteilnehmern schlichtweg nicht beachtet worden. Da die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern diese Missachtungen des Verkehrsverbotes nicht kontrolliert, sah sich die Hansestadt Lübeck gezwungen, das Wechselverkehrszeichen an die Ortsgrenze auf städtisches Gebiet zu versetzen. Mit den Mitgliedern des Arbeitskreises "Verkehrsberuhigung Schlutup" ist das Aufstellen der zusätzlichen Schilder am 4. Oktober 2004 gemeinsam diskutiert worden. Der Arbeitskreis begrüßte die Maßnahme einhellig.

 

  LN 14./15.11.2004 von Sebastian Prey

Schilda in Schlutup: Schilder stehen falsch

Jahrelang haben die Schlutuper auf die Durchfahrt-Verbotsschilder gewartet. Seit Ende August sind die Wechselschilder aufgestellt, aber verkehrsberuhigend wirken sie nicht. Anwohner Thomas Syring (44) hat nachgezählt. „Trotz Verbots sind binnen einer Viertelstunde 95 Autos hier durchgefahren. Das Ergebnis ist eine Katastrophe", sagt der Energieanlagenelektroniker verärgert. Auch bei der Polizei sind die Verstöße durchaus bekannt, aber eine Möglichkeit, die Sünder zur Kasse zu bitten, hat sie nicht. Grund: Die knapp 17 000 Euro teuren Verbotsschilder stehen Schlichtweg an der falschen Stelle.

Polizei-Sprecher Frank Doblinski: „Die Schilder stehen auf Mecklenburger Gebiet. Die Ordnungswidrigkeit wird also nicht bei uns begangen. Wir haben somit keine direkte rechtliche Handhabe. Kontrollen würden praktisch ins Leere gehen." Der Verstoß könne zwar von den lübschen Ordnungshütern zur Anzeige gebracht werden, aber für die Verfolgung der Ordnungswidrigkeit sei dann Schwerin zuständig. Da zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein kein Verwaltungsabkommen besteht, ist die Verfolgung der Ordnungswidrigkeit ein enormer formaler Akt, an dessen Umsetzung die Schweriner auch wenig Interesse haben. Schließlich müssten die Sünder in die Lübecker Stadtkasse einzahlen. „Dieses Problem haben wir einfach nicht berücksichtigt", räumt Hans-Walter Fechtel vom Bereich Verkehrsplanung ein. So werden in Kürze zu den bisherigen Wechselschildern auch auf Lübecker Stadtgebiet entsprechende Schilder platziert, um auch eine effektive Überwachung durch die hiesige Polizei zu ermöglichen. Anwohner Syring kann über so einen Fehler nur fassungslos den Kopf schütteln. „Da wird jahrelang über die Beschilderung diskutiert, und die Verwaltung schafft es nicht, ein Schild an der richtige Stelle zu platzieren", sagt Syring erbost.

Doblinski verspricht: „ Sobald die neue Beschilderung steht, werden wir auch kontrollieren." Schließlich habe die Erfahrung ja nun gezeigt, dass Schilder allein den Durchgangsverkehr in Schlutup nicht stoppen können. Lediglich von Montag bis Sonnabend ist die Zufahrt von jeweils 6 bis 22 Uhr für Anlieger, Linien-, Taxen- und Radverkehr frei. In der übrigen Zeit ist die Zufahrt für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.

 

  LN 11.11.2004 von dor

Hoffnung für Umgehung Schlutup

Seit 15 Jahren warten die Schlutuper auf ihre Ortsumgehung. Jetzt gibt es wieder Hoffnung, dass die zwei Kilometer lange Straße gebaut wird. Das Kieler Verkehrsministerium erwartet im März 2005 den Planfeststellungsbeschluss. „Aus heutiger Sicht ist ein Baubeginn ab Herbst 2005 vorstellbar", heißt es in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Jutta Scheicht. „Für die Bauzeit sind etwa zwei Jahre anzusetzen." Die Kosten von 6,5 Millionen Euro würden ausschließlich vom Bund getragen, schreibt das Ministerium.

 

  LN 10.11.2004 von sep

Grenz-Geschichte wird erlebbar


Auf Spurensuche: die ehemaligen Zoll-Kollegen in Schlutup Friedrich-Wilhelm Tegler (82, v. I.), Erich Kossak (80) und Horst Nawroth (82).  (Foto: CHR. SILZ)

Lange haben sie darauf warten und kämpfen müssen. Auf den Tag genau 15 Jahre nach dem Mauerfall eröffneten gestern die 35 Mitglieder des Fördervereins um Christa Gieseler und Ingrid Schatz mit über 100 Gästen ihr „Grenzdokumentations-Zentrum" in Schlutup. Gekommen waren unter anderem der stellvertretende Landrat Nordwestmecklenburgs, Gerhard Rappen, Mäzenin Lisa Dräger sowie viele ehemalige Zoll- und Grenzschutzbeamte, die sich sofort in der kleinen Grenzstation auf Spurensuche begaben.

In seiner Festrede bedankte sich Stadtpräsident Peter Sünnenwold bei den Machern des Dokumentationszentrums. „Gedenken heißt genau hinsehen und nachdenken, wie war das damals und vor allem warum. Dieses Nachdenken kann uns zum vorausschauenden Denken bewegen", so Sünnenwold. Er erinnerte zudem an die bewegenden Momente nach der Grenzöffnung, die man nicht vergesse. „Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke", sagte Sünnenwold, der zu mehr Solidarität zwischen Ost und West aufrief, denn die innerdeutsche Solidarität sei keine Einbahnstraße. „Die deutsche Einheit ist ein gemeinsames Werk", so Sünnenwold, der das neue Dokumentationszentrum als „steinernen Zeugen einer bewegenden Zeit" bezeichnete. Die CDU-Bundestagsabgeordnete und Förderin des Grenzmuseums Anke Eymer betonte in ihrem Grußwort: „ Dieser historische Ort ist unverzichtbar für unser Wissen um uns selbst, für unsere deutsche Identität und für das, was wir auch zukünftigen Generationen über uns berichten können." Der 9. November sei ein historischer Schicksalstag der deutschen Geschichte - im Positiven und im Negativen, erklärte Eymer und erinnerte an das Jahr 1918 (Ausrufung der ersten deutschen Republik) sowie an die Pogromnacht 1938, ein verhängnisvolles Verbrechen gegen die Juden in Deutschland und an die Grenzöffnung 1989. „Dieses frühere Zollabfertigungsgebäude hält Erinnerungen wach und macht Geschichte erlebbar", sagte Eymer.

Das Museum befindet sich an der Mecklenburger Straße 12 und ist montags bis freitags von 15 bis 18, am Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

 

  LN 9.11.2004 von Rüdiger Jacob

15 Jahre danach öffnet Lübecks Grenzmuseum

Das ehemalige Zollhaus Lübeck-Schlutup ist von heute an ein Grenzmuseum. Auf den Tag genau 15 Jahre nach der Maueröffnung wird am früheren Übergang zur DDR Schleswig-Holsteins erstes „Grenzdokumentationszentrum" eröffnet. Gezeigt werden Fotos, Bücher, Uniformen, Pässe und Karten sowie die Zelle, in der DDR-Flüchtlinge wegen möglicher Spionage-Tätigkeit verhört wurden.. Getragen wird das neue Grenz-Zentrum von einem privaten Förderverein. Die Stadt Lübeck stellt das ehemalige Zollgebäude zur Verfügung und zahlt die Nebenkosten. Das Angebot soll vor allem Jugendliche ansprechen.

Feierliche Einweihung des Grenzdokumentations-Zentrums in Schlutup

Zeugnisse deutscher Geschichte


Schön ist das barackenartige, lange Gebäude an der Mecklenburger Straße nicht gerade, in dessen linkem Teil sich das neue Grenz-Museum befindet.

Heute vor 15 Jahren fiel die innerdeutsche Grenze. Und so wird heute in Schlutup das Grenzmuseum eröffnet.

Ein großer Tag für Christa Gieseler, Vorsitzende des „Grenz- und Fördervereins Schlutup e.V." Das Museum soll an ein Stück deutsch-deutscher Geschichte erinnern. Das barackenartige, lang gestreckte Gebäude beherbergt neben dem neuen Dokumentationszentrum auch den Awo-Jugendtreff „Zoll-Haus".

Zur Feierstunde angesagt haben sich Lübecks Stadtpräsident Peter Sünnenwold, die CDU-Bundestagsabgeordnete Anke Eymer als Schirmherrin des Projektes, Politiker und Vertreter des Bundesgrenzschutzes.

Zu sehen sind Fotodokumentationen, Uniformen, Dienstgradabzeichen, selbst die seinerzeit üblichen Zellen können Besucher anschauen. Eine der beiden Zellen hat Ingrid Schatz, Vorstandsmitglied des Fördervereins, vorerst in Beschlag genommen. Wo einst Menschen einsitzen mussten, werden vorübergehend Spielutensilien gesammelt, die allerdings fürs Museum gebraucht werden. „Um die Erinnerungen wach zu halten", bastelt Ingrid Schatz mit Jugendlichen und spricht mit ihnen über die deutsch-deutsche Geschichte.

„Einfach war es nicht", sagt Christa Gieseler und erinnert sich an die ersten Planungen. Obwohl viele Politiker Interesse geäußert hatten und die Lübecker Bürgerschaft das Projekt absegnete, gab es nach Auskunft von Christa Gieseler zunächst „wenig Unterstützung".

Umfangreiche Instandhaltungsarbeiten waren zu organisieren, die Räumlichkeiten hatten jahrelang leer gestanden und viele Spuren von Vandalismusschäden hinterließen deutliche Spuren.

Der gerade mal 35 Köpfe zählende Förderverein hat keine öffentlichen Subventionen erhalten. „Wir haben alles über Spenden und Beiträge finanziert - und selbst Hand angelegt", sagt Ingrid Schatz nicht ohne Stolz. Die ehemalige Schlutuper CDU-Ortsvereinsvorsitzende will jetzt alle Schulen anschreiben, um das Interesse an der Einrichtung zu wecken. Obwohl das Museum offiziell erst heute seine Türen öffnet, hat das Projekt schon Kreise gezogen. „Wir stehen mit Kreuzfahrt-Unternehmen in Verbindung", sagt Schatz. Besonders die Amerikaner interessierten sich für einen Besuch in Schlutup. Auch Franzosen und Engländer zeigten „großes Interesse".

Das Museum befindet sich an der Mecklenburger Straße 12 und ist montags bis freitags von 15 bis 18, am Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Vom NDR wird es eine Live-Schaltung geben. Die Sendung zum Fall der Mauer wird heute zwischen 18.15 und 18.45 Uhr im NDR ausgestrahlt.


Christa Gieseler, die Vorsitzende des
Fördervereins, zeigt auf eine der vielen
Fotodokumentationen im neuen
Schlutuper Grenzmuseum.

Zum Foto rechts:Lebensgroße Puppen, die die Uniformen der früheren DDR-Grenzbeamten tragen, mahnen die Besucher am Eingang des Museums.

 

  LN 9.11.2004 von jac

53 Aussteller zeigten ihre Arbeiten -
Schirmherr Björn Engholm kaufte Holzwagen für den Enkel

2000 Gäste kamen
zum Herbstmarkt


Verkaufte Schirmherr Björn Engholm (rechts)  eine Flasche Benedectiner: Ingeburg Hörnemann. Hinten der SPD-Ortsverbands-Vorsitzende Harald Quirder (links) und Wolfgang Baasch.     (Foto: JACOB)

„Schlutup ist Lübecks zweitschönste Tochter." Mit diesem dicken Kompliment eröffnete Ex-Ministerpräsident und Schirmherr Björn Engholm den traditionellen Herbstmarkt des Schlutuper SPD-Ortsverbandes in der Sporthalle am Krümmling. Er kam als Schirmherr, lobte das, so Engholm, mitunter auch „Rollmops-Hausen" genannte „wunderschöne Fischerdorf" als einen der ersten Stadtteile Lübecks. Anschließend kaufte Engholm Pfefferöl, eine Flasche Benedectiner Magenbitter und einen Spielzeug-Holzwagen für den kleinen Enkel.

Ortsvereins-Vorsitzender Harald Quirder und sein langjähriger Vorgänger und Mitorganisator des Marktes, Peter Biedermann, konnten zufrieden sein. Rund 2000 Markt-Besucher erfreuten sich an zahlreichen Aktionen und den Ständen von 53 Ausstellern an kleinen Basteleien aus Nussschalen, Glasmosaiken, Lernspielzeug, pfiffigen Gestecken auf Dachziegeln, Puppenkleidern, Trockensträußen, Kuscheltieren, Friesenbäumen, Keramikarbeiten, schwedischen Weihnachtswichteln und vielem mehr. Hungern musste niemand. Es gab Kaffee und Kuchen, Bratwurst, Erbsensuppe, Leberkäse und Punsch. Dieses wärmende Getränk wählte neben Björn Engholm, der mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Baasch an der Seite den Markt beschritt, auch Inge Poley. Die „zugereiste" Schlutuperin lobte das „tolle Angebot" und erstand für einen Euro ein Glas Schlehen-Konfitüre.

Tolle Aktionen gab es von der Percussion-AG der IGS, der Kinderturngruppe, dem Kinderballett und dem Video-Club-Dancing, einer Spaßaerobic vom TSV Schlutup und einer Kindergruppe der „Kung Fu Academy" Schlutup.

Der Erlös des abwechslungsreichen Marktes soll dem TSV Schlutup zugute kommen.

 

  Ausgabe 45. Woche vom 4.11.2004 von ASt

     Grenzegeschichte(n)

   Grenzdokumentationszentrum eröffnet in Schlutup

Am 9. November ist es auf den Tag genau 15 Jahre her, dass die DDR-Grenze fiel. Heute erinnert nur noch wenig an die innerdeutsche Grenze, die bis Oktober 1990 direkt am Lübecker Stadtgebiet verlief. Als stummer Zeuge der bewegenden Wendezeit ist das ehemalige Zollgrenzgebäude in Schlutup erhalten geblieben - passend zum Jahrestag eröffnet hier nun ein Grenzdokumentationszentrum.

„Das hat eine Menge Arbeit gekostet", sagt Christa Gieseler und muss kräftig durchatmen. Zwei große Räume und das Foyer mussten renoviert, Wände versetzt und eine komplette Ausstellung konzipiert werden. Heraus kam das Grenzdokumentationszentrum im Zollhaus der ehemaligen Grenzübergangsstelle Schlutup. Und alles gelang in rekordverdächtiger Zeit: „Seit vergangenen August haben wir hier fleißig gewerkelt", sagt die Vorsitzende des Fördervereins Grenz- und Schlutup-Museum. Liebevoll wurden Exponate wie Grenzschilder, Uniformen, und viele zeitgenössische Fotos zu einer sehenswerten Ausstellung zusammengebracht. „Ohne die zahlreichen Sachspender wäre das gar nicht möglich gewesen", blickt die gebürtige Schlutuperin zurück, die sich heute noch lebhaft an die endlosen Trabi- und Wartburgschlangen im Ort erinnert.

Es ist fast genau 15 Jahre her, dass die deutsch-
deutsche Grenze fiel. Jetzt soll eine Daueraus-
stellung an die Teilung Deutschlands erinnern.
Am 9. November öffnen sie die Pforten des
Grenzdokumentationszentrums im ehemaligen
Zollgrenzgebäude in Schlutup. Das ist auch dem
Engagement von Christa Gieseler (links)
und Ingrid Schatz zu verdanken.

Erinnerungen an die Trennung zwischen Ost
und West. Christa Gieseler (links) und
Ingrid Schatz am Gedenkstein gegenüber
dem alten Zollhaus.

Der Weg von der Idee bis zu einem Museum war mit Steinen gepflastert, die Nutzung des geschichtsträchtigen Gebäudes durch den Förderverein wurde schließlich im November 2003 von der Bürgerschaft abgesegnet, jedoch an die Jugendarbeit gekoppelt, denn das Zollhaus beherbergt seit längerem schon einen Jugendtreff. Dieser konnte das komplette Gebäude jedoch nie ganz nutzen, die leer stehenden Räume wurden daher jetzt zum Grenzmuseum.

Kindern und Jugendlichen sowie interessierten Erwachsenen die deutsche Teilung und das unmenschliche DDR-Grenzregime nahe zubringen, ist das Anliegen des Fördervereins. „Viele Kinder wissen gar nicht mehr, wo und was die innerdeutsche Grenze war", sagt Ingrid Schatz. Die ehemalige Schlutuper CDU-Ortsvorsitzende engagiert sich von Beginn an für das Projekt, dessen Finanzierung ausschließlich über Spenden und die Beiträge der 35 Mitglieder erfolgt. „Es ist eine Freude zu sehen, wenn Kinder und Jugendliche Interesse an Lübecks Geschichte finden. Und die Grenze ist ein Teil davon", sagt die Lübeckerin. Jetzt freut sie sich auf die ersten Besuchergruppen, denen sie in der Ausstellung und am erhalten gebliebenen Kolonnenweg die Grenzgeschichte näher bringen möchte.

Neben der Grenzausstellung der Bundesgrenzschutzschule in St. Hubertus, die ebenfalls Exponate zum Dokumentationszentrum beisteuerte, erhält Lübeck somit nun ein weiteres Grenzmuseum. Zur feierlichen Eröffnung am 9. November sind über 300 Gäste geladen, die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernahm die Bundestagsabgeordnete Anke Eymer, Stadtpräsident Peter Sünnenwold hält die Festansprache. Christa Gieseler hofft auf weitere interessierte Lübecker und Mecklenburger, um gemeinsam auch den 15. Jahrestag der Grenzöffnung zu feiern. „Gastronomie und einen Spielmannszug können wir auch bieten", schwärmt die Vereinsvorsitzende. Möchten Sie auch auf Tuchfühlung mit der Geschichte gehen? Gelegenheit dazu gibt's am 9. November ab 17 Uhr rund um das ehemalige Zollhaus in der Mecklenburger Straße 12.

 

  LN 6.10.2004 von flo

Buch über alte Fischerhäuser

Erst Windmühlen und jetzt Fischerhäuser: Horst P.Schwanke hat sich in seinem ersten Buch mit den Schlutuper Windmühlen beschäftigt. Sein neues Buch, „Das Haus der Fischer", dreht sich um alte Schlutuper Fischerhäuser. „Es sind nur noch sehr wenige von ihnen erhalten", erzählte der Hobby-Historiker jetzt bei der Vorstellung seines Werkes in der „Alten Schule" in Schlutup. Vor gut 40 geladenen Gästen bedankte er sich für die „grandiose Unterstützung", die er bei der Recherche für das Buch von so vielen Seiten erfahren habe. Unter den Sponsoren war unter anderem die Possehl-Stiftung,. „Den Heimatgedanken zu fördern und auch bei jungen Leuten zu festigen, ist der Stiftung ein zentrales Anliegen", so Helmut Wischmeyer vom Vorstand. Praktischer Bürgersinn und Hilfe zur Selbsthilfe unterstütze die Stiftung immer gerne.

Das Buch kostet zwölf Euro und ist bei Weiland, der Deutschen Bank-Filiale in Schlutup, dem Schreibwarengeschäft Strehl in Schlutup und dem gemeinnützigen Verein in Schlutup erhältlich. Der Erlös des Buchverkaufs kommt dem gemeinnützigen Verein Schlutup zugute.