Ev. Luth. Kirchengemeinde St. Andreas Schlutup

  

Chronik (kurz)  (Jahreszahl unten anklicken

- 1600

- 1650

- 1700 - 1750 - 1800 - 1850 - 1900 - 1950 - 2000 - heute
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1607  Der Bürgermeister Gotthard von Höveln stiftete aus seinem Bauernhof Marli dem Schlutuper Kirchspiel ein Legat für Brot und Wein zum Sakrament des Heiligen Abendmahls.

1612  Das Epithaph für die im 27. Lebensjahr verstorbene Pastorenfrau Küsel wurde der Kirche vermacht.

1624  Der Küster Asmus Witte schenkt eine ”Brüstungsfüllung im Kirchengestühl”. Asmus Witte amtierte 63 Jahre.

1628  In den folgenden Jahren bis etwa 1750 empfing die Schlutuper Kirche 9 Schilling pro Fischerei.
Der jeweils amtierende Pastor erhielt als Lohn von der Kirche 10 Schilling.
In diesem Jahr fiel das Küsterhaus dem Feuer zum Opfer.

1630  Spende eines doppelarmigen Leuchters von Hermann von Elswich.

1633  Der damalige Pastor Hermann Rodberg erhielt das Privileg, mit einer ganzen Wade fischen zu dürfen. Dieses Recht wurde erst durch Senatsdekret 1896 abgelöst.
Nach einem Bericht von Pastor Gerhard Fischer über die Abgabenordnung in Schlutup gab es in Schlutup das so genannte ”Wadengeld”.1633 wurde diese Abgabe für die Fischer verdoppelt. Viermal im Jahr hatten die Fischer je 79 Schilling dem Pastor und 68 Schilling dem Küster zu zahlen. Zu dieser Zeit lebten 60 Fischereien in Schlutup. Neben diesem Wadengeld gab es das ”Hausgeld”, das ebenfalls verdoppelt worden ist und viermal jährlich von jedem Hausbesitzer für Pastor und Küster zu leisten war. Hinzu kamen die täglichen ”Naturalien” an Pastor und Küster. Diese Naturalien sollten angemessen gegeben werden. Der Küster verschaffte sich gegenüber den Fischern sein Recht mit ”scharfer Rede” und Gerichtsbeschluss und Ermahnung.

1634  Renovierung der Orgel, die wahrscheinlich aus dem 15., Anfang des 16. Jahrhunderts stammt.

1639  Das hölzerne Crucifix wurde vom Kirchenjuraten Hans Gerdes gespendet.
Das Abendmahlsgerät (Silber) wurde aus Angst vor plündernden Truppen nach Lübeck in Verwahrung gegeben (Zeit des 30jährigen Krieges).

De Sweed is kam’,  /  Hett all’ns wegnahm,
Hett de Finstern insmeten  /  Un dat Blie rut räten,
Hett dor Kugeln ut gaten  /  Un hett all’ns verschaten.

1640  Die Fischer gaben zum Bau des Kirchturmes 90 Schilling und fügten 1641 nochmals 103 Schilling hinzu; 1643 gaben sie 60; 1644 die Restsumme von 47 Schilling.
Der Turm ist älteren, unbekannten Datums. 1601 ist er bereits auf einer genauen Zeichnung des Hans Frese zu sehen. Offenbar nach den Materialberechnungen und den Rechnungen ist er 1644 umfassend saniert bzw. vollendet worden.

1641  Der Küster Asmus Witte stiftet den hölzernen Taufdeckel. Er war in diesem Jahr 40 Jahre im Dienst.
Der Taufstein stammt aus dem 13. Jahrhundert (Kupa), der Fuß aus dem 15. Jahrhundert.
Bereits 1641 übernahm die Kirche die Wadenfischerei.
Als Abfindung erhielt der Pastor jährlich 50 Schilling.
50 Schilling kostete in dieser Zeit ein Haus, das damals die Kirche kaufte. Die Einnahmen aus einem Heringszug in Schlutup zugunsten der Kirche 1646 erbrachte den Erlös von 762 Schillingen.

1645  Bau der Empore im wesentlichen vom Ratsmitglied Hermann von Lengerke bezahlt. Später erfolgte mehrmals ein Umbau; das heutige Aussehen geht auf den Umbau von 1871 zurück.
Hökereigerechtigkeit des Küsters.

1649  Hans Silmann arbeitet die Kanzel im Übergangsstil Renaissance/Barock.