Presseberichte aus dem Jahr 2007 (Januar - Mai):            [ zurück ]  
Bauarbeiten: Wesloer Sraße wird voll gesperrt
Die hässliche Wartehalle am Markt muss weg
Wird die IGS zur Willy-Brandt-Schule? 
Neues Pflegeheim für Schlutup
SPD Schlutup spendet für den Stadtteil
Gute Nachbarschaft als Lebensaufgabe 
  

 

 HL- live.de  Newsletter vom 13.05.2007

 

Bauarbeiten: Wesloer Straße wird voll gesperrt

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck werden von Dienstag, 22. Mai, bis voraussichtlich Ende August 2007 in der Wesloer Straße Entwässerungsleitungen in großer Tiefe verlegen. Die Straße wird deshalb auf einem Abschnitt auch für Linienbusse gesperrt.

Für die Verlegung sind große und tiefe Baugruben erforderlich. Der Verkehr kann der schwierigen Bodenverhältnisse wegen - und um die dortigen Bäume zu schonen - nicht neben der Baugrube vorbei geleitet werden. Daher muss die Wesloer Straße zwischen Raststattstraße und Westphalstraße vollständig für den Verkehr gesperrt werden.

Im genannten Zeitraum können in der Wesloer Landstraße sowie der Wesloer Straße im Abschnitt zwischen Wesloer Weg und Schlutuper Markt keine Busse fahren. Autofahrer und Busnutzer werden gebeten, die ausgewiesenen Umleitungen und Hinweise an den Haltestellen zu beachten. Mit Verkehrs- und sonstigen Behinderungen ist zu rechnen!

Die Arbeiten in den Nebenstraßen sind zum großen Teil abgeschlossen. Ab 22. Mai muss die Wesloer Straße voll gesperrt werden.   Foto: VG

 

LN 28.2.2007 von Sebastian Prey

Schlutups Wunsch an Senator Boden:
Die hässliche Wartehalle am Markt muss weg

Wenn der Bausenator in die Stadtteile kommt, dann sind die Erwartungen groß. So auch jetzt in Schlutup. Um die 120 Gäste waren zur Stadtteilkonferenz gekommen, die auch den Titel
„Wünsch dir was von Boden!" hätte tragen können.

Senator Franz-Peter Boden hatte es nicht einfach im TSV-Klubheim am Palinger Weg. Seine vorgestellten Pläne zur Stadtteil-Entwicklung standen dabei gar nicht im Mittelpunkt. Die Schlutuper sind vielmehr in Sorge um das Erscheinungsbild ihres Stadtteils. Insbesondere der triste Schlutuper Markt erhitzte die Gemüter. Der Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins Jürgen Schreiber fragte: „Wann verschwindet endlich diese asoziale Wartehalle. Das ist ein Schandfleck. Oder steht der Bau schon unter Denkmalschutz?" Damit sprach Schreiber der gesamtem Versammlung aus der Seele. Der Senator versprach immerhin, demnächst mit dem Stadtverkehr das Thema zu besprechen.

Moniert wurde zudem das Erscheinungsbild der Schlutuper Zufahrtstraßen. Angesichts der geplanten Ausweisung von zusätzlichem Bauland, unter anderem auf dem ehemaligen Kühne-Gelände, am Mühlenweg oder langfristig auf dem Areal des Bahnhofes, müsse auch dort etwas geschehen, befanden die Zuhörer. Nur durch mehr Bauland werde Schlutup nicht attraktiver.

Verbesserungen wünschten sich die Bewohner auch bei der Pflasterung des Gehweges im Zentrum des Stadtteils. Jede Menge Wünsche, die Boden auch fleißig notierte. Versprechungen machte Boden mit Verweis auf den maroden Lübecker Haushalte allerdings keine. „Vieles hängt aber auch davon ab, wie aktiv man vor Ort ist", so Boden weiter, der dafür sogleich einige Unmutsäußerungen hinnehmen musste. Schließlich steht die Verschönerung des Marktes schon seit vielen Jahren ganz oben auf der Wunschliste der Schlutuper, die diesen Missstand schon zu Senator-Zahn-Zeiten monierten.


Senator Franz-Peter Boden erläuterte die geplante Stadtteil-Entwicklung Schlutups im TSV-Klubheim. Foto: ROESSLER


Ein Ärgernis, das die Schlutuper schon seit Jahren monieren: Die beschmierte Buswarte-Halle am Markt.             Foto: PREY

 

LN 13.2.2007 von  Claas Greite

Wird die IGS zur Willy-Brandt-Schule?

Die Integrierte GesamtschuleSchlutup will sich umbenennen. Favorit als Namenspatron: Nobelpreisträger Willy Brandt.

Zugegeben: Ein wenig Nachholbedarf haben die meisten schon noch, was die Person ihres gewünschten Namenspaten betrifft. Befragt man Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Schlutup (IGS) zu Willy Brandt (1913 -1992), so erhält man „Bundeskanzler" und „Friedensnobelpreisträger" als Antwort. Dass Brandt aus Lübeck kam, ist ebenfalls weithin bekannt. Danach wird das Wissen vager - aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Einen Anlass, sich mit dem Nachkriegspolitiker zu beschäftigen, hätten die IGS-Schüler jetzt jedenfalls. Denn schon bald könnte die IGS mit vollem Namen „Willy-Brandt-Schule, Integrierte Gesamtschule der Hansestadt Lübeck" heißen. Auf einer Konferenz im Dezember beschlossen Schüler, Lehrer und Eltern den Wunsch zur Umbenennung. Am Donnerstag wird sich nun der Ausschuss für Kultur und Sport mit dem Vorschlag beschäftigen. Die Bürgerschaft, die über eine Umbenennung zu entscheiden hat, befasst sich am 22. Februar mit dem Thema.

Anlass für die Umbenennung war das zehnjährige Bestehen der IGS. „Endlich Zeit für einen richtigen Namen" - dieser Ruf sei vor allem aus der Schülerschaft gekommen, so Schulleiter Georg Schopenhauer. Die Diskussion um Namenspatronen begann im vergangenen Februar: Schüler, Eltern und Lehrer durften Vorschläge einreichen, unter denen sich auch Namen wie Künstler Keith Haring und Schriftsteller Erich Mühsam befanden. Eine Schulkonferenz im Juni entschied dann - allerdings nicht für Willy Brandt, sondern für die in Österreich geborene Physikerin Elise Meitner (1878 - 1968) als Namensgeberin. Zahlreiche Schüler fühlten sich von der Entscheidung jedoch übergangen, so dass die Abstimmung im Dezember wiederholt wurde: Dieses Mal erhielt Brandt eine breite Mehrheit.

Die Entscheidung sorgt nun offenbar für Harmonie in der Schule. „Alle im Kollegium sind sehr glücklich darüber", so Deutschlehrerin Kristin Riethmüller. „Kontrovers wurde da nicht diskutiert - für uns zählt weniger der Politiker als der Friedensnobelpreisträger Brandt." Ähnliches kann Janina (16) berichten: „Die meisten in den Klassen waren für Brandt". Lisa (16) ergänzt: „Ein Friedensnobelpreisträger kann gut für unsere Schule stehen. Denn auch bei uns zählt: keine Gewalt, jeder hilft jedem". Schulleiter Schopenhauer sieht in der Namenswahl auch praktische Vorteile. Denn mit einer Umbenennung ergeben sich Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Willy-Brandt-Stiftung, die bald in Lübeck ihren Sitz bezieht.

Nicht zuletzt Schulsenatorin Annette Borns (SPD) hatte aus diesem Grund in der IGS für einen Namenspatron Brandt geworben. Die Stiftung, so Borns, suche einen Partner, um „aktuelle Bildungsarbeit machen". Eine Kooperation mit einer gleichnamigen Schule böte sich hier an. Ein weiteres Argument spricht nach Meinung der Senatorin für den Namensgeber Brandt: Insbesondere für Gesamtschulkinder könne dieser ein „Lübecker Vorbild" sein. Schließlich habe auch er es aus einer nicht bildungsnahen Schicht nach oben geschafft.

Die IGS wäre nach einer Umbenennung die erste „Willy-Brandt-Schule" in Schleswig-Holstein.


Schulleiter Georg Schopenhauer wünscht sich Willy Brandt als neuen Namensgeber für seine Schule.
Der „Friedenskanzler" Brandt sei als Vorbild für Schüler gut geeignet.       Foto: D.Silz

Meldung aus LN vom 24.02.2007
Einstimmig für Brandt-Schule
Die Integrierte Gesamtschule Schlutup wird zur „Willy-Brandt-Schule" - das hat gestern einstimmig die Bürgerschaft beschlossen. Das Anliegen zur Umbenennung hatte die Schule selbst vorgebracht, nachdem eine Schulkonferenz im Dezember den neuen Namen ausgewählt hatte. Schulleiter Georg Schopenhauer äußerte sich erfreut - insbesondere die Einstimmigkeit bei der Abstimmung sei ein .,schönes Signal". Schulintern werde nun über ein neues Logo nachgedacht. Eine Stellungnahme des Kieler Ministeriums zum weiteren Verfahren der Umbenennung steht noch aus.

 

LN 21./22.1.2007 von sep

Neues Pflegeheim in Schlutup

Ein neues Pflegeheim hat in Schlutup seine Pforten geöffnet. Der „Sonnenhof" an der Karlsruher Straße bietet 34 älteren Menschen ein neues Zuhause. „Die ersten Senioren sind in dieser Woche schon eingezogen", so Inhaberin Dr. Susanne Mack.


Eröffnete in Schlutup das Pflegeheim „Sonnenhof":
Dr. Susanne Mack (46). Foto: ROESSLER

Die Allgemeinmedizinerin hat das Haus, das bis November 2005 als betreutes Wohnprojekt genutzt wurde, vollkommen umgebaut. Bis auf die notwendigen und vorgeschriebenen technischen Einrichtungen wurde bewusst darauf hingearbeitet, dass der private Charakter des Hauses erhalten bleibt. „Das Wohnen steht bei uns im Vordergrund", erklärt Mack. So sollen die Bewohner, die in 22 Einzel- und sechs Doppelzimmern untergebracht sind, mit in den Tagesablauf integriert werden - sprich bei der Essenszubereitung oder beim Kuchenbacken. „Der Tag muss ein Gesicht haben und nicht nur aus Warten auf die Mahlzeiten bestehen", so Mack. Durch die Mitarbeit sowie durch eine individuelle Möblierung der einzelnen Zimmer will sich der „Sonnenhof" von anderen Anbietern unterscheiden. In der Startphase des Hauses werden sieben Mitarbeiter dort ihren Arbeitsplatz haben. Das gesamte Investitionsvolumen gibt die Inhaberin mit 1,6 Millionen Euro an.

Mehr zum Haus im Internet unter www.sonnenhof-sh.de oder unter Telefon 0451/300 98 90.

 

 HL- live.de  Newsletter vom 19.01.2007

 

SPD Schlutup spendet für den Stadtteil

Seit zwölf Jahren veranstaltet die Schlutuper SPD jedes Jahr einen Herbstmarkt. Die Erlöse von bisher 21.745 Euro werden für gemeinnützige Projekte im Stadtteil gespendet. Am Donnerstagabend wurde der Überschuss vom Herbstmarkt 2006 übergeben: Fast 2000 Euro für die AWO und die Kirche.

Die Schlutuper SPD hatte sich dieses Jahr zwei Spendenempfänger ausgesucht. Für die Kirche gab es 648,57 Euro für einen neuen Kerzenständer aus Bronze. Die Schlutuper AWO erhielt 1297,14 Euro. Sie sorgt beim Herbstmarkt für die Verköstigung. "Damit trägt sie wesentlich zur Attraktivität des Marktes bei", betonte der Ortsvereinsvorsitzende Harald Quirder. Die AWO möchte das Geld unter anderem in einen neuen Grill, Stehtische und Sitzgelegenheiten investieren. Das restliche Geld wird für einen neuen Punschstand auf dem Weihnachtsmarkt verwendet. "Den bauen wir selber", meint Klaus Ehlers von der AWO.

Auch der nächste Herbstmarkt ist schon geplant: Am 4. November können Hobbykünstler, Vereine und Privatleute wieder mitmachen. Anmeldungen werden bereits entgegen genommen. Die Veranstaltung findet wieder in der Sporthalle am Krümmling statt, denn auch dort hat die SPD-Aktion bereits geholfen: Die Anschaffung des Schutzbodens wurde mit den Einnahmen von 1999 unterstützt.

Harald Quirder (Mitte) übergab die Schecks an (v.l.n.r)
Lienhard Böhning (Kirchenkreis) und
Pastorin Dr. Christina Kayales sowie Brunhilde Schöttler und Klaus Ehlers von der AWO. Foto: JW

 

LN 3.1.2007 von Torsten Teichmann

Ehrenamt? Ehrensache! Folge 5 der LN-Serie:
Lothar Thabe, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft

 

Gute Nachbarschaft als Lebensaufgabe

Dem Nachbarn ganz nahe sein: Lothar Thabe setzt sich in Schlutup dafür ein, dass der Stadtteil am Rande Lübecks nicht ins Abseits gedrängt wird. Der 68-Jährige ist Vorsitzender der Siedlergemeinschaft - und das mit Leib und Seele.


Hier geht's immer noch lang: Lothar Thabe und Ehrhard Kullack im Stichweg,
dessen Schließung sie nicht hinnahmen.                   Foto: Dirk Silz

Schlutup hat 6000 Einwohner, 255 von ihnen sind Mitglieder der Siedlergemeinschaft, 15 sind Ehrenamtler. Lothar Thabe kam 1964 von Dortmund nach Schlutup. Der Ort wurde seine Heimat. Seit einem halben Jahrhundert ist er Ehrenamtler, „warum weiß ich selber nicht". Und dann fügt er hinzu: „Es macht einfach Spaß."

Das war schon so, als er 1956 Schriftwart im Dortmunder Geflügelzuchtverein war, und es war auch nicht anders, als er 1979 den Kleingartenverein Lachswehr gründete: „Ich habe immer so etwas gemacht." Seit elf Jahren ist Lothar Thabe der „Chef" der Schlutuper Siedler, der Vorsitzende der rührigen Gemeinschaft. Und große Worte verliert er nicht darüber. „Menschen helfen" und „dörfliche Gemeinschaft pflegen", das sei es, worum es ihm gehe - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

So eine Aufgabe verursacht auch Ungemach. Lothar Thabe kann sich ärgern, vor allem über „Ignoranz und Sturheit in Politik und Bürokratie". Ein solches Ärgernis ist für ihn zum Beispiel, dass Auswärtige ohne Ortskenntnisse, die in Lübeck aus dem Zug steigen, am Zob den Bus nach Schlutup nicht finden. Weil an eben dieser Linie 11 nicht Schlutup dran stehe, sondern Zarnewenzweg. Den kennen selbst viele Lübecker nicht. Er hat es angeprangert, aber in Lübeck seien „Änderungen wohl nicht möglich".

Manchmal doch. Im Januar 2006 wurde in Schlutup ein maroder Stichweg zwischen dem Stumpfen Weg und dem Bardowieker Weg aus Sicherheitsgründen gesperrt. „Die Menschen, vor allem Schulkinder, die von der einen Straße zur anderen wollten, hatten jetzt nicht wenige Meter zu überbrücken, sondern einen Umweg von einem Kilometer vor sich. Thabe und die Siedlergemeinschaft setzten durch, dass der Stichweg recht rasch repariert und wiedereröffnet wurde. Das war im Mai der Fall.

Neben solchen Erfolgen kommt Lothar Thabe oft aus dem Wundern nicht heraus. So hätten die Planer des bereits bestehenden Teilstücks der Umgehungsstraße zwar an einen Tunnel für Kröten gedacht, nicht aber an eine Fußgänger-Überführung oder -Unterführung.

„Belohnt wird man nicht als Ehrenamtler", sagt der Vorsitzende der Schlutuper Siedlergemeinschaft: „Es gibt so viele Leute, die sagen, wir müssten mal etwas durchsetzen. . . - und dann fehlt nur einer, der den Stein ins Rollen bringt." Thabe will Steine anstoßen, auch wenn es nur kleine sind: „Es wäre schön, wenn es wieder häufiger Fußgängerstreifen der Polizei bei uns geben würde."

58,7 Jahre ist der Altersdurchschnitt bei den Mitgliedern der Siedlergemeinschaft. „Viele über 80-Jährige freuen sich über jeden Besuch", sagt Thabe, der froh ist „über das große Gemeinschaftsgefühl der Schlutuper" und die „starke Bindung von Auswärtigen" an ihren einstigen Wohnort. Früher habe die Siedlergemeinschaft vor allem praktische Hilfe beim Bau geleistet, heute stehe das Soziale im Vordergrund. Doch leider sei es sehr schwer, „jüngere Menschen für die Siedlergemeinschaft zu gewinnen".

Dass Ehrenamtliche vom Staat besonders gefördert werden, können Thabe und der Kassenwart der Siedlergemeinschaft, Erhard Kullack (69), nicht erkennen. Bestrebungen der Politik, Sponsoren keine steuerlichen Absetzmöglichkeiten mehr zu ermöglichen, sind für die beiden Männer Beleg dafür, dass auf der einen Seite das Ehrenamt hoch gelobt werde - und auf der anderen Seite „alles kaputt gemacht wird". Sie befürchten, dass den örtlichen Vereinen und Gemeinschaften künftig die Sponsoren abhanden kommen: „Dann bricht hier alles zusammen."

Denn das Geld ist knapp. Und das macht erfinderisch. In fünf Jahren feiert die Schlutuper Siedlergemeinschaft ihr 75-jähriges Bestehen. Lothar Thabe wusste, dass man ein gemeinsames Fest für Kinder und Erwachsene finanziell nicht bewältigen kann. Deshalb wurden die Kosten „entzerrt" und die Feste und Ausgaben auf die Jahre verteilt. Die Kinder feierten im vergangenen Jahr den 70. Geburtstag, die Erwachsenen kommen dann zum 75. zu ihrem Recht.

Warum engagieren sich Menschen wie Lothar Thabe und Erhard Kullack so intensiv im Ehrenamt? Der frühere Maschinenbaumeister bei O & K und der ehemalige Zollbeamte: „Wir können den Schalter nicht umlegen."