SPORTHALLE SCHLUTUP


Bau-Chronik      Bau-Fotos

Presseberichte vom Bau der Sporthalle
1986 - 1992      1993      1994 - 2000


  
Presseberichte aus dem Jahr :  
  
 
23.01.1994 : Ende nach dem Kassensturz 
27.02.1994 : Millionen-Investitionen für den Sport in Lübeck
12.01.1995 : Ein Fischereiwappen  
08.02.1995 : Wappen als Wahrzeichen in der neuen Sporthalle 
27.07.2000 : Neuer Belag für die Sporthalle 
29.07.2000 : Schlutuper Sporthalle jetzt konzerttauglich 
 


 

Aus Lübecker Nachrichten vom 23. Januar 1994
Bericht und Foto von Matthias Wiemer

Ende nach dem Kassensturz

Förderverein Sporthalle Schlutup trug 93 000 Mark zusammen

Preisfrage für Vereinsrechts-Experten: Kann es noch einen offiziellen Tagesordnungspunkt „Verschiedenes" geben, wenn der vorangegangene Punkt „Auflösung des Vereins" einstimmig beschlossen wurde? Diesen seltenen Fall hatten jetzt die Mitglieder des Fördervereins „Schlutuper Sporthalle", der sich nach knapp dreieinhalbjähriger Arbeit auflöste.

Den Kopf zerbrach sich über diese Frage niemand mehr, es wurde lächelnd darüber hinweggegangen. So unkompliziert, wie die Vier-Punkte-Tagesordnung dieser „Beerdigungssitzung" war, gestaltete sich auch die gesamte Arbeit des Vereins, der 1990 aus dem 1987 gegründeten „Förderkreis Schlutuper Sporthalle" umgewandelt wurde - aus steuerlichen Gründen für Spenden. Die rund 60 Mitglieder dieses Vereins haben nichts anderes gemacht als für eine gute Sache geworben und Geld gesammelt für die Tribünenbauten der im vergangenen Jahr eingeweihten Sporthalle.

„Das Durchhalten hat sich gelohnt", betonte die bei der letzten Sitzung des Vereins anwesende Sportsenatorin Anke Horn (CDU). Sie zeigte sich beeindruckt von dem in Schlutup unter Beweis gestellten Bürgersinn, über Parteigrenzen hinweg gemeinsam für ein Ziel zu arbeiten, bis es erreicht ist.

Daß es erreicht ist, bewies der ebenso unkomplizierte Kassenbericht. Aus lediglich fünf Einzelposten setzten sich die Einnahmen zusammen - das eigentliche Ziel des Vereins: 93 147,76 Mark konnte er dem Amt für Schulwesen überweisen. Und damit mehr als für die Tribünen (79 000 Mark) erforderlich waren. Humoriger Kommentar des sozialdemokratischen Vorsitzenden Peter Biedermann: „Der Plan ist übererfüllt."

Bemerkenswert fand die Senatorin den kleinsten Posten auf der Ausgabenseite. 723,73 Mark für „allgemeine Ausgaben, Büro und Porto". Daran ließe sich ein Beispiel nehmen, meinte Anke Horn, wenn anderenorts Projekte schon im Planungsstadium zunächst einmal horrende Verwaltungskosten verursachten.

Der Verein „Schlutuper Sporthalle" ist Vergangenheit, soll damit aber nicht in Vergessenheit geraten. Dafür sorgt eine Messingplakette, die am Tribünenbau angebracht werden soll. Und was bleibt nach insgesamt siebenjähriger Arbeit übrig? „Wir bleiben natürlich in Freundschaft verbunden und trinken bestimmt noch das eine oder andere Bier auf unseren ehemaligen Verein", meinte Biedermann. Keine Gegenstimme, Ende der Sitzung.


Der Vorstand des Fördervereins Schlutuper Sporthalle am Ende eines gemeinsamen Weges
(v. links): Werner Sauer (Kasse), Hans-Günther Görtz, Marianne Böttcher (beide Beisitzer),
Brigitte Zibell (Schriftführerin), Peter Biedermann (1. Vorsitzender), Peter Schöttler (Beisitzer)
und Günter Stein (2. Vorsitzender).

Beispielhaft (Ansichtssache kommentiert von Matthias Wiemer)

Wir sollten einmal nach Schlutup blicken, anstatt immer nur zu nörgeln. Natürlich ist es einfach, auf „die im Rathaus" zu schimpfen. Ist ja auch oft zu Recht und heutzutage sehr beliebt. Aber ehrlich: Was tun wir eigentlich selbst, um etwas zu bewegen?

Diese Schlutper haben es uns vorgemacht. Da sollte 1987 die langersehnte Sporthalle kommen, aber ohne Tribünen. So ein abgespecktes Ding wollten die Schlutuper nicht. Ohne lange zu lamentieren und nutzlose Vorschläge für Einsparungen an anderer Stelle zu machen, warben sie für ihre Sache.

Dieses ehrliche Engagement kam an. Firmen, Vereine, Privatpersonen spendeten insgesamt über 65 000 Mark. Und alle staunten darüber, was in Schlutup möglich ist: SPD und CDU - Katz und Maus in der Bürgerschaft -sitzen in Schlutup innerhalb eines Vorstands einträchtig an einem Tisch und ziehen am selben Strang - an einer Seite, versteht sich.

Nicht nur die Parteipolitik blieb draußen, auch alles Apparative hatte keine Chance. Es wurde gearbeitet und nicht auf die eigene Mark geschaut. 723,73 Mark Verwaltungskosten in sieben Jahren bei einem Ergebnis von über 93 000 Mark - das mache irgendein Verein diesen Schlutupern nach.

Hier wurde nicht nur Bürgersinn demonstriert, sondern auch - wohl eher unbewußt - etwas gegen Parteienverdrossenheit getan. Man kann sich in einer Partei engagieren, sich mit Sachfragen auseinanderzusetzen lernen, und trotzdem über Parteigrenzen hinaus etwas bewirken. Daran sollten wir uns alle ein Beispiel nehmen, wenn wir einmal wieder pauschal denken: „Parteien, Politiker, kann man doch alles vergessen."

 

Aus Zeitung am Sonntag vom 27. Februar 1994
Millionen-Investitionen für den Sport in Lübeck

Prekäre Hallensituation wurde entschärft

Lübeck (ZaS). Im Jahr der Olympischen Spiele wird der Breitensport häufig in den Hintergrund gedrängt. Aber gerade er ist es, der den sportlichen Wettkampf so interessant macht, der Sport mit Spaß und Spiel verbindet.

Vorbedingung für einen funktionierenden Breitensport sind ausreichende Platz- und Hallenkapazitäten. Damit dies trotz knapper Finanzen gewährleistet werden kann, wurde unter anderem von der SPD-Fraktion und dem Turn- und Sportbund Lübeck (TSB) ein gemeinsames Sporthallenkonzept erarbeitet.

Zu den wesentlichen Verbesserungen gehört, daß das Berufsschulzentrum an der Lohmühle eine Drei-Felder-Halle für den Berufsschulsport erhält.

Bis Juni wird die sanierte Hansehalle wieder zur Verfügung stehen. „Wir werden dann in dieser Halle sogar internationale Turniere durchführen und bis zu 2200 Zuschauer begrüßen können", so Ulrich Meyenborg (SPD), als Schulsenator auch Bauträger dieser Maßnahme.

Ganz unkonventionelle Wege ging man in Schlutup. Nicht als „Dörfler hinter dem Walde" erschien man im Rathaus, sondern mit der pfiffigen Idee, einen „Förderkreis Sporthalle Schlutup" zu gründen. Initiiert vom Schlutuper SPD-Vorsitzenden Peter Biedermann wurde diese Idee mit Hilfe des „Gemeinnützigen Vereins" sowie des TSV-Schlutup in die Tat umgesetzt.

Mit viel Engagement und Ideenreichtum wurde nicht nur eine intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben, sondern auch handfeste Hilfestellung geleistet.

Insgesamt wurden Einnahmen von 93.000 DM erzielt. Bei soviel Eigeninitiative konnten die Ratsherren und -frauen den Schlutupern ihre Sporthalle nicht mehr versagen.

Die neue Schlutuper Sporthalle: Dank des Engagements des
"Fördervereins"' wurde sie im vergangenen Herbst fertig gestellt. Einen passenden
Spitznamen hat sie auch schon - die „Fischdose".

 

Aus Lübecker Wochenspiegel vom 12. Januar 1995
Bericht und Foto von Old

Ein Fischereiwappen für die
Schlutuper Sporthalle spendete
vergangene Woche der
„Förderverein Schlutuper Sporthalle e.V.". Schulsenator Ulrich Meyenborg (Foto)
und Sportsenatorin Anke Horn
freuten sich über diese abschließende Tätigkeit des Vereins.
Nach Fertigstellung der Sporthalle am Krümmling vor einem Jahr löste
sich der Förderverein auf.
Er bestand aus Mitgliedern der Siedlergemeinschaft,
des Kleingartenvereins
und des Gemeinnützigen.

 

Aus Lübecker Nachrichten vom Mittwoch, 8. Februar 1995
Bericht von Dennis Schultz - Foto von Wolfgang Maxwitat

Wappen als Wahrzeichen in der neuen Sporthalle

Der TSV Schlutup hat durch die neue Sporthalle am Krümmling einen großen Schritt nach vorne gemacht. Daß die sportlichen Aktivitäten - auch vieler anderer Sportler aus den Lübecker Stadtteilen - von der interessierten Öffentlichkeit verfolgt werden können, ist dem Förderverein Sporthalle Schlutup zu verdanken, der von dem engagierten Schlutuper Peter Biedermann gegründet wurde, zu verdanken.

Denn durch dieses private Engagement wurde es möglich, eine Tribüne zu finanzieren. Sie war aus dem städtischen Finanzierungskonzept aufgrund der knappen Haushaltslage herausgefallen. Mitglieder des TSV Schlutup, der Siedlergemeinschaft, des Kleingärtnervereins und manche Firma haben durch Spendengelder den Bau der Tribüne für eine Summe von rund 80 000 Mark ermöglicht. Die Tribüne faßt 200 Personen und ist ausziehbar.

Damit die Sporthalle nicht ganz schmucklos und ohne erkennbaren Traditionsbezug bleibt, ziert sie jetzt ein Wappen, welches besonders von den einheimischen Fischern gewünscht wurde. Dieses etwa 800 Mark teure Wappen hängt in der Sporthalle als Erinnerung an Schlutups Fischergeschichte. Der Förderverein löste sich im vergangenen Jahr auf.

Schulsenator
Ulrich Meyenborg,
assistiert von
Peter Biedermann,
mußte hoch hinauf,
um das Wappen feierlich
in der Sporthalle
anzubringen.

 

Aus Lübecker Wochenspiegel vom 27. Juli 2000
Bericht und Foto von Gerstmann

Neuer Belag für die Sporthalle

Das Engagement der Schlutuper Bürger hat sich gelohnt. Vergangene Woche konnte Schulhausmeister Andreas Ehlert Bodenabdeckungen im Wert von 7000 Mark für die Sporthalle am Krümmling entgegennehmen. Damit kann die Halle jetzt ohne große Probleme für Veranstaltungen aller Art genutzt werden. Das Geld stammt zum größten Teil aus dem Schlutuper Herbstmarkt vom vergangenen Jahr. Einen Teil legte der Gemeinnützige Verein dazu. Die Stadt, die letztlich von den Einnahmen aus der Verpachtung profitiert, gab 3000 Mark dazu.

Setzten sich gemeinsam für
den neuen Belag ein:
Jürgen Schreiber vom
Gemeinnützigen Verein,
Peter Biedermann und
Harald Quirder vom SPD-Ortsverein,
Schulhausmeister Andreas Ehlert und
Friedrich Thorn vom Bereich Schule und Sport der Stadt.

 

Aus Lübecker Nachrichten vom Sonnabend, 29. Juli 2000
Bericht und Foto von Pieper

Schlutuper Sporthalle jetzt konzerttauglich

Den roten Teppich kann man in der Sporthalle am Krümmling zwar immer noch nicht ausrollen, dafür aber etwas viel Nützlicheres: Einen Schonbelag zum Schutz des empfindlichen Hallenbodens. „Damit wird unsere Sporthalle tauglich, auch kulturelle Veranstaltungen auszurichten, wie beispielsweise den Herbstmarkt oder Konzerte", freut sich Peter Biedermann. Beim letzten Herbstmarkt, der noch auf geliehenem Schutzboden stattfand, hatte der SPD-Ortsverein 3000 Mark erwirtschaften können. Der Gemeinnützige Verein Schlutup legte noch 1000 Mark drauf. Bei so viel Eigeninitiative konnte die Hansestadt das restliche Geld von 3000 Mark nicht mehr abschlagen. Nun wird aus der Sporthalle eine Mehrzweckhalle. Dave Dee gastierte immerhin schon beim letzten Hafenfest in Schlutup. Wer weiß, wen man jetzt sonst noch nach Schlutup locken kann.

Peter Schreiber
(Gemeinnütziger Verein),
Peter Biedermann und
Harald Quirder (SPD),
Andreas Ehlert
(Hausmeister) und
Friedrich Thorn
(Sportamt,v.I.)
entrollen den Boden.