Die Bau- und Kunstdenkmäler der freien und Hansestadt Lübeck
Herausgeber Denkmalrat - Bearbeitet von Joh. Baltzer
Band IV - Lübeck 1928 - Verlag von Bernhard Nöhring

  

Inhalt: (4. Teil)
Bildwerke 
Epitaphien
Gemälde
Grabplatten
Beleuchtungskörper
Kommunionsgerät
Klingelbeutel 

 

Weitere Seiten: 
Teil 1: Einleitung - Geschichte - Bau - Fußbodenbelag
Teil 2: Malereien - Empore - Altäre - Kanzel - Taufe
Teil 3: Orgel - Gestühl
Teil 5: Glocken und vieles mehr 

     Bildwerke

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Muttergottes mit dem
   Leichnam Christi

 

Dem ausgehenden 15. Jahrhundert entstammt eine des ursprünglichen Stoffüberzuges beraubte gut halblebensgroße geschnitzte Muttergottes mit dem Leichnam Christi. Der schlichten Rückwand dieser Gruppe schließt sich ein reicher Mauwerkbaldachin von rechteckiger Grundform an. 1847 dem Museum überwiesen, ist sie jetzt im St.-Annen-Museum, Raum 5, ausgestellt.

Pietas aus der    
Schlutuper Kirche    
(St.-Annen-Museum)    
[ ... größere Abbildung    

 

Kruzifixus mit Totenschädel

 

An der Südwand des Langschiffs hängt ein holzgeschnitzter weiß gemalter kleiner Kruzifixus auf einer Renaissancekonsole mit Totenschädel und nebenstehendem Schilde, der vielleicht dem 1639 oder 1640 gestorbenen Seit 1628 als Kirchenvorsteher nachweisbar und zwischen Exaudi 1639 und Exaudi 1640 gestorben; Rechnungsbuch von 1612, Bl. 175, 203, 206b. Kirchenvorsteher Hans Gerdes beizulegen ist.

Kruzifix um 1639

 

Ein größeres Kruzifix mit der Jahreszahl 1639 auf der Konsole ist vor der 1871 geschaffenen anstehenden Wandung am östlichen Ende der Langhausdecke aufgerichtet.

     Epitaphien

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Epitaph für Regina Küsel 

Epitaph für die am 11. Februar 1612 im 27. Lebensjahre gestorbene Regina Küsel geb. Schacht, Ehefrau des Schlutuper Pastors Johann Küsel. "Johan Kuesell, Lubecensis, Anno 1610 dominica I. adventus (Dez. 2) allhie introducirt, Anno 1626 von hier nach Travemunde zum Pastorn den 24. Junii vocirt, obiit ibidem 28. January 1630": Ält. Rechnungsbuch, erstes Blatt. Der zierliche, reich bemalte hölzerne Renaissanceaufbau, dessen Gebälk von zwei schlanken Säulen getragen wird und oben in einem von kleinen Obelisken flankierten und bekrönten durchbrochenen Giebeldreieck abschließt, zeigt als Mittelbild die Heilung einer Kranken durch Christus; auf dem langgestreckten Sockelfelde kniet die aus dem Geistlichen und drei Söhnen sowie aus zwei Frauen und neun Töchtern bestehende Pastorenfamilie. Zu unterst eine Inschriftkartusche.

Epitaph für Asmus Witte 

Das auf Holz gemalte Epitaph für den am 25. Januar 1667 nach 63jähriger Amtsführung im 83. Lebensjahre gestorbenen Küster und Organisten Asmus Witte stellt in reicher, von Schnörkeln gebildeten Barockumrahmung vor einem dunklen, stellenweise von der blutigroten Sonne durchbrochenem Gewölk den entseelten Heiland am Kreuze dar, zu dem der Stifter und seine aus drei Söhnen und sechs weiblichen Mitgliedern bestehende Familie anbetend aufschauen.

Rechnungsbuch von 1612 unter 1660 (Bl. 267): "Asmus Witte hat der Kirchen verehret 10 , damit sein Epitaphium in der Kirchen möge aufgehencket werden; wofern aber solches nach seinem Todte nicht wirt können geschehen, daran noch zu zweiffeln, bekommen seine Erben gedachte 10 von der Kirchen wieder."

Epitaph für R. Hinrichsen 

Epitaph für den am 27. Juni 1672 gestorbenen Pastor (1654-72) Rudolph Hinrichsen. Das auf Holz gemalte Brustbild umrahmt ein geschnitzter Lorbeerkranz; den oberen Abschluß bildet das Wappen (in rotem Schilde die vordere Hälfte eines Herings, auf dessen Kopf ein gelbes T steht; die hintere Hälfte des Herings dient als Helmzier), den unteren eine Inschriftkartusche.

Epitaph für T.G. Neumeyer 

Das schlichte Rokokoepitaph für den am 8. Januar 1793 gestorbenen Pastor (1755-93) Thomas Gotthard Neumeyer zeigt dessen ovales, auf Leinwand gemaltes Brustbild, das auf einem sarkophagartigen Unterbau mit der Inschrift steht.

Gedenktafeln 

An der südlichen Langseite sind zwei Gedenktafeln angebracht: eine bronzene für die im Kriege 1870/71 gefallenen beiden Schlutuper und eine nicht weniger als 93 Namen aufweisende große hölzerne für die aus der Kirchengemeinde stammenden Opfer des Weltkrieges.

     Gemälde

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Bildnis
   Pastor Michael Leopold
 

Lebensgroßes auf Holz gemaltes Bildnis in voller Figur des nach 26jähriger Amtstätigkeit in Schlutup am 2o. August 1691 gestorbenen Pastors Michael Leopold. Zwei dem schwarzen Leistenrahmen oben und unten angefügte Schrifttafeln werden von gemalten Barockranken eingefaßt.

Bildnis
   Pstor Meno Müller
 

Lebensgroßes auf Leimwand gemaltes Bildnis in voller Figur des am 6. Februar 1714 gestorbenen Pastors (1691-1714) Meno Müller. Das 1847 aufgefrischte Gemälde nebst der unteren Schrifttafel umschließt ein schwarzer Leistenrahmen.

Bildnis von den gen Himmel
   fahrenden Heiland
 

Ein 1858 vom Lübecker Kunstmaler Wilhelm Pero der Kirche geschenktes Gemälde stellt in Lebensgröße den gen Himmel fahrenden Heiland dar, wie er segnend auf die Erde herabblickt.

1859 d. 25. Febr. ist das Bild des Malers Wm. Pero, die Himmelfahrt Christi vorstellend, in der Nähe des Chores auf der Orgel an der Nordwestwand der Kirche aufgehängt. Er hat es ein Jahr vorher der Kirche verehrt, doch hat diese den Rahmen dazu anfertigen lassen." Kirchenbuch von 1612, Anhang.

Schiffsmodell Dreimaster
   mit Achterkastell
 

Ein 1750 in der Kirche aufgehängtes Schiffsmodell, das 1881 dem Museum überwiesen ist und jetzt im Hansesaal des St.-Annen-Museums hängt, stellt einen einschließlich des Bugspriets 1,22 m langen voll aufgetakelten Dreimaster mit Achterkastell dar. Die Breitseiten sind mit 54 in drei Reihen übereinander angeordneten Kanonen gespickt. Als Gallion dient ein schildhaltender Löwe. Am Heck ist der Name des Schiffes DJE Junge - Johann zwischen der Jahreszahl ANO - 1738 ausgespart.

Die mündliche Überlieferung, daß dieses Schiff von einem gewissen Markus Kranz geschenkt sei, der in türkischen Diensten sein Glück gemacht haben und auf der Rückreise nach dem Orient in Italien gestorben sein soll, wird widerlegt durch eine Buchung aus dem Rechnungsjahre 1749/50, laut deren "an einige junge Leute, die [ein] von einem jungen Menschen an die Kirche verehrtes Schifflein aus der Stadt heraus gebracht", 2 Trinkgeld gezahlt sind. Rechnungsbuch von 1677-1781, S. 388.

     Grabplatten

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Grabplatten als
   Fußbodenbelag
 

Von den mit zum Fußbodenbelag der Kirche dienenden wenigen Grabplatten sind nur zwei im Chor befindliche erwähnenswert: die mit 1,14 m im Quadrat die vierfache Größe der dortigen Fliesen haltende des nach der diagonal laufenden Inschrift am 15. Oktober 1659 geborenen und nach über zehnjähriger Amtstätigkeit in Schlutup am 6. Februar 1714 gestorbenen Pastors Meno Müller, sowie die 1,58 x 0,93 m große des am 25. Januar 1667, sines Olders 83 Jahr, nach 63jähriger Amtszeit entschlafenen verdienten Küsters und Organisten Asmus Witte.

     Beleuchtungskörper

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Die Beleuchtungskörper der Kirche sind sämtlich aus Bronze gegossen.

Der Kronleuchter 

Die größte der vorhandenen drei Lichtkronen besteht aus einem von einem Doppeladler gekrönten und unten in einen Doppel-Löwenkopf auslaufenden vielgegliederten Schaft, an dem in zwei Reihen übereinander je acht S-förmige Arme hängen. Auf dem die unteren Arme tragenden Schaftringe ist eingraviert:
   Ao 1587 HEFT // HER . IOHAN // SPANGEBERC//H :
   DISSE KRÖN // DER . KERKEN // TO . SLVCKVP // VOREHRET //
   WICHT 9 LISPV. 

Mitten in der Kirche. Kircheninventar von 1644 (Ältestes Kirchenbuch, Bl. 107) : "Noch eine meßinges Krone von 16 Armen, henget im Chore."

Die Lichterkrone 

Eine vor der Orgelempore hängende kleine sechsarmige Lichtkrone stimmt in ihren Einzelheiten fast genau mit der vorigen überein. Kircheninventar von 1644: "Noch eine kleine meßinges Krone, henget unter in der Kirchen fur dem neuwen Chore."

Krone in Rokokoimitation 

Eine kleine sechsarmige Krone in Rokokoimitation, die vor dem Altar hängt, ist am 10. Dezember 1870 vom Pastor Dr. C. von Großheim geschenkt, wie dieser im ältesten Kirchenbuch (Bl. 107) angibt.

Wandleuchter

 

 

 

 

 

 

 

Von den sechs vorhandenen Wandarmen gehören fünf der Renaissance an.
Es sind dies:

1. Ein an der Kanzelbrüstung befestigter kleiner Arm in S-Form mit Mittelbund, seinem nebenstehend abgebildeten Schilde zufolge 1587 vom Ratsherrn Johann Spangenberg gestiftet.

2. Ein Arm in der zu Lübeck am häufigsten vorkommenden Renaissanceform mit der zu beiden Seiten des Mittelbundes eingravierten Inschrift
ANO 1591 HEBBEN DE ERSAMEN MENNER HINRICK //
BRASCHE IOHAN VAN ZOENS HENNINCK SCHVTTE //
IOHAN VAN ALSTORPF DVSSEN ARM IN DE ERE GADES //
DER KERKEN THO SLVKOP THO EWIGEN DAGEN VORERET
An der Nordwand des Altarraums.

 3. und 4. Zwei dünne, an beiden Enden in Spiralen auslaufende Arme, die in der Mitte als Tierkopf graviert sind. Sie werden jeder von einer würfelförmig gestalteten kleinen Faust gehalten, die aus der Mitte eines runden messingnen Wandtellers herausragt. Die letzteren sind F . W . I . O und C . B   C . C gezeichnet. An der Südwand des Langschiffes.

5. Ein doppelarmiger Wandleuchter in üblicher Renaissanceform, jedoch mit etwas reicher ornamentierten Querarmen. Auf der Mitte steht eine naiv-naturalistisch modellierte nackte weibliche Statuette mit einer Fahne in der Rechten. Die dem
nebenstehend abgebildeten Schilde eingravierten Marken mit den Anfangsbuchstaben HB, IVZ, HS und IVA sind ohne Zweifel diejenigen der vier oben genannten Stifter des Wandarms von 1591. Von dem in der ;Mitte des Schildes leicht eingravierten Jahresdatum sind nur noch die Zahlen -59-  kenntlich. An der Nordwand des Langschiffes.

Wandleuchter von 1591      

Wandleuchter von 1630 

Ein zweiter Doppelarm (von 1630) ist bereits vom aufkommenden Barockstil beeinflußt. Sein hinteres Stück endigt nach der Wand zu in einen Fischkopf, der zwei spiralenförmige Schnörkel im Maule hält, nach vorn zu in zwei gleichfalls in Spiralen auslaufenden Ranken; die beiden Querarme schließen in vier fünfteiligen Blüten ab. Über der Mitte steht ein Putte. Auf dem in Kartuschenform gegossenen Schilde sind die Wappen Hermanns von Elswich (ein Barsch, auf dem Helm ein wachsender Barsch zwischen zwei Büffelhörnern) und seiner Ehefrau Gertrud geb. van Breda (ein von drei Lilien begleiteter geschweifter geschachter Sparren, auf dem Helm eine Lilie) mit der Unterschrift
   HARMEN . VON . ELSWICH . GARDRVT . ELSIWIECHS .1630
eingraviert. An der Südwand des Altarraums.

Wandleuchter von 1630    
aus der Schlutuper Kirche    
 

  

Der Pastor Christoph Bostel (1626-29) berichtet im ältesten Kirchenbuch (Bl. 16b): "Anno 1628 hat der ehrnveste vorachtbarer und vornehmer Harmen von Elshwich in der Kirchen eine Fensterlucht mit allen Zugehorigen, dazu einen messings Arm in Chore ubern Beichtstuell gegeben mit diesem Bedinge, das ehr zur Recompens einen Stuell hinder der Vorsteher Stuell bauwen mag und fur sich und die Seinigen allein zu gebrauchen haben soll. Urkundt desses ist solches alhier verzeichnet Montags nach jubilate (Mai 5)."

Nachrichten über
   ehemalige Wandleuchter
 

Nachrichten über ehemalige Wandleuchter.
1616 "auff cantate" schenkte Bartolomeus Dunckelguths Witwe Christina Maes der Kirche 10 lüb., "dafür ist Anno 1617 ein messins Arm mit zwen Pipen an den Pfeiler neben dem Predigstuel gemachett worden"; Kirchenbuch von 1612, Bl. 14. 1758/59 wurden "für 2 neue messingene Wandarme in der Kirche 33 ", 1773/74 für "einen messingen Leuchterarm umzugiessen"
1 8 verausgabt; Rechnungsbuch 1677-1781.

Altarleuchter

 

In einfachen runden Formen sind zwei bronzene Altarleuchter gegossen, die von drei kleinen sitzenden Hundefiguren getragen werden. Sie erreichen ohne den Lichtdorn 52 cm Höhe. In der einen Schale tritt die nebenstehende Marke des Gießers schwach hervor. Wahrscheinlich im Jahre 1569 erworben, der Form, namentlich der Stilisierung der Hunde zufolge, aber noch gotisch.

Der Pastor (161o-26) Johann Küsel, der unter dem Kircheninventar (Ältestes Kirchenbuch, Bl. 101) "vier grosse messings Leuchter auff dem Altar" verzeichnet, bemerkt in einem Auszuge aus zwei nicht mehr vorhandenen älteren Kirchenbüchern (das. S. 12): "Die beiden alten Messingsleuchter auf dem Altar kosten 9 lühsch. 1569."

Nach dem Rechnungsbuch von 1677-1781 wurden 1728/29 (S. 269) "für 2 verkaufte meßingene Leuchter vom Altar, so nicht nothig waren, eingehoben
11 12 ."

Altarleuchter    
aus der Schlutuper Kirche    
 

     Kommunionsgerät

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Kelch von 1436 

In einem 18 cm hohen silbervergoldeten Kelch von 1436, der also aus dem Stiftungsjahre der Schlutuper Parochie stammt, ist das älteste datierte Altargerät des lübischen Staatsgebietes erhalten.

Um den weit ausladenden runden Fuß, dem ein kleiner Kruzifixus aufgelegt ist, läuft ein Schriftband mit der Angabe:
   ano - dni - m - cccc - xxxvi - iare -
   do - let - maken - margvart - wiskendorp - eggert - dunker
1459 Dez. 15 verfügte "Eggert Duncker, wonaftych tho Slukuppe bynnen der lantwere": "Item geve ik tho der kerken tho Slukuppe en dusent dackstens tho deme buwete. Item darsulvest noch tho Slukuppe in s. Nycolawes broderschop geve ik 8 ß " St.-A., Testamente -
   hermen - knoke - hinrik - iacoppes - dessen - kelk - to - slukup.

Der mit Maßwerk in Fischblasenform gezierte Knauf trägt auf seinen sechs Rotuln die herkömmlichen Buchstaben i h e s v s. Der rautenförmig gemusterte Schaft scheint erneut zu sein. Ohne Werkzeichen. An der Innenseite des Fußes ist eingeritzt 24. (verbessert in 23) lot.

Im Kircheninventar von 1644 (Kirchenbuch von 1612, B1. 107):
werden "ein silbern Kelch und Patene, beide vergoldet", aufgeführt.

Kelch von 1436    
aus der Schlutuper Kirche    
 

Krankenkommunionskelch 

Kleiner silbervergoldeter Krankenkommunionskelch von 14,4 cm Höhe. Fuß, Schaft und Mittelbund sind rund, ersterer mit aufgenietetem Kruzifixus, letzterer mit
eingraviertem Frührenaissance-Rankenwerk. Die Schale ist trichterförmig. Lübischer
Silberstempel; Meisterzeichen: ein Buchenblatt an gestutztem Zweig (Jürgen Bockholt) Meister von 1508-47; J. Warncke, Die Edelschmiedekunst und ihre Meister in Lübeck, S. 147 f. .

Silberne Patene

 

Die zu diesem Kelche seit 1828 gehörige, 8 cm im Durchmesser haltende schlichte
silberne Patene zeigt auf der Unterseite die eingravierten Buchstaben S K und die eingeritzte Jahreszahl 1828. Lüb. Silberstempel; Meisterzeichen: die von einer schwimmenden Ente überhöhten Buchstaben I W S (Joh. Wilh. Schröder). Meister von 1809-47; das. S. 304

Kircheninventar von 1644: "Noch hatt der Pastor bei sich, bei den Kranken zu gebrauchen, ein klein silbern Kelch sampt den Patenen, beide verguldet."

Ehemaliger goldener Kelch 

1455 Okt. 28 verfügte der Lübecker Bürger Dyderik Hoveman: "Item so hebbe ik ghegheven enen guldenen kelk myt ener patenen in de kerken to Sluckuppe unde wil, dat myne vormundere darto seen na utwisinge enes breves, de darup van den sworen is boseghelt": St.-A., Testamente

Die Weinkanne

 

 

 

 

 
Meisterzeichen
Detleff Kale

 

Silberne, früher teilweise vergoldet gewesene Weinkanne von rund 35 cm Höhe, Fuß Griff Deckel und der in einen Tierkopf endigende Ausguß sind mit getriebenen Barockornamenten geschmückt, Auf der Bauchfläche ist das von zwei Zweigen kranzförmig umrahmte von Lengerkesche Wappen eingraviert zwischen der Inschrift:

   Dem Kirchen Althar zu // Sehlukupe Verehret diese //
   Silberne Gieskanne zu // Gottes Ehren. nach sanfft //
   seeligen absterben ihres in // Gottruhenden Eheherren //
   Hern DIETERICH GRAVENSTEDEN //
   zu Christlichen andencken // dessen Hinterlassene wittiebe // mit Vier Kinder //
   Frau ELIESABETH GRAVENSTEDES //
   Geborne von Lengerin // Anno 1675 // den 2 April.

Über und unter dem Wappen die Stelle 1. Joh. 1 V.8. Oben auf dem Deckel das gravierte Gravenstedesche Wappen (im gespaltenen Schilde vorn ein wilder Mann mit einem Spaten in der Linken, hinten eine dreitürmige Burg; auf dem Helm wachsend ein wilder Mann mit einem Spaten über der linken Schulter zwischen den Buchstaben D und G S. Lübeckischer Silberstempel; Meisterzeichen: Detleff Kale). Der für das Monogramm allein in Betracht kommende Goldschmied Detleff Kale wurde am 29. Juni 1644 Lübecker Bürger: St.-A., Bürgermatrikel. In dem 1574 angelegten Wetterentenbuch wird Detleff Kohl (ohne Jahreszahl) als Inhaber einer Goldschmiedebude an der Breiten Straße genannt; sein Nachfolger wude 1692 Heinrich Eggers. Im Fuß ist eingeritzt: 2 18 Lth.

Kirchenbuch von 1612, Bl. 21b f.: "Anno 1675 den 2. Aprilis hat seel. H. I)ietrich Gravenstedes Fraw Witwe sampt ihren Kindern, bloß zur Ehre Gottes und Liebe zu seiner Kirchen hiesiger Kirchen zu Schluuckop eine schöne silberne Gießkanne auff dem Altaar vereehret .... Eß ist aber diße Verordnung dabey von ihr geschehen, daß solche Weinkanne allezeit in der (Witwen, lies: ) Widmen Die Wehde (mitteldeutsch: wedeme) oder das Pfarrhaus solle verwahret, dem Küster kurtz vor angehendem Gottesdienst von dem p. z. H. Pastore uberliefert und demselben fort nach geendigten Gottesdienst wieder ins Hauß gebracht werden ...."

Rokoko-Altarleuchter

 

Ein Paar silberne, nach dem Vorbilde J. C. J. von Melle, Nachricht von St.-Lorenz-Kirche, S. 13 der Altarleuchter der St.-Lorenz-Kirche in Rokokoformen getriebene Altarleuchter von 55 cm Höhe mit dreiseitigem Fuß und schlankem Schaft. Am Fuße sind in einem mittleren ovalen Medaillon die Worte

   Aganeta Catharina Qualrnann gebohrne von Bartelsen Anno 1768

sowie die Bibelstellen Ev. Joh. 1 V. 9, und erste Hälfte von Jesaias 60 V. 1, eingraviert. Lüb. Silberstempel; Meisterzeichen: I H S (Johann Hinrich Schlegel) Johann Hinrich Schlegel wurde am 31. Juli 1760 Bürger (St.-A., Bürgermatrikel) und am 6. Juli 1762 mit einer Goldschmiedebude am Markte belehnt, die am 6. Dezember 1771 weiter verliehen ist (St.-A., Wetterentenbücher).

Der Pastor (1755-93) Thomas Gotthard Neumeyer hat zu dem im ältesten Kirchenbuch (Bl. 101) enthaltenen Verzeichnis des Kirchengerätes nachgetragen: "Ein Paar grosse silberne Leuchter, welche die seel. Fr. Licentiatin Lindenbergen an die Kirche vermacht und die uns nach deren Tode von ihrer Erbin, der Madam Qualmannin, mit ihrem Nahmen bezeichnet überlieffert worden, nachdem die Kirche dieserhalben mit der letzteren, die solche nicht gutwillig herausgeben wollte, processiret und über 400 Unkosten dieserwegen tragen miissen."

Altarleuchter    
und Weinkanne    
aus der Schlutuper Kirche    
 

Oblatenteller von 1810 

Schlichter silberner Oblatenteller von 18 cm Durchmesser. Auf der Unterseite ist eingeprickelt:
   Hans Vaigt Peter Langlo Claus Peter Vaigt Jochim Hans Vagt Anno 1810,
darunter ist eingeritzt 7 Lth. Ohne Gewerkzeichen.

Oblatendose von 1840

 

Silberne runde Oblatendose von 10 cm Durchmesser und 4 cm Höhe, mit getriebenen Rankenornamenten. Unten ist eingeprickelt:
   Der Kirche zu Schlutup verehret von
   Betty Klug, Ehrn Pastoris Klug Ehefrau 1840.

Hamburger Silberstempel; Meisterzeichen: H L .

Die Dose ist gleich nach der am 25. April 1840 geschehenen Wahl des Schlutuper Pastors Markus Joachim Carl Klug zum Pastor an St. Jakobi in Lübeck geschenkt; Kirchenchronik.

Kircheninventar von 1644
   nicht mehr vorhanden
 

Nicht mehr vorhanden ist eine im Kircheninventar von 1644 aufgeführte "kupperne Monstrantz zu den Oblaten, auswendig verguldet".

An weiterem ehemaligen Kommunionsgerät ist im ältesten Kirchenbuch (Bl. 101) verzeichnet: "Ein silbern Flasche von 12 1/2 Lott, so Herr Johan Spangenbergk in die Kirche verehrtt, und wirt mit Weine zu den Kranken gebraucht. Ein silbern Buchschen sampt eine silbern Decke, darauf I H S stehet, vor 1 1/2 Lott. (Dieses Büchsen ist anno 1714 verneuert, vergrößert und noch einmal so schwer geworden.) Ein verguldett (becken, lies:) blecken Oblatengefesslein." Ferner berichtet der Pastor Neumeyer (1755-93) (das. Bl. 26): "Anno 1758 hat der hiesige Organist und Küster Peter Beeck und seine Frau Catharina Elisabeth unsern Altar mit einer neuen schönen silbernen Oblaten Schachtel von 12 Ldt beschenket, worauf um ein zierliches Füllhorn die Worte stehen:
   P. XXIII I. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln
unter aber ihre beyderseitige Nahmen."

     Klingelbeutel

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Ehemalige Klingelbeutel 

Rechnungsbuch von 1677-1781 unter 1714/15 (S. 209): "Der neue
Klingbeutel kostet mit dem Zubehör 14 12 , der Stiel daran 2 ."
Das. unter 1728/29 (S, 27o): "Für einen neuen Klingenbeutel, nachdem der alte gestohlen, 22 ." Von der Hand des Pastors Otto Albert Blanck (1728-1758) ist folgender Zusatz zum Verzeichnis der Kirchengeräte im ältesten Kirchenbuch (Bl. 101) nachgetragen: Ein Klingebeutel von rohtem Sammet mit guldenen Spitzen u. silbern Klocken, so die Kirchen, nachdem der vorige hinweggestohlen, sich anno 1728 hat machen laßen."

Silberner Klingelbeutel

 

 

Silberner Klingelbeutel von 17 cm Höhe in der Grundform eines flachen ungleichmäßigen Sechspasses. Auf der Außenwandung sind nach vorn zu der Heiland am Kreuz, seitlich S. Petrus mit einem Fischernetz und S. Jacobus Minor mit dem Wollbogen eingraviert. Die von einem Cherubimkopf gestützte Tülle, an der zwei Glöckchen hängen, trägt die Inschrift:
   Ao. 1768 Haben die Vorsteher der Kirche zu Schlukup
   Claus Baade - Jochim Hagen - Frentz Wilcken - Paul Langloht
   diesen Klingebeutel aus der Kirchen Mitteln verfertigen Lassen.
Lübeckischer Silberstempel; Meisterzeichen: AN (Aron Niestedt). Der Goldschmidt Aaron Niestedt, Bürger seit 1764 Mai 10 (Bürgermatrikel), wurde1766 März 10 mit einer Goldschmiedsbude an der Breiten Straße belehnt, die 1770 Okt. 6 weiter auf Gottfried Mindemann übertragen wurde: Wetterentenbuch von 1712 (St.-A., Handschriften, Nr. 299a)
Nach dem Rechnungsbuch von 1677-1781 (S. 471) sind 1767/68 "für ein silbern Klingeheutel" 144   8 verausgabt.

     ... weiter

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