Presseberichte aus dem Jahr 2005 (Okt - Dez):            [ zurück ]  
LN vom 10.12.05: Austermann: Baubeginn für Ortsumgehung in 2005 
LN vom 27.11.05: Schlutuper drängen auf Umgehung 
LN vom 17.11.05: Streit um Schlutups Kleingärten
WS vom 10.11.05: Die Natur kommt zurück 
Eigen vom 08.11.05: Rückblick Schlutuper Herbstmarkt 
LN vom 08.11.05: Schlutuper Herbstmarkt lockt 3000 Besucher an 
LN vom 02.11.05: Multimedia-Projekt begeistert Schüler und Lehrer an Schlutups Gesamtschule
Eigen vom 03.10.05: Herbstfest am Grenzmuseum 
 

 

LN 10.12.05 von dor

Austermann: Baubeginn
für Ortsumgehung in 2005

Frohe Kunde für die jahrelang vertrösteten Schlutuper: Mit dem Bau des zweiten Abschnitts der Ortsumgehung soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Das kündigte der Kieler Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) gestern an. Mit dem Planfeststellungsbeschluss und dem Baubeginn für die drei Kilometer lange Umgehung sei noch in diesem Monat zu rechnen, sagte Austermann gestern in Kiel. Die Schlutuper Verbände und Bürger hatten im November erneut Druck gemacht, damit 15 Jahre nach der Wiedervereinigung die Ausweichstrecke endlich fertig gebaut würde. Zugleich hatte die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm gewarnt, dass die Bundesmittel verfallen könnten, wenn jetzt nicht gebaut würde. Der Bund finanziert die sieben Millionen Euro teure Baumaßnahme. Seit Fertigstellung der A 20 hat sich der Verkehr um Schlutup mehr als halbiert. Die Verbände bestehen trotzdem auf der Ortsumgehung.

 

LN 27./28.11.05 von Kai Dordowsky

Jetzt oder nie: Schlutuper
drängen auf Umgehung

15 Jahre nach der Einheit rückt die Vollendung der Orts-Umgehung von Schlutup in greifbare Nähe. Ende November liegt der Planfeststellungs-Beschluss für das zweite Teilstück vor. Höchste Zeit: Wenn in diesem Jahr nichts passiert, drohen die Gelder zu verfallen.

Ich glaube es erst, wenn man auf der Straße fahren kann." Jürgen Schreiber, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Schlutup, ist immer noch ein bisschen skeptisch, wenn es um die Ortsumgehung Schlutup, zweiter Bauabschnitt, geht. Das drei Kilometer lange Teilstück von der Wesloer Landstraße zur Mecklenburger Straße ist seit der Wiedervereinigung im Gespräch. Jahr für Jahr hat der Arbeitskreis Verkehrsberuhigung, dem neben dem Gemeinnützigen Verein auch die großen Parteien, der Siedlerbund, der Sportverein und die Feuerwehr angehören, an Bund und Land geschrieben und den Weiterbau der Umgehung gefordert.

Anfang November haben die Schlutuper das letzte Mal Briefe verschickt. „Die Situation hat sich in Schlutup durch die Freigabe der A 20 verbessert", heißt es in dem Schreiben, „es wäre aber geradezu unverantwortlich, die Vollendung der halbfertigen Ortsumgehung jetzt in Frage zu stellen. Der rasante Ausbau des Schlutuper Hafens erfordert eine gute verkehrstechnische Anbindung, die nur durch die endgültige Ortsumgehung gewährleistet ist. Anderenfalls wird ein großer Teil des Hafenverkehrs die Ortsdurchfahrt belasten. "

Die Schlutuper befürchten, dass jemand in Berlin auf den Gedanken kommen könnte, die sieben Million Euro einzusparen. Denn durch die Freigabe der A 20 hat sich der Verkehr auf der B 104 nahezu halbiert - von 23 000 Fahrzeugen täglich auf 12 000. „Der Verkehr nimmt aber schon wieder zu", berichtet Ingrid Schatz (CDU), Bürgerschaftsmitglied und Schlutuper Abgeordnete. Neueste Zählungen hätten das ergeben. Außerdem habe der Lauerholz-Forst „Ruhe verdient". Wird die Ortsumgehung vollendet, kann die jetzige Strecke durch den Wald stillgelegt werden. Schatz: „Es muss in diesem Jahr etwas passieren, sonst ist das Geld futsch." Diese Gefahr sieht auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm: „Ich halte es für möglich, dass bei einer weiteren Verzögerung die Mittel anderweitig eingesetzt werden." Hiller-Ohm macht deshalb in einem Brief an das Land Druck. Der frühere Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) habe für Frühjahr 2005 einen Planfeststellungsbeschluss angekündigt. Der Termin sei nicht gehalten worden, so die Abgeordnete: „Die Verzögerungstaktik setzt sich fort."

Vor kurzem aber hat es bei einer Sitzung in der Stadtverwaltung den Durchbruch gegeben. Umweltverbände hatten Änderungen bei den Ausgleichsflächen verlangt, ein Kompromiss wurde gefunden. Ende November wird die zuständige Landesbehörde den lang ersehnten Planfeststellungsbeschluss für die Umgehung vorlegen. Ob noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen wird, kann das Kieler Verkehrsministerium nicht beantworten. Gegen den Planfeststellungsbeschluss können Betroffene klagen. Außerdem hängt die Maßnahmen davon ab, „wie schnell die Mittel vom Bund fließen", erklärt ein Sprecher.


Gähnende Leere auf dem Wesloer Weg:
Seit der Öffnung der A 20 hat sich Verkehr
auf der Strecke gen Osten mehr als halbiert.
Trotzdem bestehen die Schlutuper auf den
zweiten Teil ihrer Ortsumgehung.
Denn der Verkehr im Ort nehme bereits
wieder zu, hätten neueste Zählungen ergeben,
sagen die Schlutuper.                   
 
                                 Foto: Maxwitat

 

LN 17.11.05 von Sven Wehde

Verwahrlost und verwaist:
Streit um Schlutups Kleingärten

Ein Teil der Parzellen des Kleingartenvereins Schlutup sollte ein Gewerbegebiet werden. Daraus wurde nichts. Jetzt verwahrlosen die Gärten. Denn niemand will sie mehr haben.

Die Äpfel faulen vor sich hin. Gestrüpp wuchert durch gesplitterte Fensterscheiben und Brombeersträuche begraben leere Flaschen unter sich. Die Kleingärten an der Speckmoorstraße in Schlutup verwahrlosen. Der Vorsitzende des Kleingartenvereins, Klaus Flindt, blickt fassungslos in eine zerfallene Laube. „Wo kommt das denn schon wieder her?", fragt er und weiß doch, dass er keine Antwort bekommt. Irgendjemand hat einen alten Einkaufswagen und eine Autobatterie in dem verlassenen Garten entsorgt.

Im Jahr 2000 beanspruchte die Firma Hohmann Immobilien, von der die Kleingärtner das Schlutuper Gelände gepachtet haben, 27 der insgesamt rund 150 Parzellen des Vereins zurück, so Flindt. In absehbarer Zeit wollte das Unternehmen dort ein kleines Gewerbegebiet schaffen. Schweren Herzens überließen die Gärtner ihre kleinen Oasen der Natur. „Einige haben sich andere Gärten gesucht und die älteren haben aufgegeben", berichtet Flindt. Doch dann sei einfach nichts mehr passiert. Es sind keine Bagger gekommen.

Der Kleingartenverein blieb auf den nun leer stehenden Gärten sitzen, muss dort weiter für Ordnung sorgen und auch immer noch die gleiche Pacht bezahlen. „Nur haben wir weniger Einnahmen, denn niemand will mehr die Gärten, da keiner weiß, ob sie nicht dann vielleicht in wenigen Monaten doch abgerissen werden", so Flindt. Nun werden dort keine Gemüsebeete mehr gehegt und Blumen gepflegt. Dafür laden Unbekannte dort ihren Müll ab und Jugendliche feiern Partys. „Die haben in einer verlassenen Laube sogar schon ein Feuer gemacht", berichtet Flindt. Sein Verein macht nicht nur finanzielle Verluste, auch das Ansehen leidet. Denn bei den Betroffenen Gärten handelt es sich genau um die, die zur Straße hin gelegen sind. Die liebevoll gepflegten Gärten dahinter sieht man aber auf den ersten Blick nicht. Viele „Neugärtner" schreckt das ab.

Der Chef von Hohmann-Immobilien äußert sich nicht zu den Vorwürfen. Siegfried Hohmann war trotz mehrmaliger Versuche nicht zu erreichen. Die Kleingärtner wollen nicht länger warten. „Wir werden für diese Gebiete jetzt einfach keine Pacht mehr bezahlen", kündigt Flindt an. Außerdem hofft er, dass Hohmann die Fläche endlich räumt, egal ob dort nur ein Gewerbegebiet hinkommt oder nicht.

Wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, sind die Karten der Kleingärtner aber nicht die besten. Es gibt keine schriftliche Kündigung. Sie haben die Gärten in vorauseilendem Gehorsam geräumt. Aber es gibt das Protokoll eines Treffens mit Hohmann aus dem Jahr 2000. „Herr Hohmann erklärt, dass Herr Bruckner (Anm. d. Red.: ehemaliger Mitarbeiter der Stadtplanung der Hansestadt Lübeck) einen B-Plan erstellen wird, der vorsieht, dass die erste Hälfte der Anlage in circa drei Jahren geräumt sein muss", liest Flindt vor. Das belegt ihre Darstellung.

Der Lübecker Rechtsanwalt und Experte für Miet- und Pachtrecht, Philip Schneider: „Man müsste es genau überprüfen, aber es gibt eventuell auch die Chance, dass die zu viel gezahlte Pacht vergangener Jahre zurückgefordert werden kann." Der Verfall der Kleingärten kann damit aber nicht gestoppt werden. Es gibt wohl keine Möglichkeit, eine Räumung zu erzwingen. „Als Eigentümer kann Herr Hohmann natürlich mit seinem Grundstück machen, was er will", so Schneider.

Die Stadt Lübeck weiß übrigens nichts von einem geplanten Gewerbegebiet. „Dort ist kein Gewerbegebiet vorgesehen. Und ich sehe auch keinen Bedarf", so Annekatrin Lorenzen vom Bereich Stadtplanung der Hansestadt. Also bleibt es vielleicht doch bei dem Gartengelände. Doch ob dort jemals wieder Blumen blühen, bleibt offen.

Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Schlutup,
Klaus Flindt, findet immer wieder wilde Müllkippen in
den verlassenen Gärten. (Fotos: Wehde)
Früher war hier alles gepflegt.
Doch seit mehreren Jahren verfallen 27 Gärten
an der Schutuper Speckmoorstraße

 

Ausgabe 45. Woche vom 10.11.2005 von OP

Bedrohlich: Bäume in Schlutup sind
seit Jahren nicht beschnitten worden

   Die Natur kommt zurück

Chaos in der Schlutuper Konradstraße. Eine Reihe mit riesigen Pappeln verdunkelt die Straße am Rande der Stadt und sorgt dafür, dass ein Spaziergang dort eine nicht ganz ungefährliche Sache ist. „Hier sind schon Äste runtergekommen, die so dick wie ein Arm waren", erinnert sich Hans-Werner Hebisch, der in der Konradstraße wohnt. Seit 19 Jahren, sagt der Anwohner, seien die Bäume nicht mehr beschnitten worden.


Zu den Fotos (Fotos: OP):     
Hans-Werner Hebisch ärgert     
sich über den Wildwuchs     
in der Schlutuper Konradstraße.     
Die riesigen Pappeln sind seit     
Jahren nicht beschnitten worden,     
armdicke Äste drohen     
herunterzufallen.

Kurz vor Ostern erreicht den Wochenspiegel Hans-Werner Hebischs Hilferuf: „Das müssen Sie sich wirklich mal angucken." Beim vor Ort Termin wird klar, dass die Natur sich in der Konradstraße bereits Raum zurückerobert hat. Der Kantstein ist längst unter Erdschichten verschwunden, Wildwuchs hat den Bereich zwischen Straßen und angrenzenden Bahnschienen in einen kleinen Wald verwandelt, schwere Äste neigen sich bedrohlich.

„Ich versuche seit Jahren, jemanden zu finden, der für die Bäume zuständig ist", sagt Hans-Werner Hebisch. „Doch bei der Stadt verwies man mich an die Deutsche Bahn, die angeblich Eigentümerin ist." Von der Deutschen Bahn wurde Hebisch noch einmal weiter verwiesen. „Das ist ein bisschen wie der Kampf David gegen Goliath", findet der Fliesenleger. „Ich habe den Eindruck, als Anwohner überhaupt nicht ernst genommen zu werden."

Bei der Hansestadt Lübeck kann schnell geklärt werden, wer für den Beschnitt der Pappeln zuständig ist. „Es sind unsere Bäume", erklärt Rainer Wirz, der den Bereich Stadtgrün und Friedhöfe leitet. Bis zum Herbst sollen alle Bäume beschnitten, die Konradstraße wieder in Ordnung sein, verspricht der Bereichsleiter im Frühjahr.

Acht Monate später: Die Pappeln in der Konradstraße sind noch ein wenig größer geworden, und weil sie schon so weit über die Straße hängen, hat Hans-Werner Hebisch ganz schön zu tun. „Wenn ich mit dem Laubharken durch bin, kann ich eigentlich schon wieder von vorne beginnen", sagt er enttäuscht. Von den Ergebnissen des Versprechens der Hansestadt ist in Schlutup noch nicht viel zu sehen. Lediglich der Kantstein ist jetzt wieder zu sehen. „Den haben städtische Mitarbeiter vor ein paar Tagen ausgebuddelt", erinnert sich Hebisch.

„Wir haben das auf dem Zettel", verspricht Amtsleiter Rainer Wirz. „Der Beschnitt erfolgt nach der Verordnung vom 1. Oktober bis zum 15. März." Einen genauen Termin kann Wirz nicht nennen. „Wann wir schneiden, hängt von der Wetterlage und unseren anderen Arbeiten ab."

Hans-Werner Hebisch hat Glück, dass die Bäume ihr Blätterwerk in diesem Herbst fast komplett abgeschmissen haben. Fußgängern sei beim Besuch der Konradstraße aber bis zum Beschnitt der Bäume ein Helm empfohlen.

 

Rückblick - Schlutuper Herbstmarkt

Etwa 3000 Besucher zählte der Herbstmarkt in Schlutup dieses Jahr in der Sporthalle am Krümmling, darunter auch die Schirmherrin Frau Gabriele Hiller-Ohm (SPD). Während einige Besucher sich vor der Halle bei Erbsensuppe, Grillwurst und Glühwein stärkten, genossen andere in der Vorhalle Kaffee und Kuchen vom Buffet. In der Halle boten über 50 Aussteller ihre handwerklichen Kunstwerke zum Kauf an und vermittelten jetzt schon eine vorweihnachtliche Atmosphäre. Neben der Augenweide an den Ständen gab es den ganzen Tag über ein Rahmenprogramm mit Tanz-, Aerobic- und Turneinlagen. Der erwartete Überschuss von ca. 2000 Euro geht als Spende an die freiwillige Feuerwehr Schlutup für dringende Anschaffungen.

 

LN 8.11.05 von Sebastian Prey

Schlutuper Herbstmarkt
lockt 3000 Besucher an

Die Mischung und das Konzept stimmen. Auch die 12. Auflage des Schlutuper Herbstmarktes in der Sporthalle war ein echter Magnet.

3000 Besucher wollten sich laut Veranstalter (SPD-Ortsverein) den Markt in der Sporthalle am Krümmling nicht entgehen lassen. Auch die Bundestagsabgeordnete und Schirmherrin Gabriele Hiller-Ohm (SPD) stürzte sich gleich nach der Eröffnung ins Getümmel. „Es ist toll zu sehen, was Ehrenamtler so alles auf die Beine stellen", lobte Hiller-Ohm die Initiatoren und auch die Aussteller, die teilweise das ganze Jahr über gebastelt, gehäkelt oder gesägt haben und somit auch für den Rahmen zur Begegnung von Alt und Jung verantwortlich zeichneten.

Die Bundestagsabgeordnete ging auch nicht mit leeren Händen nach Hause. „Ich habe mir einen Holz-Elch gekauft", verriet Hiller-Ohm. Betrieb herrschte auch am Stand der Kirchengemeinde St. Andreas. Dort wurden laut Ute Friedrichsen Apfelringe mit „Suchtgefahr" verkauft. Auch das Kochbuch „Den Schlutupern in die Kochtöpfe geguckt", die Kirche im Bastelbogen oder ein neuer Schlutup-Fotokalender für das Jahr 2006 von Hella Fabricius und Jürgen Wiechmann weckten Interesse. „Die Standgebühr haben wir schon raus. Das lässt sich gut an", freute sich Diana Affeldt (29) schon mittags über den guten Zuspruch. Die Bürokauffrau verkaufte unter anderem kleine Papiersterne, kleine Geschenktüten oder auch Kerzenhalter aus Salzteig. „Das habe ich alles mit meiner Schwiegermutter gebastelt, nicht um Geld zu verdienen, sondern aus Spaß", erzählte Affeldt.

Neben den 54 Ausstellern, die Teddys, Puppenkleider, Weihnachtsschmuck, Tischdecken und vieles mehr feilboten, sorgte ein Rahmenprogramm in der Sporthalle für Abwechslung. So gab es Tanz-, Aerobic- und Turneinlagen, aufgeführt von der Gruppe des Happy-Sport-Centers in Schlutup sowie aus den Reihen des TSV und der Awo. Zudem gab die Schlutuper Kung Fu Academy einen Einblick in ihre Jugend- und Erwachsenenarbeit. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Harald Quirder: „Der Mix aus Markt und Aufführung ist optimal. So kommen auch viele Verwandte und Freunde der Aktiven in die Halle." Von dem guten Besuch profitiert in diesem Jahr die freiwillige Feuerwehr Schlutup. Der Erlös des Marktes aus Standgebühr und Verkauf von Kaffee, Kuchen, Waffeln und Würstchen wird traditionell einer guten Schlutuper Sache gespendet. Quirder: „Zwischen 1500 und 2000 Euro werden da schon zusammenkommen."

Die Andreas-Kirche als Bastelbogen verkauften unter anderem Ute Friedrichsen (li.) und Hella Fabricius.
 
Fotos: C.Silz

Die kleinen Mädchen des Happy-SportCenters Schlutup zeigten
einem breiten Publikum, was zu „Tänzerischer Früherziehung" gehört.

 

LN 2.11.05 von Joachim Strunk

Multimedia-Projekt begeistert Schüler und Lehrer an Schlutups Gesamtschule

„Deutsch? Mathe? Kunst? - Find' ich gut!" Sebastian, Dominik, Hevidar und Lea sprechen aus, was auch ihre Mitschüler der Klasse 7c an der Integrierten Gesamtschule Schlutup (IGS) denken. Sie haben Riesenspaß am Unterricht, sind voll dabei, engagiert, wissensdurstig, was man an den leuchtenden Augen und konzentrierten Blicken leicht erkennen kann.

Eine Klasse voller Streber? Nein, ganz bestimmt nicht. Vielmehr sind die 12- und 13-Jährigen Teilnehmer von „Takelwerk". Das ist ein Gemeinschaftsprojekt der IGS mit dem Institut für multimediale und interaktive Systeme (Imis) der Uni Lübeck, das von der Lübecker Possehl-Stiftung„großzügig unterstützt wird. Übrigens nur eines von mehreren Kooperationen des Imis mit derzeit 13 Lübecker Schulen.

Bei diesen Projekten kommt es darauf an, den Schülern fächerübergreifend - hier betrifft das Deutsch, Mathematik, Informatik und Kunst - sowohl den Umgang mit Computer und Software als auch vernetztes Denken, schriftliches und gestalterisches Ausdrucks- und räumlich-geometrisches Vorstellungsvermögen zu vermitteln. „Die Kinder sind hoch motiviert, lernen in sehr kurzer Zeit, (Bau-)Pläne zu lesen, das Ganze zu abstrahieren und am Computer umzusetzen", erzählt Projektleiter Dr. Thomas Winkler von der Uni Lübeck. Lehrerin Anke Goldmann pflichtet bei: „Das Erstaunliche ist, dass es quasi kein Leistungsgefälle innerhalb der Klasse gibt." Das ist insofern bemerkenswert, da hier Haupt- und Realschüler mit Gymnasiasten arbeiten.

Zum Foto rechts (IGS):
Lennart Ohm (13, links) und Sebastian Gosmann (13)
„wandeln" durch den virtuellen Erlebnisraum der
„Lisa von Lübeck" am Computer,
den sie mit ihren Mitschülern selbst entworfen haben.

Nach einem Besuch auf der Kraweel „Lisa von Lübeck" entwarfen die damals noch Sechstklässler ein virtuelles Modell des Schiffes am PC. Diesen virtuellen, also künstlichen Erlebnisraum gestalteten sie, indem sie den Innenraum geometrisch entwarfen, Türen und Wände selbst gestalteten. Als Reaktion der Erlebnisse auf der echten „Lisa von Lübeck" mussten sie zudem eine Geschichte schreiben, die aus mehreren Kapiteln besteht, die aber nicht chronologisch aufeinander folgen, sondern wie im Baukastensystem beliebig auf- oder hintereinander gesteckt werden können. Was sich kompliziert anhört, bereitete den Mädchen und Jungen keinerlei Probleme. Was machte dieses Projekt für sie so interessant? „Weil es unser eigenes Ding ist, was wir hier machen", erklärt Siebtklässler Lennart (13) selbstbewusst.

 

Herbstfest am Grenzmuseum

 

Am 3.10.2005 feierte der Förderverein des Grenzmuseums ein großes Herbstfest rund um das ehemalige Zollgrenzgebäude. Zahlreiche Schlutuper feierten gemeinsam mit ihren Nachbarn aus Mecklenburg 15 Jahre Deutsche Einheit. Besondere Aufmerksamkeit erregte eine Trabant-Ausstellung. Auch der NDR war mit einem Team vor Ort - und für 2 Stunden wurde aus der "Welle Nord" der "Sender Schlutup".

Inzwischen ist es wieder stiller geworden rund um das ehemalige Zollgrenzgebäude - die Trabis sind abgefahren - aber das Grenz- und Schlutup-Museum ist weiterhin geöffnet.

Öffnungszeiten

freitags von 14 bis 17 Uhr  und samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0451 - 69 33 990
Eintritt: Erwachsene 1,50 Euro - Kinder/Schüler 1,-- Euro

Mehr unter  http://www.grenze-luebeck.de