Ev. Luth. Kirchengemeinde St. Andreas Schlutup

  

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1801  Senatsaufforderung, die Namen in den Kirchenstühlen bzw. Klappen aufzugeben.
Es gab für die Fischerfamilien und andere Herrschaften Kirchengestühle. 1816 wird berichtet, dass für Ernst Riegel die Stuhlmiete erhöht worden war; z. B. musste der Fährmann der Herrenfähre 1828 eine doppelte Stuhlmiete für einen Stuhl mit vier Sitzen zahlen (Erhöhung von 3 auf 6 Mark). 1830 wurde nach vielem Gezänk das Kirchengestühl (Stuhlplätze und Klappen) nummeriert.
In demselben Jahr wurde der Schlachter Becker verpflichtet, den auf seinen Wunsch erbauten Stuhl zeitlebens zu behalten. 1832 und nochmals 1860 verhandelten die Wesloer, Israelsdorfer, Gothmunder Schule, die Förster von Wesloe und Altlauerhof über die Kirchenstühle. 1904 wurde die noch 1886 vom Landamt abgelehnte Neubeschaffung der Kirchenstühle genehmigt. Die Mieten betrugen 2 Mark im Kirchenschiff und 3 Mark im Altarraum.

1805  Revidierte Schulordnung wurde durch den Stadtrat erlassen. Die Schulaufsicht oblag dem Pastor.

1806  Verdoppelung des Schul- und Holzgeldes zum Heizen der Schule.
Plünderung des Pastorates durch Franzosen, die Lübeck besetzt hatten. Silbernes Altargerät war zum Teil geraubt worden.
Preußische Soldaten waren in der Kirche gefangen; sie verwüsteten das Kircheninnere.
In diesem Jahr wurde von den Franzosen auch das Halseisen abgeschafft, mit dem Diebe etc. vor der Kirche an den Pranger gestellt wurden.

1810  Hans Vaigt, Peter Langloh, Claus Peter Vaigt, Joachim Vagt schenkten einen silbernen Oblatenteller.

1815  Pastor Rüdinger wurde im Rahmen der Schulaufsicht aufgefordert, die Eltern zum Schulbesuch der Kinder zu veranlassen und notfalls ”Zwangsmittel” zu ergreifen.

1816  Decret an den Pastor, über den ”Wandel der Lehrer” Auskunft zu geben.

1818  Renovierung der Orgel und des Pastorates (bis 1821).

1821  Kirchenvorsteher Peter Langloh (1821), Hinrich Hellmann (1836) und Marcus Bade (1843) stifteten je eine Wappenscheibe (südliche Längswand).

1823  Die Landreform machte auch in Schlutup nicht Halt. Die ”Gemeine Freiheit” wurde aufgelöst. Das ”Maitagsgeld” wurde der Kirche in Schlutup überschrieben. Das Maitagsgeld war eine Einnahme des früheren Marschalls zu Lübeck.

1825  Die Turmreparatur wurde verschoben. Ein neuer Ofen für die Kirche gekauft. Freiwillige Fuhren von Steinen für die Turmerneuerung erfolgen.
Der Kirche wurden die Erträge aus zwei Fischzügen am 2. Ostertag in Travemünde, die aus fünf Zügen auf der Trave mit zwei großen Waden erfolgten, zugewiesen. Bis dahin standen diese Einkünfte dem Marschall zu. Umfassender Umbau des Schulhauses.

1826  Die Westseite des Turmes wurde saniert (neu verblendet).

1828  Das Fischgeld wurde in eine feste Abgabe umgewandelt (Decret).
Außer in 13 Winterwochen hatte jede Wade dem Pastor wöchentlich 4, dem Küster 2 Schillinge zu entrichten.

1829  Vergrößerung der Kirchhofsmauer.

1836  Turmarbeiten.

1840  Die Pastorenfrau Betty Klug schenkte eine silberne Oblatendose. Sie wurde später gestohlen.

1842  Wieder war das Turmdach renovierungsbedürftig.
In der Schlutuper Pfarrschule – der Küster und Organist war zugleich Lehrer – mußten die Eltern für die Unterrichtung ihrer Sprösslinge wöchentlich folgendes Schulgeld aufwenden:
 

Einen Schilling für den Unterricht im Lesen und Beten,
zwei Schillinge für das Erlernen von Lesen, Beten und Schreiben,
drei Schillinge, wenn zum Pensum auch das Rechnen gehörte.

Von damals 144 Schlutuper Schulkindern lernten nur 6 neben dem Lesen, Beten und Schreiben auch das Rechnen.

1844  Die alte Orgel wurde verkauft.

1846  Der Senat schenkte vier Luchtenfenster mit seinem Wappen als Ersatz für die kaputten Fenster. Die Kirchenuhr wurde repariert.

1847  Der Flügelaltar (Doppeltriptychon mit Heiligem Franziskanerorden), ursprünglich aus der St. Katharinen-Kirche nach Schlutup gekommen, wurde der Stadt geschenkt und in das St. Annen- Museum geschafft. Dort ist er heute noch zu sehen. Wiederherstellung des Kirchturmes für 3.000 Mark.

1849  Pastor von Großheim sollte über die Mängel der Schlutuper Schule Bericht geben. Visitation der Schule durch den Senat.