Presseberichte aus dem Jahr 2006 (Juni - Juli):            [ zurück ]  
Protest in Schlutup: Busfahrplan 
Erzbistum beschließt Abriss von St. Ansgar 
Wird das Fischerhaus gerettet?
Schlutup erhält seine Ortsumgehung 
 

 

LN 19.7.2006 von sep

Protest in Schlutup:
Busverkehr ist nicht mit den
Schulzeiten abgestimmt

Protest in Schlutup gegen die Ausdünnung des Busfahrplans: Besonders betroffen von der Veränderung sind die Schüler der Gesamtschule. Nach Schulschluss müssen sie bis zu 30 Minuten auf ihre Verbindung nach Hause warten. „Das ist absolut nicht tragbar. Die Taktzeiten der Busse müssen mit den Schulzeiten übereinstimmen. Der Stadtverkehr sollte die Sommerferien nutzen, um an einer Lösung zu arbeiten", so Elternvertreterin Regina du Maire, die unlängst eine Protest-Initiative gestartet hat.

Zum Foto (W.Maxwitat) rechts:
Mutter und Elternvertreterin Regina du Maire 
hat Unterschriften gesammelt, damit der Stadtverkehr seinen Fahrplan für Schlutup verbessert und mit den Schulzeiten abstimmt. 

 

Um die 200 Unterschriften hat die Mutter gesammelt und nun dem Stadtverkehr überreicht. „Ich weiß, dass sich so eine Fahrplan-Umstellung nicht von heute auf morgen erledigen lässt, aber spätestens zur dunklen Jahreszeit sollte sich etwas verändern", so du Maire. Auch im Kollegium der IGS Schlutup sieht man die jetzt ungünstige Taktung der Busse als großen Nachteil. „Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Schulen. Da es nur drei Gesamtschulen in ganz Lübeck gibt, haben wir auch viele Fahrschüler aus dem gesamten Stadtgebiet. Eine schlechte Busanbindung kann sich auch langfristig bei den Anmeldungen bemerkbar machen", so Personalrat Axel Frieß-Preis.

Laut Stadtverkehr-Sprecher Lars Hertrampf seien die Probleme sehr wohl bekannt. Generell sei man auch bemüht, die Fahrzeiten der Busse den Unterrichtszeiten der Schulen anzupassen. Aufgrund von sehr häufigen Verspätungen der Linie 12 sei dies aber ohnehin schon immer ein Problem gewesen, so Hertrampf. Das Hauptproblem sei jedoch die Einstellung der Linie 24, die bis zum 11. Juni alle 30 Minuten vom Gustav-Radbruch-Platz über die Stadtteile Karlshof und Schlutup bis nach Selmsdorf gefahren ist. Die Linie 12 wurde im Gegenzug über Karlshof hinaus bis Schlutup Markt verlängert und verkehrt nur noch alle 40 Minuten. Unterm Strich ist also das neue Angebot ausgedünnt.

Vom Schlutup Markt bis nach Selmsdorf fährt seit dem Fahrplanwechsel statt des Busses alle 60 Minuten nur ein Linientaxi. Grund die geringe Auslastung sowie die zu geringe finanzielle Beteiligung des Nordwestkreises. Auch diese Regelung habe schon für einige Beschwerden gesorgt, räumt Hertrampf ein. „Eine Verbesserung für Schlutup und auch Selmsdorf hängt sehr davon ab, ob sich der Nordwestkreis entsprechend finanziell beteiligt."

 

LN 4.7.06 von Sebastian Prey

Erzbistum beschließt
Abriss von St. Ansgar

Die frühere katholische Kirche, St. Ansgar in Schlutup wird bald
abgerissen. Das hat das Erzbistum in Hamburg beschlossen.

Zwei Jahre lang hat das Erzbistum Hamburg nach einem neuen Nutzer der früheren St. Ansgar Kirche in Schlutup gesucht. Vergeblich. Nun wird der Bau an der Wesloer Straße abgerissen.

Im März 2004 fand unter großer Anteilnahme der Gläubigen der letzte Gottesdienst in der Kirche statt, das Gebäude wurde anschließend profaniert (entweiht). Seitdem dürfen in dem 1953 gebauten und liturgisch geweihten Gebäude keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. „Wir bedauern diesen Schritt sehr, sehen aber keine Alternative zum Abriss", sagt Michael Focke vom Erzbistum Hamburg. Man habe sich in der Vergangenheit intensiv mit einer neuen Nutzungsmöglichkeit der Kirche beschäftigt und mit einigen Interessenten verhandelt. Allerdings entsprachen die Nutzungskonzepte der Kaufinteressenten nicht den Vorstellungen des Erzbistums Hamburg. „Wir achten selbstverständlich darauf, dass eine Kirche trotz Profanierung würdevoll genutzt wird. Davon konnte uns aber kein potenzieller Käufer überzeugen", so Focke.

Die Entscheidung zum Abriss hat nun der Vermögensverwaltungsrat des Erzbistums gefällt. Mit Protesten von Gläubigen rechnet Focke nicht. „Die hätte es viel eher gegeben, wenn wir einer Nutzung als Lagerhalle oder Werkstatt zugestimmt hätten." Mit dem Abriss werde ein klarer Weg gegangen. Auch in Kellinghusen und auf Westerland habe das Erzbistum bereits frühere Kirchengebäude abreißen müssen. Das ebenfalls auf dem großen Areal an der Wesloer Straße befindliche Gemeindehaus bleibe vorerst stehen. Ein Makler wurde bereits beauftragt, das Grundstück als Ganzes zu veräußern.

Hintergrund für die Schließung der St.-Ansgar-Kirche war die finanzielle Misere der katholischen Kirche. Im Zuge einer Umstrukturierung wurden die etwa 21 000 Katholiken in Lübeck von neun auf fünf Pfarreien aufgeteilt. Nach St. Ansgar wurde im Juli 2004 auch St. Konrad auf Marli geschlossen. Das Backsteingebäude an der Jürgen-Wullenwever-Sträße wird seitdem nur noch teilweise durch den Caritas-Kindergarten genutzt. Laut Focke sei man auch weiterhin auf der Suche nach Investoren, die dieses Haus nutzen wollen. Ein Abriss dieses historischen Gebäudes stehe natürlich nicht zur Debatte.


Die frühere katholische Kirche St. Ansgar an der Wesloer Straße wird abgerissen.
Ein Termin dafür steht noch nicht fest.        Foto: W. Maxwitat

 

  Ausgabe 26. Woche vom 29.6..2006 von OP

Schlutuper sammeln Geld für neues Heimatmuseum

Wird das Fischerhaus gerettet?

Der graue Putz bröckelt, Wildkräuter wuchern über das Grundstück, das Dach droht einzustürzen: Dass aus der Ruine eines ehemaligen Fischerhauses mal ein Heimatmuseum für Schlutup werden soll, ist schwer vorstellbar. Und doch: Eine Initiative will die Geschichte des Ortsteiles lebendig halten. Doch noch fehlt Geld, um das Haus renovieren zu können.

Horst P. Schwanke ist gebürtiger Schlutuper. Sein ganzes Leben hat der ehemalige Werbekaufmann in dem Stadtteil verbracht, hat Menschen, Einrichtungen, Firmen kommen und gehen sehen, mit dem Mauerfall sogar Geschichte gelebt. Schwanke ist überzeugt davon, dass sich die Einrichtungen eines Heimatmuseums für Schlutup lohnt. „Schlutup hat eine so große Geschichte, denken Sie nur an die Fischerei oder die Villen der reichen Lübecker Bürger, die es hier gab. Davon aber ist nicht mehr viel übrig. Was hier alles kaputt geht, das ist so schade." Ein Stück Schlutup erhalten, das ist das Ziel von Schwanke. Ein altes Fischerhaus im kleinen Zwirngang im Herzen des Stadtteils soll deshalb zum Heimatmuseum werden. Vor einigen Jahren hat Schwanke das Haus geschenkt bekommen, das Grundstück hat er gekauft.

Auch Jürgen Schreiber, der Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins Lübeck-Schlutup e.V. will ein Museum für seinen Stadtteil haben. „Wir haben die Chance, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen", erklärt Schreiber. „Zum einen haben wir die Möglichkeit, das letzte Fischerhaus Schlutups zu retten. Zum anderen können wir mit dem Museum unsere
Heimatgeschichte aufarbeiten." Gemeinsam mit Horst P. Schwanke hat Schreiber die Idee für das Museum gehabt. Wenn das Haus renoviert ist, will der Gemeinnützige Verein den Unterhalt des Museums übernehmen. Finanziert werden soll das Unterfangen unter anderem mit Veranstaltungen, die parallel zum Museumsbetrieb stattfinden sollen. Schreiber: „Es wird die Aufgabe unseres Vereins sein, das Haus mit Leben zu füllen. Vieles ist denkbar. Kleine Feiern könnten dort stattfinden oder Jazz-Konzerte."

Zunächst aber steht die Renovierung des baufälligen Gebäudes an. Rund 70 000 Euro haben der Gemeinnützige Verein und Schwanke bereits sammeln können, viele kleine Spenden sind eingegangen. Die St. Andreas Kirchengemeinde hat die Erlöse ihres Gemeindefestes gespendet. 60 000 Euro stammen aus Mitteln der Possehl-Stiftung und der Sparkassen-Stiftung. „Diese Mittel sind gebunden bis August", erklärt Schwanke, „bis dahin müssen wir mit der Renovierung starten, sonst müssen wir das Geld wieder zurückzahlen." 30 000 Euro wollen die Initiatoren des Heimatmuseums bis zum Stichtag noch sammeln, damit die Sanierung des Hauses schnell starten kann. Bis dahin sollen auch die letzten Zweifler überzeugt werden. „Seit fast 100 Jahren wird in Schlutup versucht, ein solches Museum zu eröffnen. Immer ohne Erfolg. Viele Leute sagen deshalb jetzt schon, dass daraus ohnehin nichts wird." Schreiber aber ist überzeugt, dass der Grundstein für das Museum im Fischerhaus noch in diesem Jahr gelegt werden kann. „Wenn es erstmal los geht", sagt Jürgen Schreiber, „dann werden die Schlutuper auch davon überzeugt sein."

Weitere Informationen erteilt Jürgen Schreiber unter der Telefonnummer 69 10 76.

Noch ist das alte Fischerhaus in  Schlutups Zwirngang eine Ruine.Doch schon bald soll ein  Museum daraus werden.  

 

LN 24.6.06 von TT

Schlutup erhält seine Ortsumgehung

Nach 16-jähriger Planung erhält Schlutup seine Ortsumgehung. Der Bundestag, der am Donnerstag den Verkehrshaushalt beschloss, gab Grünes Licht für das Straßenbauprojekt. „Darauf haben die Schlutuper lange gewartet", freute sich gestern die Lübecker SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm. Mit den Bauvorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt werde umgehend begonnen. Hiller-Ohm: „Die Planungen für den ersten Spatenstich laufen bereits. Vorgesehen ist ein Termin im Oktober.

In den vergangenen Jahren hatte sich der Baubeginn der Umgehungsstraße immer wieder verschoben. Zunächst ließ der Planfeststellungsbeschluss durch das Land mehrere Jahre auf sich warten. Nachdem dieser Ende 2005 endlich vorlag, verzögerte die „vorläufige Haushaltsführung" des Bundes aufgrund der vorgezogenen Neuwahlen den Baubeginn. Hiller-Ohm: „Ich bin sehr froh, dass nun endlich alle Hürden beseitigt sind und die Entlastung für den Stadtteil Schlutup in Angriff genommen wird." Auch die Liibecker CDU begrüßte die Entscheidung.